DMSG - Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Bundesverband e.V.

DMSG ExpertenforenNeues aus der MS-Therapieforschung · Azathioprin



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Verfasser Beitrag
(Toni) 09.02.2003, 20:26
Hallo

Ich habe vor kurzem Azathioprin verschrieben bekommen, weil ich bei den Interferonspritzen immer starke Schmerzen bei der Verabreichung hatte. Hatte danach dann auch wieder einen "kleinen" Schub. In der Packungsbeilage steht, dass bei der Einnahme von diesem Wirkstoff ein erhöhtes Krebsrisiko, vor allem Haut- und Lymphdrüsenkrebs besteht, allerdings mit der Einschränkung, dass das meistens bei Transplantatpatiente​n auftritt. Ich mache mir trotzdem ein wenig Sorgen, da meine Mutter an Hautkrebs erkrankt war und ich mir denke, dass dadurch ohnehin schon ein erhöhtes Risiko besteht. Jetzt möchte ich wissen, ob es deswegen vielleicht nicht so ratsam ist dieses Medikament zu nehmen.
Zu Mitoxantron hat mein Arzt mir gesagt, dass es eigentlich nur Patienten mit fortgeschrittener MS verordnet wird. Aber wäre das nicht vielleicht noch eine Alternative für mich?
Hat vielleicht noch jemand anderes Erfahrungen mit Azathioprin bezüglich Nebenwirkungen oder Ähnlichem?

viele Grüße
Experte P. Rieckmann 09.02.2003, 22:49
In einer größeren französischen Untersuchung konnte gezeigt werden, daß das Risiko von MS Patienten unter Azathioprin an Krebs zu erkranken innerhalb der ersten 10 Jahre der Therapie nicht signifikant erhöht ist. Daher ist bei Stabilität der MS Erkrankung eine Fortführung der Therapie mit Azathioprin unter regelmäßiger Kontrolle der Leberwerte und des Blutbildes sinnvoll.
Mitoxantron sollte erst bei Versagen der Basistherapie eingesetzt werden (s. Diskussionsbeiträge vom 6./7.2.)
(Toni) 09.02.2003, 23:30
Hallo Herr Dr. Rieckmann

Jetzt bin ich beruhigt. Danke