DMSG - Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Bundesverband e.V.

1849

1849

Friedrich von Frerichs beschreibt die Schlüsselmerkmale der MS

Die klinische Geschichte der MS beginnt mit dem deutschen Internisten Friedrich Theodor von Frerichs (1819-1885), der in Göttingen arbeitete und die Schlüsselmerkmale der Krankheit
identifizierte.

Cruveilhier hatte zwar eine MS-Krankengeschichte dokumentiert - aber von der Krankheit hatte man zehn Jahre später wenig mehr Kenntnis als den pathologischen Befund. Das änderte sich 1849, als Friedrich von Frerichs seine Arbeit "Über Hirnsclerose" veröffentlichte. Darin berichtet er erstmals über charakteristische Merkmale der MS wie vorübergehende Besserungsphasen und nennt Nystagmus – Augenzittern – als körperliches Symptom. Frerichs erkannte als erster, dass sich die Erkrankung auf kognitive Funktionen des Gehirns auswirken kann - "psychische Störungen höheren Grades … fast regelmäßig" - und lieferte damit einen bedeutenden Beitrag zur Erforschung der MS.
Die fachliche Anerkennnung blieb ihm zunächst verwehrt. Frerichs Diagnose Hirnsclerose blieb umstritten, bis 1856 sein Schüler Wilhelm Valentiner den pathologisch-anatomischen Befund der inzwischen verstorbenen Patientin veröffentlichte und die klinische Diagnose seines Lehrers "durch das Obductionsergebnis so glänzend bestätigt fand".

Letzte Aktualisierung: 14.11.2017 18:10