DMSG - Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Bundesverband e.V.

DMSG ExpertenforenNeues aus der MS-Therapieforschung · Antikörper - Therapieversagen



Hinweis: Diese Diskussion wurde geschlossen. Auf Beiträge kann nicht mehr geantwortet werden.

Verfasser Beitrag
(nike) 05.02.2003, 14:37
Guten Tag, Hr.Dr. Rieckmann,
während eineinhalb Jahren Copaxone hatte ich langsam immer mehr Schübe ( von 2 auf 4). Jetzt also Wechsel auf Rebif, einige Wochen Rebif 22, dann wegen des 4. Schubes ein Wechsel auf Rebif 44.
Zwei Fragen: 1. ich habe fast keine Nebenwirkungen, es soll eine Studie geben, nach der das eher dafür spricht, daß die Medikation bei diesen Patienten nicht anspricht.
2. Ist ein Antikörper-Test möglich, um die Wirksamkeit vor Ablauf von wieder eineinhalb Jahren zu klären ?

Sowohl mein ambulanter Neurologe wie der Neuro im Krankenhaus meinen, ich müßte wohl bald Mitoxantron kriegen - aber erst soll es mit Rebif probiert werden. Dies Abwarten immer bis zum nächsten Schub ist auch ohne dies hart genug ...
Experte P. Rieckmann 05.02.2003, 23:28
Ihrer Schilderung nach ist die MS in einem sehr aktiven Stadium. Die vorgenommene Umstellung von Copaxone auf Rebif ist bei Schubzunahme innerhalb eines Jahres nachvollziehbar. Wenn unter der Hochdosis mit 3x44 µg Rebif keine/wenig Nebenwirkungen auftreten, ist das kein schlechtes Zeichen. es gibt keine ausreichende Evidenz, die besagt, daß bei geringer Nebenwirkung von Interferon auch die Wirkung gering sein muß. Daher spricht prinzipiell derzeit nichts gegen eine Fortführung der Therapie. Ein Antikörper-Test ist für die Therapiekontrolle nicht etabliert, da die einmalige Bestimmung keine eindeutigen prädiktiven Aussagen erlaubt. Generell ist es bei hoher Krankheitsaktivität wichtig, häufiger neurologische Kontrolluntersuchung​en (mind. alle 3 Monate) durchzuführen, um auch leichtere Veränderungen frühzeitig festzustellen. Sollten sich hierbei Veränderungen zeigen, so ist gemäß den Empfehlungen der MSTKG im Verlauf der Therapie auch die Durchführung einer Kernspintomographie sinnvoll. Hierbei bekommt man Aufschlüße über die subklinische Krankheitsaktivität.​ In jedem Fall ist es wichtig, das Vorgehen und auch die daraus folgenden Konsequenzen (ggf. Therapieumstellung auf Mitoxantron) vorab mit Ihrem Neurologen zu besprechen.