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Das DMSG-Forum · Alternatives Kortison

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Verfasser Beitrag
(Lilly) 14.08.2010, 15:32
Hallo,

wer kennt Dexamethason in Tablettenform als Schubtherapie alternativ zu den üblichen Infusionen mit Urbason oder Prednisolon?

Wenn ja, welche Dosis ist zu empfehlen.

Habe meinen Neurologen gefragt, der hat es noch nie verschrieben und kann mir zur Wirkungsweise nichts sagen.

Danke

Gruss
Lilly
(snowwizard) 14.08.2010, 15:38
Kenn ich, ich nehm nix anderes mehr .. Dexamethason ist meiner Erfahrung nach viel verträglicher als Prednisolon oder Methylprednisolon und hält auch länger vor.

Es ist außerdem viel besser Liquorgängig und benötigt daher äquivalent viel geringere Dosierungen.

Aber es ist trotzdem Kortison, also nicht denken, es geht spurlos vorbe9i, aber ich nehm nix anderes mehr.

4-5 Tabletten = 32mg - 40mg reichen für ne Schubtherapie pro Tag völlig aus. 4-5Tage lang, nicht ausschleichen, mit was auch?!?
(Babs) 14.08.2010, 15:40
Hallo Lilly,

leider kennen sich viele Neuros selber nicht aus.

Hier kannst du etwas über die Wirkstärke nachlesen:

http://de.wikipedia.​org/wiki/Glucocortic​oide

LG

Babs
(link) 14.08.2010, 15:40
(Ralf) 14.08.2010, 15:59
Hallo Lilly,

ich nehme seit Jahren nichts anderes mehr. Dexamethason vertrage ich viel besser als Decortin und Urbason. Außerdem spare ich mir den Stress mit den Infusionen. Ich musste meinen Neuro auch erst überreden. Die meisten Neuros haben keinen Schimmer von den verschiedenen Cortisonsorten, sie behandeln nach Schema F mit Infusionen, und womöglich dann noch mit dem gefürchteten Ausschleichen, das so viele Folgeschäden hervorruft. Altgediente MS'ler, die viele Stoßtherapien mit Ausschleichen hinter sich haben, leiden an Star und Hüftkopfnekrosen. Nicht so doll.

Die Standarddosis bei Dexamethason oral ist 5 Tage lang 40 mg, möglichst frühmorgens. Ich komme mit weniger aus, nehme 3 Tage lang 32 mg, am 4. Tag 24 und am 5. Tag 16 mg. Magenschutz dazu nicht vergessen. Blutzucker und Augeninnendruck gelegentlich kontrollieren lassen. Nicht abschrecken lassen, wenn der Neuro sagt, "Dexamethason ist nicht mehr state of the art." Ist es schon, und wird auch angewendet, scheint aber mehr ein Geheimtipp zu sein:
http://www.dmsg.de/.​..gorie=forum&tnr=36​&mnr=21286

Viel Erfolg damit!
Gruß Ralf
(Lilly) 14.08.2010, 20:57
Vielen Dank für Eure Infos!!

Werde meinen Neurologen entsprechend "aufklären" und hoffe, dass er mir das nächste Mal auch dieses Kortison verschreibt.

Schon der Gedanke, dass man während eines Schubes nicht jeden Morgen los zur Praxis muss, ist mir angenehm. Habe zur Zeit mindestens drei davon jährlich.

LG
Lilly

40 Jahre---10 Jahre dabei
(C.) 15.08.2010, 13:18
Hi Lilliy,

habe bisher mehrfach Infusionen bekommen und vor Weihnachten das erste Mal in Tablettenform, jedes Mal (außer bei Erstdiagnose im Krankenhaus) über bzw. bei meinem Hausarzt. Den Leitlinien o. wie die Richtlinien heißen entspricht das nicht.
Anläßchlich eines anstehende Urlaubes fragte ich meinen Neuro nach Urlaubstabletten-für​ den Fall das im Urlaub was kommt. Hielt er nicht für sinnvoll, von einem Neuro früher habe ich es bekommen, mein Hausarzt gab mir aktuell ebenfalls wie selbstverständlich ein entsprechendes Rezept und Dosierungsanleitung mit.

Mein Hausarzt hat mir vor Weihnachten erklärt, dass aufgrund es Aufbaus/der Zusammensetzung die mg-Zahl in Tablettenform und in Insfusionsanwendung unterschiedlich sind. "Hochgerechnet" bekam ich id ersten Tagen 100mg.
Nebenwirkungen hatte ich trotzdem, genau wie in der kürzlich zurückliegenden Infusiontherapie. Habe pers. den Eindruck, je öfter ich über die Jahre C. bekomme, umso schlechter vertrag ich's.

Also Magenschutz auf jeden Fall, ggf. auch Schlafmedikation, sollte dich das C. ebenfalls "aufputschen"...

Fagr mal deinen Hausarzt, vielleicht ist es bei ihm leichter. Lebensnäher-bzw. praktischer, denn das sind die Tabletten im Vergleich zu Infusionen auf jeden Fall.

C.
(Nadine) 15.08.2010, 13:23
Hallo Lilly!

Habe die Tablettenform auch schon probiert. Komme nicht gut damit klar. Ich persönlich vertrage die Infusionen ausgezeichnet. Die Tabletten gar nicht. Total nervös und depressiv. Das geht mir mit den Infusionen gar nicht so. Damit gehts mir super.

LG, Nadine
(snowwizard) 15.08.2010, 17:10
Es geht aber eigentlich nicht um Tabletten, sondern um den unterschied Dexamethason gegen Prednisolon!! Wenn ihr Prednisolon oder Urbason in Tablettenform bekommt, dann könnt Ihr auch gleich infudieren. Das ist magenschonender!

Aber Dexamethason ist viel stärker und benötigt viel geringere Dosen und es ist viel liquorgängiger und dehalb braucht man nochmals weniger. 1000mg in Tablettenform?!? Na schönen Gruss anden Magen.

Dexamethason ist was ganz anderes als Urbason/Prednisolon in Tablettenform!!! Letzteres ist echt Quatsch! Dexamethason gibt es halt nur in max. 8mg Tabletten oder zum i. M. Spritzen und das ist echt kein Spass!
(Ralf) 15.08.2010, 20:17
Man hat bei diesem Thema manchmal das Gefühl, man müsste eine Wand davon überzeugen, dass die Erde keine Scheibe ist. Alle Hilfen zum Erkenntnisgewinn prallen davon ab. Und Neuros, für die ein Cortison wie das andere ist, sind auch nicht selten. Ich habe bei meinem jahrelang Überzeugungsarbeit leisten müssen, ehe ich ihn dazu bewegen konnte, mir Dexamethason 8 mg-Tabletten zu verschreiben.

Cortisone sind Hormone, sie wirken ALLE systemisch und es ist eigentlich egal, ob man sie als Tabletten schluckt, als Infusion bekommt oder in den Arsch geblasen!

Es gibt aber Cortisone, die mineralokortikoide Nebenwirkungen haben, und solche, die sie nicht haben, und dadurch sind sie unterschiedlich verträglich!

1 mg Dexamethason wirkt so stark wie 7,5 mg Prednisolon, und die Halbwertszeit ist viermal so lang, und es hat nicht die scheußlichen mineralokortikoiden Nebenwirkungen vom Prednisolon! Und die Wirkung hängt nicht davon ab, ob man es frisst oder sich in die Vene spritzen lässt, sondern von der Sorte! Ihr würdet doch auch nicht behaupten, Wein = Wein.

Da ich kein Fixer bin, müsste ich für eine i.v. Injektion zum Arzt, darum fresse ich den Stoff lieber! Und, nein, ich kriege kein Zeilenhonorar von der Pharma, denn Dexamethason gibt es seit 1961, und seit zig Jahren in zig Generika, da ist nichts mehr dran verdient!

Gruß Ralf
(snowwizard) 15.08.2010, 22:32
Meine Rede .. gut geschrieben!

Nochmal zum zusammenfassen: Dexamethason wirkt stärker, ist besser Schrankengängig, hat eine höhere Halbwertszeit, bringt den Mineralienhaushalt nicht so stark durcheinander (bessere Verträglichkeit bei der Kaliumregulierung -> daher weniger Herzrasen!) und es gibt es nur in Tablettenform zu max. 8mg oder zum i. M. Spritzen (was ich persönlich daneben finde - ich bin auch kein Fixer :-) )

Ansonsten ist es ein systemisch wirkendes Hormon, wie das körpereigene Cortisol auch! Ob man es verträgt oder nicht, muss jeder für sich selber testen, aber die Vorteile sind da und jeder, den ich kenne, der es versucht hat, nimmt keine Infusionen mit Prednisolon mehr :-)

- Wie Cortisol und jedes andere Kortikoid dämpft es die Melatoninausschüttun​g, das Schlafhormon (Cortisol wird von Körper selbst um ca. 4:00 Uhr produziert um langsam die Aufwachphase einzuleiten - daher kommen auch die Schlafstörungen unter Kortison).
- Kortison dämpft die Immunreaktionen und beendet einen Körpereigenen Abwehrprozess gegen Erreger (daher die Entzündungshemmende Wirkung!).
- Es lagert Wasser ein, warum auch immer - keine Ahnung.
- Es greift die Haut an und reduziert deren Dicke
- Es erhöht den Augeninnendruck - auf lange Sicht schlecht für die Netzhaut (extrem blöd!)
- Es reduziert die Kalziumregulierung, die zum Aufbau und Reparatur der Knochen wichtig ist - daher gibts bei Dauermedikation im Organismus auf lange Siche schlecht Knochen (Osteoporosegefahr!)​

=> Das gilt für alle systemisch wirkenden Steroide, egal wie sie heißen .. Einzige Ausnahme TCA intrathekal (eigene Erfahrung!)
(snowwizard) 15.08.2010, 22:47
- uups, hatte ich in der Liste noch vergessen:
Kortison greift die Großgelenge an, vorzugsweise:
- Hüfte (Gelenksnegrosen - echt kein Spass!)
- Schulter (Schmerzen bei Dehnung wie beim Butterflytraining)
- Knie
- Ellenbogen

Man sollte also Vorsichtig mit dem Einsatz sein und Dexamethason ist ein Schritt in die richtige Richtung.
Allgemein nur so wenig nehmen, wie benötigt! Aber auch keine Angst davor, eine gut gemachte Stoßtherapie sollte keine Langzeitschäden hervorbringen .. aber eine Dauertherapie geht nur mit TCA im ZNS direkt!
(Ralf) 16.08.2010, 13:39
Hallo snowwizard,

hier was Lustiges für dich:
http://www.ms-forum-​weihe.de/...entry.ph​p?id=45534
Wer bist du, du zwielichtiger Mensch? Warum machst du dem armen Herrn Weihe Angst?

Gruß Ralf