DMSG - Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Bundesverband e.V.

DMSG ExpertenforenMultiple Sklerose und Schwerbehinderung · Wann kann ich einen Antrag auf Schwerbehinderung stellen?



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Verfasser Beitrag
(Katrin) 20.01.2009, 18:41
Sehr geehrte Frau Moldenhauer,

ich wurde vor 15 Jahren mit MS diagnostiziert und hatte seither mehrere Schübe. Ich habe glücklicherweise bisher nur eher geringe "Resterscheinungen" wie z.B. schnellerer gesamter Ermüdung und Ermüdung der Beine, was aber nicht so offentsichtlich ist. Mir wurde schon von verschiedenen Stellen angeraten, da ich ja MS habe, doch einen Antrag auf Schwerbehinderung zu stellen, worauf ich mir das Formular besorgt habe. Nun wird im Formular nach den Funktionsbeeinträcht​igungen gefragt und ich weiß nicht ob diese "geringen" Merkmale ausreichend genug sind? Sollte auch die psychischen Belastung dieser Krankheit einbezogen werden?

Vielen Dank

Katrin
Experte Marianne Moldenhauer, RAin 20.01.2009, 19:04
Hallo, liebe Katrin,

zunächst müssen Sie wissen, dass allein die Diagnose MS noch nicht zur Feststellung eines Grades der Behinderung oder Erteilung eines Schwerbehindertenaus​weises führt.

Ich empfehle Ihnen, sich hierzu meine erste Antwort zum Diskussionsthema:

"Stufen der zu erhaltenden Schwerbehinderungsgr​ade"

in diesem Forum anzusehen.

Damit Ihr Antrag erfolgreich sein kann, sollte sich aus den Befundberichten der Sie behandelnden (Fach-)Ärzte in Ihrem Fall ergeben, dass und wenn ja, welche MS-bedingte Funktionsbeeinträcht​igungen bei Ihnen fortbestehen.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass ich von hier aus nicht beurteilen kann, ob die bei Ihnen gegebenen Störungen bereits ausreichen. Dies gilt auch in Bezug auf die psychische Belastung. Hat diese bereits Krankheitswert erlangt? Stehen Sie bereits in therapeutischer Behandlung? Nehmen Sie Psychopharmaka? -

Ich empfehle Ihnen, sich diesbezüglich einmal mit dem behandelnden (Fach-)Arzt zu unterhalten, der ohnehin so frühzeitig wie nur möglich durch Sie von Ihrer Absicht, einen Antrag auf Anerkennung als schwerbehinderter Mensch zu stellen, unterrichtet sein sollte.

Herzliche Grüße

Marianne Moldenhauer, RAin