DMSG - Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Bundesverband e.V.

Symptome

MS verstehen - Symptome

Wie fällt Betroffenen MS häufig zum ersten Mal auf? Kann man MS hören? Was hat ein Kribbeln im Fuß mit MS zu tun? Antworten auf diese und mehr Fragen zur Symptomatik der Multiplen Sklerose finden Sie im folgenden Kapitel.

Sehstörungen

Multiple Sklerose greift häufig die Sehnerven an. Rund eine Million Nervenfasern sind in ihnen gebündelt. Wird die Myelinschicht hier beschädigt oder zerstört, kann das zu diversen Beschwerden führen:

  • Verlust an Sehschärfe
  • eingeschränktes Farbensehen
  • Schmerzen bei Blickbewegungen
  • (vorübergehende) Blindheit

Sehstörungen werden von vielen Betroffenen als erstes Symptom geschildert.

Koordinationsprobleme

MS betrifft häufig das Kleinhirn. Es koordiniert Bewegungsabläufe und sorgt dafür, dass Muskeln angespannt und wieder entspannt werden. Das Kleinhirn empfängt und verarbeitet über seine rund 200 Millionen Nervenfasern eine gewaltige Menge an Informationen und ist für entsprechend viele unterschiedliche Funktionen zuständig. Dazu zählen

  • Die Zielmotorik: ist sie gestört, kann sich das z.B. darin äußern, dass Betroffene Probleme haben, mit dem Finger auf die Nasenspitze zu zielen.
  • Das Gleichgewicht: bei MS kann es zu einem unsicheren, schwankenden Gang kommen - die so genannte 'Gangataxie'.
  • Die Sprache: sie kann bei MS-Erkrankten abgehackt und verwaschen klingen.

Der schwankende Gang bei MS wird manchmal als Trunkenheit fehl interpretiert - in Wahrheit handelt es sich dabei aber um die Gangataxie.

Muskelschwäche und Lähmungen

V.l.n.r.: Sehstörungen, Koordinationsprobleme, Muskelschwäche
und Lähmungen.

Ein weiteres häufig vorkommendes MS-Symptom ist die Muskelschwäche zum Beispiel an Armen oder Beinen. Befehle aus dem ZNS kommen nicht mehr oder nur im verminderten Maße bei den Muskeln an.

Der Verlust der Muskelkraft kann bis zu Lähmungserscheinungen führen und im Verlauf der Erkrankung Gehhilfen erforderlich machen. Oft sind die betroffenen Muskeln steif und verkrampft (spastisch), was auch mit Schmerzen verbunden sein kann.

Missempfindungen

Das Gehirn schickt nicht nur Befehle an Organe und Muskeln, es ist auch für den Empfang von Signalen aus der Umwelt zuständig.

Multiple Sklerose kann den Empfang und die Weiterleitung von Reizen wie Schmerz, Kälte und Wärme stören. Füße, die sich wie taub anfühlen oder kribbeln, sind eine dieser Sensibilitätsstörungen.

Fatigue

MS-Erkrankte leiden oft unter starker Müdigkeit, der für die Krankheit typischen Fatigue.

Das liegt daran, dass ihr Gehirn für das gleiche Ergebnis weit mehr arbeiten muss als das Gehirn eines gesunden Menschen. Weil bei der Multiplen Sklerose Nervenleitungen an vielen verschiedenen Punkten des Netzwerks beschädigt sind, müssen sich die Impulse lange Umwege suchen. Das kostet Kraft und erschöpft.

Harndrang und Libido-Verlust

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V.l.n.r.: Missempfindungen, Fatigue, Harndrang und Libido-Verlust.

Auch die Funktion der Blase ist bei Multipler Sklerose oft betroffen. Mit dem Fortschreiten der Erkrankung können Erkrankte das Gefühl haben, ständig die Toilette aufsuchen zu müssen.

Im Verlauf der Erkrankung kommt es außerdem gehäuft zu Störungen der Sexualfunktion wie Impotenz oder ein vermindertes Lustgefühl.