DMSG - Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Bundesverband e.V.

DMSG ExpertenforenNeues aus der MS-Therapieforschung · Immunglobuline



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Verfasser Beitrag
(Karola) 07.02.2003, 13:59
Lieber Herr Prof. Rieckmann,

erst einmal danke für Ihre interessanten Beiträge.
Ich habe aber auch noch eine Frage: es gibt ja immer wieder Probleme, Immunglobulin (weiter) zu bekommen weil es nicht für MS zugelassen ist. Es heisst, daß es nicht genügend Studien für die Wirksamkeit gibt. Stimmt das? Sind da weitere Studien am laufen? Erfolgversprechend? Wann kann evtl. mit einer Zulassung vom Immunglobulin für MS rechnen?

Vielen dank
Karola
(Babsi) 07.02.2003, 21:47
Sehr geehrter Herr Prof. Rieckmann,

ich bin sehr verunsichert, was die Sache mit den Immunglobuline betrifft. Ich hatte vor 2 Jahren nach einer Totgeburt einen Schub, bei dem ich vorübergehend einseitig blind war. Diese Symtome haben sich bis auf 5 % wieder gebessert. Also sehe ich fast so gut wie zuvor. Nun habe ich einen erneuten "Minischub" mit Kribbelparestesien und Störungen der Feinmotorik an den Händen. Es besteht Kinderwunsch. Darüber hinaus wurde auch schon eine Major Depression diagnostiziert. Würden Sie zum derzeitigen Zeitpunkt eine Therapie mit Immunglobulinen befürworten? Mit welchen Nebenwirkungen wäre zu rechnen? Sind Immunglobuline gut verträglich?
Vielen Dank
(Babsi) 07.02.2003, 21:59
Ich habe gerade festgestellt, dass ich noch ergänzen sollte, dass ich derzeit den 2. nachgewiesenen Schub habe und 39 Jahre alt bin.

Vielen Dank
Babsi
Experte P. Rieckmann 08.02.2003, 21:45
Die Immunglobulintherapi​e ist in der Regel gut verträglich. Ihre Wirksamkeit bei der schubförmigen MS wurde bisher in einer größeren Untersuchung ohne kernspintomographisc​he Kontrollen nachgewiesen. Weitere kleinere Studien mit unterschiedlichen Präparaten und Dosierungen folgten. Derzeit läuft eine weitere Studie zur Frage der Dosis-Wirkungsbezieh​ung. Die Daten werden nicht vor 2 Jahren zu erhalten sein. Also muß weiter abgewartet werden. In begründeten Fällen bei nachgewiesener Unverträglichkeit der Basistherapeutika der können IVIG im Rahmen eines therapeutischen Heilversuches eingesetzt werden. Es ist dann sinnvoll, das vorher mit der KV abzuklären (v.a. geplante Therapiedauer).
Experte P. Rieckmann 08.02.2003, 21:50
Bitte haben Sie Verständnis, daß über das Internet eine individuelle Therapieempfehlung nicht abgegeben werden kann. Generell sollte aber vor Aufnahme der immunmodualtorischen​ Therapie - auch nach einem "Mini"-Schub - neben der genauen klinischen, auch eine elektrophysiologisch​e und eine kernspintomographisc​he Untersuchung erfolgen, um das Ausmaß der subklinischen Krankheitsaktivität festlegen zu können. Danach kann eine bessere Festlegung des therapeutischen Vorgehens in Absprache mit Ihrem Neurologen erreicht werden.