DMSG - Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Bundesverband e.V.

Daclizumab

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Wirkstoff

Daclizumab ist ein humanisierter, monoklonaler Antikörper (anti-CD25, IgG1)

Handelsname

Zinbryta®

Indikation

Daclizumab ist für die Behandlung der schubförmigen MS bei Erwachsenen zugelassen.

Verabreichungsform

Patienten injizieren sich Daclizumab in einer 150 mg Lösung per Fertigspritze einmal monatlich selbst unter die Haut (subkutan).

Wirkweise

Daclizumab richtet sich gegen eine spezifische Untereinheit des Interleukin-2-Rezeptors, das sogenannte Oberflächenprotein CD25 auf aktivierten T-Zellen, und wirkt somit immunmodulatorisch. Die Bindung an CD25 dämmt offenbar das Wachstum autoreaktiver T-Zellen, einem Hauptverursacher der Entzündungen im zentralen Nervensystem von Menschen mit MS. Deren zentraler Wachstumsfaktor Interleukin-2 steht dann sogenannten „natürlichen Killerzellen“ zur Verfügung, denen eine Schlüsselrolle bei der Krankheitsregulation zugeschrieben wird. Mit Daclizumab erhöht sich die Anzahl dieser natürlichen Killerzellen. Dabei zeigt sich keine generelle Reduktion anderer Immunzellen, insbesondere keine Immununterdrückung.

Nicht geeignet bei/für

Personen unter 18 Jahren, bereits bestehenden Lebererkrankungen oder verschlechterten Leberwerten, autoimmunvermittelten Beschwerden der Leber wie Autoimmunhepatitis oder einer Überempfindlichkeit/Allergie gegen den Wirkstoff.

Nebenwirkungen

Verschiedene, teils schwerwiegende Leberprobleme, schwere Hautreaktionen (auch unabhängig von der Injektionsstelle), Lungenentzündungen, Infektionen (Nasen-Rachen-Raum, obere Luftwege, Harntrakt), gastrointestinale Probleme und Depressionen. Bei den seltenen Leber-und Hautstörungen liegt offensichtlich eine Überaktitivät dieser natürlichen Killerzellen vor.

Wissenswertes

Daclizumab ist in Europa bei schubförmiger MS zugelassen, also mit breiter Indikation. Die deutliche Wirküberlegenheit gegenüber Interferon-ß legt nahe, dass dieses Medikament eher einen Platz bei Versagen der Ersttherapie finden wird. Aufgrund möglicher Leberschädigungen durch Daclizumab müssen beim Patienten regelmäßig die Leberwerte geprüft werden: Vor Beginn der Therapie, einmal monatlich während der Therapie sowie für mindestens vier Monate nach Absetzen.



Letzte Aktualisierung: 13.09.2017