DMSG - Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Bundesverband e.V.

Dimethylfumarat (Fumarsäure)

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Wirkstoff

Fumarsäure ist der Trivialname einer in der Natur vorkommenden organisch-chemischen Substanz. Fumarsäure kommt in größeren Mengen in verschiedenen Pflanzen, Pilzen und Flechten vor. Ihren Namen erhielt sie vom Gewöhnlichen Erdrauch (Fumaria officinalis), der größere Mengen der Säure enthält.Dimethylfumarat (DMF) ist ein neue chemische Verbindung, ein sogenannter Ester, der Fumarsäure.

Handelsname

Tecfidera®.

Indikation

DMF ist für die Therapie der schubförmigen MS zugelassen und wird bei der milden/moderaten Verlaufsform empfohlen.

Verabreichungsform

Patienten nehmen DMF zweimal täglich als Hartkapsel mit 240 mg Wirkstoff ein.

Wirkweise

DMF bewirkt eine Umprogrammierung verschiedener Immunzellen und wirkt somit immunmodulatorisch. Darüber hinaus entgiftet es schädigende freie Radikale und Stickoxide und regt schützende Stoffwechselwege in den Zellen an. Wie bei einer „Firewall“ werden so die Nervenzellen vor diesen entzündlichen Botenstoffen geschützt. Im Gegensatz zu vergleichbaren Wirkstoffen ist DMF bei hoher Wirksamkeit besonders sicher. DMF reduziert die jährliche Schubrate, das Fortschreiten des Behinderungsgrades sowie die Anzahl von Hirnläsionen im MRT.

Nicht geeignet bei/für

Personen unter 18 Jahren, Schwangerschaft, Stillzeit, Überempfindlichkeit/Allergie gegen den Wirkstoff, schweren Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes, schweren Leberfunktions- und Nierenerkrankungen, chronischen Infektionskrankheiten (HIV, Hepatitis B und C).

Nebenwirkungen

Magen-Darm-Beschwerden und „Flush“ (Hautrötung), der nach der Einnahme auftreten und mit z.B. ASS (Aspirin) behandelt werden kann. In der Regel werden diese Nebenwirkungen innerhalb von 4 Wochen nach Ersteinnahme weniger oder verschwinden völlig. Es kann vorübergehend zu leicht erhöhten Leberwerten kommen, selten kommt es zu einer relevanten Abnahme von weißen Blutkörperchen.

Wissenswertes

Leiter der Zulassungsstudien zu DMF (in der Studie noch BG12 genannt) waren Prof. Dr. med. Ralf Gold, Vorstandsmitglied im Ärztlichen Beirat des DMSG-Bundesverbandes und Dr. Robert Fox. Es ist abzusehen, dass basierend auf den bisherigen wissenschaftlichen Untersuchungen, DMF auch bei anderen Verlaufsformen der MS – dem sekundär-chronisch progredienten Verlauf und eventuell auch dem primär-chronisch progredienten Verlauf – ein hohes Potential hat. Hierzu sind aber weitere Studien bei diesen Verlaufsformen notwendig die wahrscheinlich Ende 2014 beginnen werden.

Glossar: Ester
Organische Verbindung aus der Vereinigung von Säure mit Alkoholen unter Abspaltung von Wasser.



Letzte Aktualisierung: 13.09.2017