DMSG - Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Bundesverband e.V.

MS Behandeln: Verlaufsmodifizierende Therapie – Sekundär progrediente MS (SPMS)

Eigenschaft:
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Vergleichstabelle

NameWirkstoffIndikationWirkweise
Interferon-beta-1a
Avonex™, Rebif®, Plegridy™ (Peginterferon beta-1a)
Beta-Interferone sind Botenstoffe, die natürlich im Körper vorkommen und auf verschiedene Weise regulierend ins Immunsystem eingreifen. Für therapeutische Zwecke wird IFN-beta-1a biotechnologisch hergestellt. IFN-beta-1a unterscheidet sich von IFN-beta-1b durch Zuckerreste, die ihm – wie bei der natürlichen Substanz – anhaften. Peginterferon beta-1a zeichnet sich durch die sogenannte PEGylierung aus – eine chemische Verbindung mit Polyethylenglykol (PEG), die dazu führt, dass der Wirkstoff eine Art „Schutzhülle“ erhält und somit länger im Körper verbleiben kann. IFN-beta-1a ist sowohl für Patienten mit einer schubförmigen MS als auch für solche mit einem sog. klinisch isolierten Syndrom (CIS) und einem hohen Risiko, eine klinisch gesicherte MS zu entwickeln, zugelassen. Bei der RR-MS wird es für die milde/moderate Verlaufsform empfohlen.
Der Wirkstoff IFN-beta-1a ist mit dem Präparat Rebif® auch beim sekundär progredienten Krankheitsverlauf (SPMS) zugelassen, wenn die Patienten noch klinische Schübe erfahren.
Peginterferon beta-1a ist nur für Patienten mit schubförmig-remittierender MS zugelassen.
Beta-Interferone greifen modulierend ins (fehlgesteuerte) Immunsystem ein. Sie tragen zum Schließen der Blut-Hirn-Schranke bei und hemmen Entzündungsprozesse.
Interferon-beta-1b
Betaferon®, Extavia®.
Beta-Interferone sind Botenstoffe, die natürlich im Körper vorkommen und auf verschiedene Weise regulierend ins Immunsystem eingreifen. Für therapeutische Zwecke wird IFN-beta-1b gentechnisch hergestellt. IFN-beta-1b besitzt im Gegensatz zu IFN-beta-1a keine anhaftenden Zuckerreste.Beide Präparate sind vom Wirkstoff her identisch. IFN-beta-1b ist sowohl für Patienten mit schubförmiger MS als auch für solche mit einem sog. klinisch isolierten Syndrom (CIS) und einem hohen Risiko, eine klinisch gesicherte MS zu entwickeln, zugelassen. Bei der RR-MS wird es für die milde/moderate Verlaufsform empfohlen. IFN-beta-1b ist auch bei dem sekundär progredientem Krankheitsverlauf (SPMS) zugelassen, wenn die Patienten noch klinische Schübe erfahren.Beta-Interferone greifen modulierend ins (fehlgesteuerte) Immunsystem ein. Sie tragen zum Schließen der Blut-Hirn-Schranke bei und hemmen Entzündungsprozesse.
Mitoxantron
Novantron®, Ralenova®.
Mitoxantron ist ein starkes Zytostatikum – es hemmt das Zellwachstum und unterdrückt bestimmte Zellen des Immunsystems. Mitoxantron kann als Medikament zur verlaufsmodifizierenden Therapie bei schubförmig remittierender MS (RRMS) mit (hoch-) aktivem Verlauf und bei Patienten mit sekundär chronisch progredienter MS (SPMS) eingesetzt werden, wenn die Wirkstoffe der 1. Wahl versagt haben oder eine Unverträglichkeit vorliegt. Zur Auswahl der Therapie mit Mitoxantron sind EDSS-Werte zu berücksichtigen. Mitoxantron hemmt und tötet Immunzellen. Die Substanz kann Schübe um bis zu 60% reduzieren.
(Cyclophosphamid)
Endoxan®.
Cyclophosphamid ist ein sehr starkes Zytostatikum – es hemmt das Zellwachstum und unterdrückt bestimmte Zellen des Immunsystems. Cyclophosphamid ist für die Therapie der MS nicht zugelassen. Es kann bei Einzelfällen im Sinne eines individuellen Heilversuchs zur Therapie einer besonders schweren schubförmig remittierenden MS (RRMS) mit (hoch-) aktivem Verlauf als Mittel der 2. Wahl eingesetzt werden, wenn alle anderen verlaufsmodifizierenden Therapien ausgeschöpft worden sind oder nicht eingesetzt werden können. In Einzelfällen kann eine Therapie mit Cyclophosphamid auch bei der sekundär chronisch progredientern MS (SPMS) erwogen werden.Cyclophosphamid unterdrückt das Immunsystem. Das Medikament kann möglicherweise den Verlauf der Krankheit stabilisieren. Die Studienlage zu Cyclophoshamid bei MS ist bisher eher dünn.