DMSG - Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Bundesverband e.V.

1906

1906

Gift – eine Theorie, die lange nachwirkt

Otto Marburg

Otto Marburg (1874-1948) leitete jahrelang das Neurologische Institut der Universität Wien. 1906 beschrieb er eine aggressive Form der MS, die nach ihm benannt ist. Marburg war überzeugt, dass eine Vergiftung das Myelin zerstört.

Die Gift-Theorie blieb über Jahrzehnte in der Diskussion. Mit Ernst Baasch, einem Schweizer Arzt, erhielt sie 1966 neue Popularität - er verdächtigte das Amalgam in Zahnfüllungen: Das darin enthaltene Quecksilber sollte die MS auslösen – eine These,
die inzwischen widerlegt ist. Sie führte aber dazu, dass zahlreiche Amalgam-Füllungen durch Quecksilber-freies Material
ersetzt wurden.
Marburg war der erste, der auf die Möglichkeit einer Remyelinisierung hinwies: Angesichts von Nervenfasern mit sehr dünner Myelinhülle leitete er daraus die Frage ab, ob es sich um einen noch nicht abgeschlossenen Myelin-Abbau oder aber um einen beginnenden Wiederaufbau der Schutzhülle handele.

Letzte Aktualisierung: 14.11.2017 18:10