Jugend und Multiple Sklerose (MS)

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Sonja

14.02.2013, 13:05

Hallo, ich bin Sonja, mittlerweile 22 Jahre aus München.
Ich hab meine Diagnose im September 2010 mit 19 Jahren erhalten. Seitdem habe ich eine relative Medikamenten-Odyssee hinter mir.
Angefangen hatte es aber eigentlich schon 2008, wo ich anscheined meine aller ersten Schub gehabt habe. Damals war es ein Taubheitsgefühl im linken Unterarm, durfte aber damals von meiner Berufschule (Medizinische Fachangestellte wohlgemerkt..) nicht zum Arzt gehen, weshalb das dann ignoriert wurde und ich mich auch nicht mehr darum gekümmert habe.
Da ich seit meinem 12 Lebensjahr schon an Kopfschmerzen/Migräne leide und etliche Neurologen bereits besucht hatte, habe ich mich 2010 dazu entschlossen noch zu einem anderen Neurologen zu gehen, dieser hat mir, wie alle anderen auch gesagt Migräne-Tagebuch führen. Er war aber auch der erste, der ein MRT vom Schädel veranlasst hat um einen Tumor oder sonstige Veränderungen auszuschließen.
Gesagt - getan, ich war beim MRT und dort wurde mir gesagt ich habe Markraumläsionen an einigen Stellen und sollte weiter neurologisch abgeklärt werden. Ich dachte mir nichts und hab das einfach auch beruhen lassen.. Nachdem aber meine Mutter ebenfalls Arzthelferin ist (und ihre Chefin meine Hausärztin ist), haben die sich an dem Wochenende ziemliche Gedanken gemacht während ich fröhlich in Kassel unterwegs war. An dem Montag danach wurde mir gleich gesagt von meiner Mutter: "Wir haben den V. a. MS" .. Juhu.. war erstmal ein fetter Schlag ins Gesicht.. Ich wusste zwar was MS ist, aber ich kannte mich bis dahin nicht so richtig damit aus.. was ich nur wusste, war, dass mein Onkel aus MS hat und es dem auch sehr schlecht ging. Lustigerweise,w enn ich zurück denke, war ich da bereits seit einer Woche wieder in einem neuen Schub: Taubheitsgefühl im linken Unterschenkel. Da ich selbst Arzthelferin bin und bei einem Orthopäden arbeite, haben wir auch dementsprechend Conections zu verschiedenen Ärzten und da arbeiten wir mit 2 Neurologinnen zusammen die echt super sind.. Also 2 Tage später nach dem Verdacht bin ich zur der besagten Neurologin gegangen.. diese haben dann dort gleich eine Lumbalpunktion gemacht (nie wieder! Rückenschmerzen für 6 Wochen gehabt) und am Donnerstag hab ich gleich das Ergebnis bekommen welches positiv war.. Also gleich meine aller erste Cortisonbehandlung mit 1000mg i. v. ... Juuuuhuuu.. das war der Beginn meiner MS.
Danach begannen die psychische Situation... Depressionen habe ich entwickelt.. Meine Familie... ja die hat mich gut unterstützt... waren vorsichtig mit mir, haben mit mir gesprochen, wenn ich reden wollte usw. Das schlimme an der Sache war eigentlich: Depressionen -> Beziehung zu meinem Freund wurde immer schlechter -> meine Eltern haben sich getrennt -> vermutliche Freunde haben einen fallen gelassen, weil man depressiv ist usw ... Suizidgedanken waren da, beinnah auch ausgeführt, letzten Endes hat die Angst vorm Tod gesiegt. Ich habe mich dann auch nach einem Jahr endlich entschlossen Antidepressiva zu nehmen und eine Psychotherapie zu machen, was an sich schwierig war, weil man einfach keinen gescheiten Therapeuten findet... Naja.. Psychotherapie hab ich dann gelassen und weiter auf meine Tabletten geschworen...
Gut.. ich habe angefangen im 02/11 Copaxe zu spritzen, welche ich nicht gut vertragen habe, was mich dann in eine Studie von meiner Neurologin rein gebracht hat für Spritzen die man nur alle 2 Wochen gibt... und ach ja.. Placebo.. Ja.. gebracht hat es mir ncihts außer zwei neue Schübe .. Februar 2012 Sehnerventzündung im rechten Auge und jetzt aktuell im Janur 2013 Kraftverlust mit leichter Spastik im rechten Bein.
Seit 02/13 bin ich umgestiegen auf Avonex und bin momentan relativ zufrieden damit.
Psychisch geht es mir auch besser.. Habe meine Antidepressiva abgesetzt, mich von meinem Freund getrennt (der mich nicht unterstützt hat, weil dieser damit nicht klar gekommen ist), Freunde aussortiert die mich verstehen wenn es mir mal nicht gut geht..
Im allgemeinen ist alles grad in Ordnung! Meine Schübe hauen mich nicht weg psychisch sondern ich habe gelernt mit meiner MS zu leben bzw. mein Leben selbst zu bestimmen.
Mir geht es gut!
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