DMSG - Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Bundesverband e.V.

DMSG ExpertenforenNeues aus der MS-Therapieforschung · Minocyclin/Frampridine/Impfstoff



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Verfasser Beitrag
(Bauer) 09.02.2003, 15:09
Sehr geehrter Herr Prof. Rieckmann,
wie bewerten Sie die Therapiemöglichkeite​n der MS mit folgenden Medikamenten:
Frampridine (4-Aminopyridin - Kaliumkanalblocker),​
Minocyclin (Tetracylin)
Impfstoff gegen MS der am Technion-Institut in Haifa entdeckt wurde?
Vielen Dank für Ihre Antwort im Voraus!
Experte P. Rieckmann 09.02.2003, 22:33
Frampridine kann zur kurzfristigen, Stunden anhaltenden Besserung einiger Symptome eingesetzt werden und stellt in manchen Fällen eine wichtige symptomatische Therapie dar. Die therapeutische Breite ist eingeschränkt, daher muß bei der Anwendung sehr auf ein langsames Einschleichen geachtet werden. Es können sonst Nebenwirkungen bis hin zu epileptischen Anfällen aufteten.
Minocyclin: Dieses Tetrazyklin ist ein potenter Immunmodulator und wirkt überzeugend in der EAE. Jetzt werden 2 Studien mit dem Präparat in den USA bei schubförmiger MS durchgeführt. Die Ergebnisse müssen abgewartet werden, um den Stellenwert für die MS-Therapie beurteilen zu können.
Ob die antibiotische Wirkung der Substanz eine Rolle spielt, ist bisher nicht abzuleiten.
Impfstoffe, wie auch der neu beschriebene aus Haifa sind in ihrer Einschränkung sher beschränkt, da sie natürlich voraussetzen, daß ein bestimmtes Antigen im Erkrankungsprozeß verantwortlich gemacht werden kann; das ist ja bei der MS immer noch nicht festzumachen, so daß wir weitere Untersuchungen mit diesem neuen Therapie-Regime abwarten müssen.