DMSG - Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Bundesverband e.V.

Behandlungen auf biologischer Basis

Behandlungen auf biologischer Basis

Weihrauch (Boswellia)

Weihrauch (wirksame Substanz: Boswellia-Säuren), ein Medikament der indischen Naturheilkunde, hat entzündungshemmende Wirkungen und wird bei einer Reihe von Entzündungskrankheiten angewandt. Gute Ergebnisse wurden zum Beispiel bei entzündlichen Darmerkrankungen und rheumatoider Arthritis erzielt. Über den Nutzen des Weihrauchs bei MS gibt es keine Studien.

Grüner Tee

Ob Grüner Tee eine Therapie-Option bei MS ist, wird zurzeit (2010) in mehreren Studien überprüft. Einer der Inhaltsstoffe, die Substanz Epigallocatechin-Gallat (EGCG, ein Naturstoff aus der Gruppe der so genannten Flavonoide), bremst offenbar den chronischen Entzündungsprozess im Zentralen Nervensystem und schützt die Nervenzellen. Mit den Ergebnissen der klinischen Untersuchungen ist jedoch erst in einigen Jahren zu rechnen.

Beim gegenwärtigen Stand der Forschung zu therapeutischen Wirkungen von Grünem Tee und seinen Inhaltsstoffen muss dringend von einer unkontrollierten Selbstmedikation mit frei verkäuflichen Grüner-Tee-Extrakten abgeraten werden. Zu den im Handel oder über das Internet beziehbaren Präparaten liegen keine gesicherten Erkenntnisse bezüglich ihrer Unbedenklichkeit (zum Beispiel in toxikologischer Hinsicht) vor. Es gibt keine Daten zu einer möglichen Dosis-Wirkungs-Beziehung. Das Nebenwirkungsprofil ist weitgehend unbekannt und mögliche Wechselwirkungen mit anderen eingenommenen Medikamenten sind unklar.

Ernährung

Es gibt keine wissenschaftlich untermauerte „MS-Diät“. Der allgemeine Trend zu einer ausgewogenen Ernährung entspricht der optimalen Ernährung für MS-Kranke. Das bedeutet eine abwechslungsreiche Kost. Sie sollte viel frisches Gemüse, Salat und Obst, Fisch und ungesättigte Fettsäuren, aber weniger Fleisch und Fett enthalten.

Mangelernährung, Überernährung und unregelmäßiges Essen sind allgemein gesundheitsschädlich. Bei MS können sie einen ungünstigen Verlauf der Krankheit fördern.

Ausreichend und regelmäßig zu trinken – zwei Liter täglich – ist wesentlich für MS-Kranke, sofern nicht andere Grunderkrankungen dagegen sprechen. Bei Harnwegsentzündungen ist die erhöhte Flüssigkeitszufuhr eine der wirksamsten therapeutischen Maßnahmen.

Vitamin D

In mehreren Studien wurde und wird der Zusammenhang zwischen dem Vitamin-D-Spiegel im Blut und MS untersucht. Erste Ergebnisse lassen vermuten, dass das Vitamin die Schubrate verringern könnte. Dies ist jedoch noch nicht gesichert; ein aussagekräftiges Ergebnis wird erst in einigen Jahren vorliegen können.

Vitamin D bildet der Körper unter Einwirkung von Sonnenlicht selbst; im Sommer reichen dafür täglich einige Minuten.

Vor einer unkontrollierten Aufnahme von Vitamin-D-Präparaten muss gewarnt werden. Zu hohe Mengen können zu Gesundheitsschäden führen – dies trifft zum Beispiel auf einige Nierenkrankheiten zu. Frauen mit Kinderwunsch sollten ebenfalls keine großen Mengen Vitamin D nehmen.

Letzte Aktualisierung: 14.11.2017 18:10