DMSG - Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Bundesverband e.V.

1972

1972

Diagnose ohne Eingriff

Eine neue Diagnose kommt ohne körperlichen Eingriff aus: die visuell evozierten Potenziale. Dabei wird die bei MS drastisch verringerte Leitgeschwindigkeit der Sehnerven gemessen.

Ian McDonald

Bereits 1944 hatte Derek Denny-Brown (1901-1981) entdeckt, dass eine beschädigte Nervenfaser elektrische Impulse nicht mehr an den entsprechenden Muskel weiterleiten kann. Daraus folgte die Erkenntnis, dass die beschädigte Myelinhülle einer Nervenfaser die Weiterleitung eines Impulses behindert. Ian McDonald und Martin Halliday setzten darauf basierend erstmals visuell evozierte Potenziale (VEP) zur MS-Diagnostik ein, um die Leit- und Funktionsfähigkeit von Sehnerv und Sehbahn zu dokumentieren.
Dabei werden die Augen durch ein Schachbrettmuster, das seine Farben wechselt, stimuliert. Es wird gemessen, wie lange es dauert, bis das Gehirn auf den Reiz reagiert. Bei MS verringert sich die Leitgeschwindigkeit drastisch – als ob ein ICE zum Bummelzug würde.

Visuell und anders evozierte Potenziale (MEP, motorisch evozierte Potentiale, und SSEP, somatosensibel evozierte Potentiale) sind auch heute Bestandteil der MS-Diagnostik.

Letzte Aktualisierung: 14.11.2017 18:10