Jugend und Multiple Sklerose (MS)

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(Céline)

31.08.2015, 13:10

Meine Name ist Céline, ich bin 16 Jahre alt, und das ist meine Geschichte.
Als meine Mutter 26 war diagnostizierten die Ärzte bei ihr MS, dennoch heiratete mein Vater sie damals. Einige Jahre später kam ich auf die Welt und meine Mutter hatte bis dahin keine nennenswerte Schübe. Doch dann kam 4 Jahre spätee mein Bruder auf die Welt, und ihre Gesundheit verschlechterte sich. Die Ärzte diagnostizierten wenige Monate später die \"bipolaren Störungen\" (Depressionen, mit darauf folgender Manie, sprich extreme Stimmungsschwankungen.) Langsam fingen die Schübe an, sie spürte ihre Beine immer weniger, verlor den Führerschein, und bewegte sich nun nur noch mit einer Gehilfe fort. Mein Vater und ich versuchten sie stets durch die schwere Zeiten in den diversen Kliniken zu unterstützen. Ihr Zustand verschlimmerte sich immer mehr, die Ehe ging nach einigen Jahren in die Brüche..
Das ist nun einige Jahre her, meine Mutter lebt nun in einem Pflegeheim, in dem ich sie 2 mal im Monat besuche, ich weiss das ist nicht viel, doch ich schaff es nicht sie öfters zu sehen, da es mir immer das Herz bricht sie so zu sehen. Sie verliert immer mehr die Kontrolle über ihren Körper, sie ist nun permanent an ihrem Rollstuhl gebunden, ihre Arme machen mittlerweile auch nicht mehr mit. Ihr Sehvermögen verschlechterte sich die letzten Jahre, sie schielt und erkennt nur noch wenig. Auch das Essen und Schlucken fällt ihr schwer, so dass die Pfleger daran denken, sie nur noch künstlich zu ernähren. Ich weiss, das mich das Schicksal meiner Familie stärker macht als andere Jugendliche in meinem Alter, und dennoch fühle ich mich oft schwach, besonders wenn ich daran denke, dass ich es nicht schaffe sie öfters zu besuchen. Ich habe das Gefühl mehr darunter zu leiden als sie selber, da sie selber nicht mehr viel von der Aussenwelt mitbekommt. Die Medikamente haben sie verändert, ihr Gedächtnis schwindet so langsam.. Oft fühle ich mich mit meinen Problemen alleine gelassen, da sich niemand in meinen Lage versetzten kann, doch diese Seite hat mir wirklich Mut gemacht und mir gezeigt, das ich nicht alleine bin.
Ich denke, das es wichtig ist, die Krankheit zu akzeptieren, und dass man niemals aufgeben sollte.
Es geht immer weiter, egal was kommt, denn jedes Leben ist lebenswert.
\"Nicht das Beginnen, sondern einzig und alleine das Durchhalten wird belohnt!\"
So, das war meine Geschichte, sie soll Mut machen, und zeigen, das egal wie schwach wir uns fühlen, und egal wie groß die Angst in uns ist, es geht weiter, immer. Céline
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