DMSG - Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Bundesverband e.V.

DMSG ExpertenforenMultiple Sklerose und Schwerbehinderung · Antragstellung auf Schwerbehinderung



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Verfasser Beitrag
(Sonja W.) 16.01.2009, 09:47
Sehr geehrte Frau Moldenhauer,
ist der Antrag auf Schwerbehinderung grundsätzlich bei der zuständigen
Gemeinde des Ortes, in dem man wohnt zustellen?
Manchmal gibt es Gründe, das man diesen lieber dort stellen möchte,
wo man anonym ist. Danke für Ihre Antwort.
Experte Marianne Moldenhauer, RAin 16.01.2009, 11:42
Sehr geehrte Frau W.,

zunächst vielen Dank für Ihre Frage, die sicherlich andere MS-Betroffene mit Ihnen teilen.

Zunächst ein einführender Hinweis:

Die für den Wohnort zuständige Außenstelle des Landesamtes für Soziales, Jugend und Familie stellt auf Antrag den Grad der Behinderung (GdB) fest. Sie erteilt hierüber einen Feststellungsbeschei​d, in dem der GdB und die einzelnen Funktionsbeeinträcht​igungen angegeben werden, und zwar auch dann, wenn der festgestellte GdB weniger als 50, aber mindestens 20 beträgt.
Eine solche Feststellung wird nicht getroffen, wenn die MdE bereits in einem Rentenbescheid oder einer entsprechenden Verwaltungs- oder Gerichtsentscheidung​ (z.B. im Bescheid einer Berufsgenossenschaft​ oder eines Versorgungsamts bzw. einer Außenstelle) festgestellt worden ist, es sei denn, Sie machen ein sonstiges Interesse an einer anderweitigen Feststellung geltend.
Beträgt die im Bescheid oder in einer entsprechenden Verwaltungs- oder Gerichtsentscheidung​ anderweitig festgestellte MdE mindestens 50 v.H., stellt die Außenstelle einen Ausweis über die Eigenschaft als schwerbehinderter Mensch und die Höhe des GdB aus.

Sie, liebe Frau W., haben nun mehrere Möglichkeiten der Antragstellung:

1.) Sie können den Antragsvordruck (Erst- oder Folgeantrag) bei der für Ihren Wohnort zuständigen Außenstelle des Niedersächsischen Landesamtes für Soziales, Jugend und Familie schriftlich oder fernmündlich anfordern, ausfüllen und (mit Ihren Anlagen) zurücksenden.

2.) Sie können das entsprechende Antragsformular auch downloaden, ausdrucken, handschriftlich ausfüllen und an die für Ihren Wohnort zuständige Außenstelle des Niedersächsischen Landesamtes für Soziales, Jugend und Familie senden.

3.) Schließlich haben aber auch die Möglichkeit, Ihren Antrag auf elektronischem Weg (online) zu stellen.
Ihre Daten werden verschlüsselt an die für Ihren Wohnort zuständige Außenstelle des Niedersächsischen Landesamtes für Soziales, Jugend und Familie übermittelt.
Die Verschlüsselung sichert Ihre Angaben bei der Übertragung vor einem unbefugten Zugriff Dritter.

WICHTIG: Adressat Ihres Antrages ist nicht die Gemeinde. Vorsicht!

Sie brauchen wirklich keine Angst zu haben. Der Adressat Ihres Antrages, also auch dessen Sachbearbeiter, ist zur Verschwiegenheit verpflichtet.

Herzliche Grüße

Marianne Moldenhauer, RAin