DMSG - Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Bundesverband e.V.

Azathioprin

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Wirkstoff

Azathioprin ist ein schwaches Zytostatikum – es hemmt das Zellwachstum beziehungsweise die Zellteilung – und gehört damit in die Klasse der das Immunsystem unterdrückenden Immunsuppressiva.

Handelsname

u.a. Imurek®.

Indikation

Das Medikament ist angezeigt bei schubförmig remittierender MS (RRMS) mit milder/moderater Verlaufsform. Es wird als Reservepräparat eingesetzt, wenn eine verlaufsmodifizierende Therapie empfohlen und eine Therapie mit anderen Substanzen nicht möglich ist oder unter einer bisherigen Therapie mit Azathioprin ein stabiler Verlauf erreicht wurde.

Verabreichungsform

Tabletten, die zwei- bis dreimal täglich eingenommen werden.

Wirkweise

Azathioprin unterdrückt die Immunabwehr, indem es das Zellwachstum hemmt – auch das Wachstum der für die Auslösung der MS wichtigen T- und B-Lymphozyten. In Studien wurde ein deutlicher Einfluss von Azathioprin auf die Schubrate und auf das Fortschreiten der Erkrankung beim schubförmigen Verlauf belegt. Allerdings erfüllen diese Studien nicht – im Gegensatz zu den Studien mit anderen Immuntherapien – die modernen, hohen Anforderungen.

Nicht geeignet bei/für

Personen unter 18 Jahren, schwerwiegenden Leber- oder Nierenfunktionsstörungen, schweren Infektionen wie Tuberkulose, schwerer Schädigung des Knochenmarks, Entzündungen der Bauchspeicheldrüse, Schwangerschaft und Stillzeit. Azathioprin sollte von männlichen als auch von weiblichen Patienten sechs Monate vor der Zeugung eines Kindes abgesetzt werden.

Nebenwirkungen

Erhöhte Anfälligkeit für Infekte, Schwindel, Übelkeit.



Letzte Aktualisierung: 13.09.2017