Jugend und Multiple Sklerose (MS)

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Kristina

18.12.2014, 12:02

Hallöchen Ihr Lieben! Das ist meine Geschichte.

Ich bin 18 Jahre alt.

Alles fing im Oktober 2014 an. Ich war gerade auf einer Veranstaltung bei uns in der Stadt, als ich ein einschläferndes Gefühl in meinem linken Fuß verspürte. Anfangs dachte ich mein Schuh ist zu eng geschnürt, was durchaus schon davor mal vorgekommen ist. Leider wurde es innerhalb von Stunden sehr sehr unangenehm, als würde keine Durchblutung mehr stattfinden. Als ich dann Abend zuhause war, ging das Gefühl bis zu den Knien (Kribbeln). Damals dachte ich das kommt dann evtl. doch von dem Wärmeunterschied von Außen nach Innen (war ja schon kalt außen). Am nächsten Morgen war das Kribbeln bis kurz vor unter die Brust - Querschnitt linke Seite. Beim Hausarzt stellte ich noch fest, dass bei Berührungen von den betroffenen Körperstellen mit einem kalten Gegenstand elektrisierende Schmerzen ausgelöst werden (Sensibilitätsstörung). Ich kam sofort ins Krankenhaus mit verschiedensten Verdächten. Dort wurde ich untersucht.. MRT, Lumbalpunktion, Bluttest... Diagnose: Myelitis. Wurde daraufhin mit Antibiotikum und Aciclovir behandelt. Damals wurde noch vermutet das Bakterien oder Viren in mir wüteten. Nach zwei Tagen KH bekam ich den kompletten Koller, worauf ich mich aus dem KH selbst entlassen habe (was ich im Nachhinein absolut niemanden empfehlen würde). 2 Wochen Zuhause, mit bleibender Symptomatik in der linken Körperhälfte. War zwischenzeitlich noch bei Neurologen, die mich erstmals beruhigten und nicht wieder ins KH schickten. Irgendwann bemerkte ich das mein rechtes Bein sehr schwach wurde und verplumt beim Laufen, vorallem beim Springen. Genauso machte meine Rechte Hand Probleme. Diese fing an zu kribbeln+lähmen und ich konnte nicht mehr schreiben bzw. tippen (was für meinen Bürojob äußerst ärgerlich ist). Nicht lange überlegt -> ab ins KH. Dort die gleiche Prozedur wieder .. MRT, Lumbalpunktion, Blutuntersuchung.. Diesmal fanden sie eine Läsion in der HWS. Bekam dann wieder Antibiotika, Aciclovir und 5x 1g Cortison. Rasch zeigte sich eine Besserung. Konnte wieder ganz gut laufen und meine Hand wurde motorisch wieder fitter. Zuhause begann ich dann eine Ergotherapie, die mir persönlich sehr viel gebracht hat. Das Kribbeln in der Hand wurde weniger und ich konnte fast wieder normal schreiben. Bin dann auch wieder kurzzeitig in die Arbeit gegangen. Im Dezember 2014 kurz vor Weihnachten merkte ich wieder das mein rechtes Bein schwächer wurde, meine rechte Hand motorisch wieder etwas lähmte+kribbelte, zusätzlich meine linke Hand das kribbeln anfing und ich Sehstörungen verspürte (Autofahren also lieber nicht). Wurde dann wieder ins Krankenhaus gefahren - MRT, Lumbalpunktion, Blutwerte - Nun änderte sich alles. Das MRT der HWS zeigte eine Vergrößerung der Läsion und das MRT vom Kopf zeigte Entzündungsherde, welche davor noch nicht zu sehen waren. Bekam 1 Tag/1g Cortison und die weiteren 4 Tage/2g Cortison per Infusion. Ab diesem Zeitpunkt waren sich alle Ärzte sicher, das es nicht nur um eine Entzündung des Rückenmarks handelt, sondern etwas größeres dahinter steckt -> die Multiple Sklerose. Mir wurde vorgeschlagen nicht lange zu warten und bald eine Basistherapie mit Tysabri zu beginnen. Ich bin nun wieder Zuhause, mir geht es gut und meine Symptome sind weitgehend verschwunden. Ich versuche nun das beste daraus zu machen.

Das wichtigste ist, dass Multiple Sklerose nicht mein Leben bestimmen wird!

Viel Kraft euch weiterhin
Liebe Grüße Kristina
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