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DMSG ExpertenforenNeues aus der MS-Therapieforschung · Mitoxantron ab wann?



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Verfasser Beitrag
(Tanja) 06.02.2003, 17:40
Guten Tag Hr.Prof.Rieckmann!

Ich habe eine Frage wg. Mitoxantron. Habe MS seit 8 Jahren, schubförmigen Verlauf EDSS 2,5 zurzeit, habe Betaferon u. Avonex gespritzt, leider keine Wirkung, nur Nebenwirkungen. Nun bin ich bei Immunglobulinen seit 1 1/2 Jahren, vetrage keine subcutanen Medikamente wg. Hautnekrosen. Mein MRT ist zwar sehr gut ausgefallen die 5 cm Läsion in der HWS ging auf 3mm zurück u. alte wurden auch kleiner, nur ein kl. Neuer Herd hinzugekommen. Neuro meint das ich auf die Therapie sehr gut anspreche. Man hört aber immer wieder wg. Mitoxantron man sollte es nicht zuspät zu nehmen solang man noch was retten kann. Meine Neuro will es mir aber noch nicht geben, ab wann ist es sinnvoll, ich will es nicht zuspät nehmen, könnte es schlechter auch werden unter Mitoxantron? Meine Neuro meint bei dieser EDSS kann u. will Sie es mir noch nicht verordnen, ich hatte im Vorjahr einen sehr schweren Schub wo die 5cm Läsion daran schuld wahr. Soll ich noch warten? od. so früh wie möglich zu Mitoxantron greifen, od. erst wenn man in den progredienten Verlauf übergeht, ich hab Angst u. will nichts falsch machen.
Ich wäre Ihnen sehr verbunden wenn Sie mir Ihre Meinung schildern könnten, ich möchte keinen Fehler begehen bevor es mir ganz schlecht geht.

Vielen Dank für Ihre Antwort.
Liebe Grüße
Christa
Experte P. Rieckmann 06.02.2003, 23:29
Mitoxantron sollte bei Versagen der Basistherapie (Beta-Interferone, Copaxone oder in Ihrem Fall IVIG) eingesetzt werden. Als Therapieversagen wird eine gleichbleibende oder zunehmende Schubzahl (Vergleich zum Jahr von Therapiebeginn) oder aber eine schleichende Progression über ein Jahr (gemessen an der EDSS (kennt Ihr Neurologe)) angesehen.
Wie Sie es schildern, scheint es jetzt unter IVIG stabil zu sein. In dem Fall besteht keine Indikation, das therapeutische Procedere zu wechseln.