DMSG - Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Bundesverband e.V.

1884

1884

Löst eine Infektion MS aus?

Pierre Marie stellt die These auf, dass eine Infektion die MS auslöst: Eines Tages werde der Erreger sicher identifi ziert, behauptet er. Ein Verdacht, den schon Charcot hegte, und dem MS-Forscher bis heute nachgehen.
Zahlreiche Viren wurden in Zusammenhang mit MS gebracht, darunter Masern. Im Zentrum der Studien steht heute das Epstein- Barr-Virus.

Pierre Marie, Charcots bester Schüler und sein Nachfolger als
Neurologe am Salpêtrière-Krankenhaus, widmete sein Arbeitsleben der MS. Louis Pasteurs Erkenntrnisse über Mikroorganismen regten ihn an, von einer Ursache "infektiöser Natur" auszugehen.
In den 1930er Jahren erhielt seine Infektionstheorie neue Nahrung: Histologische Befunde zeigten, dass zahlreiche Virusinfektionen zu Veränderungen im Zentralen Nervensystem führen. Mehrere Viren, darunter Masern, wurden als MS-Verursacher verdächtigt.
Auch heute geht die Wissenschaft von einem infektiösen
Element bei MS aus. Im Zentrum des Interesses steht
das Epstein-Barr-Virus, bekannt als Auslöser des Pfeiffer‘schen
Drüsenfiebers.

Das Epstein-Barr- Virus (oben) steht im Verdacht, an der Entstehung der Multiplen Sklerose beteiligt zu sein. Es ist Gegenstand mehrerer aktueller Studien.

Außer Verdacht ist inzwischen das HI-Virus (unten): Kontrollierte
Studien haben gezeigt, dass es in keiner Beziehung zur Multiplen Sklerose steht.

Letzte Aktualisierung: 14.11.2017 18:10