Jugend und Multiple Sklerose (MS)

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Wissen zu Multipler Sklerose

Antikörper? Autoaggression? Dissemination? Dysmetrie? Ganglienzelle? Puuh! Im Multiple Sklerose-Lexikon findet Ihr Erklärungen zu medizinischen Fachausdrücken.

Achsenzylinder oder auch: Axon:
Das ist der Fortsatz einer Nervenzelle (→ schau mal dort nach). Dieser Fortsatz leitet die Signale der Nervenzellen von einer zur anderen oder zum Beispiel auch zu den Muskeln weiter. Zu seinem Schutz ist er von einer Hülle umgeben, dem Myelin. Dieses Myelin ist bei MS oft beschädigt und so kann der Nerv die Signale nicht mehr richtig weiter leiten.

ADEM (Akute demyelinisierenden Enzephalomyelitis):
Das ist eine Erkrankung, die wie ein (zumeist schwerer) erster Schub einer MS verläuft, der sich im weiteren Verlauf aber nicht wiederholt.

Ätiologie:
Die Lehre von den Krankheitsursachen – sie erklärt, wodurch die Krankheit entsteht.

Akut:
Von einer akuten Erkrankung spricht man, wenn sie plötzlich beginnt, meist heftig verläuft aber von kürzerer Dauer ist. Gegensatz: chronisch (→ schau mal dort nach).

Allergie:
Das ist eine veränderte Reaktionsweise des Organismus. Es handelt sich um eine Überempfindlichkeitsreaktion gegenüber bestimmten Fremdkörpern oder Stoffen wie Samenpollen, Tierhaare, Chemikalien, Nahrungsmittel und vieles mehr, die zum Beispiel zur Erkrankung der Haut (Pickel, Jucken oder Rötungen) oder der Atemwege (Asthma, Heuschnupfen) führen können.

Anästhesie:
Das ist das Herstellen von völliger Unempfindlichkeit gegenüber Schmerz- und Berührungsreizen. Das wird zum Beispiel in Form einer Narkose bei Operationen gemacht.

Analgetikum:
Ein Analgetikum ist ein schmerzstillendes oder -linderndes Medikament; eine Schmerztablette zum Einnehmen oder eine Flüssigkeit, die mittels Spritze verabreicht wird.

Anamnese:
Das ist die Vorgeschichte einer Krankheit. Wenn man zum Arzt geht, fragt er nach Dingen, die mit der Krankheit zusammenhängen könnten und auch nach früheren Erkrankungen. Für den Arzt ist das wichtig, damit er vielleicht herausbekommen kann, wie die Krankheit entstanden ist.

Antigen:
So bezeichnet man einen (für den eigenen Körper fremden) Eiweißstoff, der eine Reaktion des Immunsystems auslöst wie zum Beispiel bei einer Allergie (→ schau mal dort nach). Auch Bakterien oder Viren tragen Antigene auf ihrer Oberfläche. Der Körper erkennt diese als "fremd" und reagiert mit Immunzellen (Lymphozyten; weiße Blutkörperchen) und Abwehrstoffen (Antikörper), um das eingedrungene Antigen zu bekämpfen. Gut ist, dass der Körper sich an einmal eingedrungene Antigene erinnern kann und diese, wenn sie ein weiteres Mal erscheinen, dann sofort wieder bekämpfen kann. Deshalb bekommt man zum Beispiel viele Kinderkrankheiten nur einmal (Immunität →  schau mal dort nach).

Antikörper:
Das sind Abwehrstoffe, die vom Körper gebildet werden, wenn fremde Eindringlinge (z.B. Bakterien oder Viren) in den Körper gelangen. So bekämpft der Körper zum Beispiel Infektionskrankheiten wie eine Grippe oder auch die Kinderkrankheiten.
Wenn sich Antikörper gegen körpereigene Zellen bzw. Gewebe richten, werden sie auch als Autoantikörper bezeichnet.

Antispastikum (Mehrzahl.: Antispastika):
So bezeichnet man ein Medikament zur Behandlung der Spastik (→ schau mal dort nach).

Arterie:
Das ist eine Schlagader – ein Blutgefäß, in dem das Blut vom Herzen in die einzelnen Körperteile fließt. Liegt die Arterie direkt unter der Haut, kann man dort den Herzschlag (Puls) spüren – zum Beispiel innen am Handgelenk oder auch am Hals.

Ataxie:
So bezeichnet man eine Störung des Zusammenspiels der Muskeln, wodurch das Zustandekommen einer richtigen Bewegung gestört ist. Zum Beispiel beim Laufen müssen viele Muskeln zusammenspielen, damit ein Schritt gemacht werden kann. MS-Kranke laufen deshalb manchmal breitbeinig, schwankend und unsicher (wie betrunken, auch wenn sie es nicht sind!) oder können nicht richtig stehen. Dadurch besteht die Gefahr, dass sie hinfallen.

Augenhintergrund:
Das ist der rückwärtige, innere Teil des Augapfels. Dort legen die für das Sehen zuständigen Nervenzellen.

Autogenes Training:
So nennt man bestimmte, genau festgelegte Übungen zur Entspannung. Damit kann erreicht werden, dass man ruhiger wird und zum Beispiel besser schlafen kann oder Stress abbaut. Mit dieser Methode lassen sich aber auch Muskelverspannungen, das oft bei MS auftretende Zittern, Spastiken oder Kopfschmerzen beeinflussen. Autogenes Training kann man in speziellen Kursen lernen und dann auch zu Hause durchführen.

Autoimmunerkrankung:
Das ist eine Erkrankung, die durch eine fehlgesteuerte Reaktion des Immunsystems (→ sieh mal dort nach) verursacht wird. Es richtet sich dabei mit seiner Abwehrreaktion gegen den eigenen Körper.

Axon:
schau mal beim "Achsenzylinder" nach.

Azathioprin:
Hier handelt es sich um einen Wirkstoff, ein Medikament, das bei MS eingesetzt werden kann. Es unterdrückt Immunreaktionen, die auch gegen das eigene Körpergewebe gerichtet sind.


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