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DMSG ExpertenforenPathogenese der MS - wie entsteht die Erkrankung? · Herpes-Viren und Verlauf der MS



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Verfasser Beitrag
(Stefan) 10.08.2005, 11:56
Hallo Herr Prof. Gold,

ich hatte vor 4 Jahren meinen ersten und bisher einzigen Schub, bei dem es bei mir in den Füssen und Händen gekribbelt hat. Ist ohne Kortison wieder verschwunden und seitdem nichts mehr.

Damals wurden im Liquor keine Herpes-Viren nachgewiesen. Neulich wurde mein Blut noch auf HSV 1+2 untersucht, ebenfalls beides negativ. Ich habe also keine Herpes-Viren in meinem Körper.

Würden Sie sagen, dass dies ein Vorteil für den weiteren Verlauf ist und vielleicht auch zu meinem bisher milden Verlauf beigetragen hat?

Grüße,
Stefan
Experte r.gold 10.08.2005, 14:43
generell ist es so, daß fehlende Herpesreaktivität im Liquor, und besser noch fehlende oligoklonale Banden günstige prognost. Parameter sind.

das stammt alles aus Zeit vor Immuntherapie - heute kann man den natürlichen Verlauf sicher vielfältig modifizieren
(Rienschen) 10.08.2005, 17:49
Hallo,
geht man denn mitlerweile doch davon aus, dass bei MS eine vorherige Herpesinfektion im Spiel gewesen sein könnte??? Ich hatte nämlich ca. drei Jahre vor der Diagnose eine Herpesinfektion am Rücken, von der nie geklärt werden konnte woher sie stammt. Und die ersten drei Schübe begannen mit Gefühlsstörungen und starken Schmerzen genau an dieser Stelle.
Und was soll das heißen: " und besser noch fehlende oligoklonale Banden günstige prognost. Parameter sind. das stammt alles aus Zeit vor Immuntherapie - heute kann man den natürlichen Verlauf sicher vielfältig modifizieren Beitrag zitieren" - das verstehe ich nicht so ganz.
Danke
Rienschen
Experte r.gold 10.08.2005, 19:23
in irgendeiner Weise setzt sich das Immunsystem bei MS auch mit Herpesviren auseinander - muß nicht direkt infektion heißen, kann auch latent sein.

Klartext Liquor: die alten Daten, aus der Zeit vor Interferon etc, sprechen für besser Prognose wenn keine Banden im Liquor (bei 3-5 % der MS Patienten).

aber heute kann man ja behandeln !
(Karin) 10.08.2005, 21:35
Ich hatte keine Banden im liquor und mir geht es nach 15 Jahren MS noch sehr gut. Ich habe eine gesicherte Diagnose, da ich in den ersten Jahren viele Schübe hatte und das MRT auch viel Herde zeigt. Mein Liquor wurde aber nur einmal untersucht. Jetzt bin ich noch ein wenig mehr beruhigt. Das hatte ich noch nie gehört. Es macht mir aber Hoffnung, dass meine MS so gutartig bleibt.
Danke schön :-)

LG Karin
Experte r.gold 10.08.2005, 21:37
schön, trotzdem sollten Sie regelmäßig (auch ohne Therapie ) Kontrolluntersuchung​en durchführen lassen, hoffe daß es weiter so bleibt.

PS: keiner weiß warum 3-5% der MS Pat keine Banden im Liquor haben
(Rieschen) 11.08.2005, 08:25
bei mir war es damals auch so. Ich habe meine Diagnose 99 bekommen und das Liquor war einwandfrei. Seitdem ist keine neue Lubalpunktion gemacht worden. Also entnehme ich ihren Worten das das für eine bessere Prognose gilt. Oder irre ich mich.
Danke
Rieschen
(r.gold) 11.08.2005, 14:48
ich würde üblicherweise eine zweitpunktion nach etwa einem jahr vorschlagen, bevor ich von liquor-negativer MS sprechen würde. Dann gelten meine Aussagen.

das ist ein empirischer Erfahrungswert wann Zweitpunktion sinnvoll ist