DMSG - Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Bundesverband e.V.

Auszeichnung für 30 Jahre vorbildliches Engagement für Menschen mit Multipler Sklerose und Angehörige

In Anerkennung ihrer besonderen Verdienste ist Dorothea Pitschnau-Michel, M.A., Bundesgeschäftsführerin der Deutschen Multiplen Sklerose Gesellschaft (DMSG) e.V.und Vorsitzende des Verbandsrats des Paritätischen Wohlfahrtsverbands Niedersachsen e.V.das Verdienstkreuz 1.Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen worden.

"Das Verdienstkreuz erster Klasse ist eine sehr seltene Auszeichnung für absolut herausragendes Engagement für das Allgemeinwohl und zugleich ein Dankeschön der Bundesrepublik Deutschland im Namen von Bundespräsident Joachim Gauck für ganz besondere Leistungen, die für die Gemeinschaft erbracht worden sind", betonte Regionspräsident Hauke Jagau während der festlichen Verleihung im Haus der Region Hannover.
Die Erfolge und die Vielfalt der Arbeit von Dorothea Pitschnau-Michel in den vergangenen drei Jahrzehnten habe den Weg bereitet für eine Verbesserung der Zukunftsperspektiven für MS-Erkrankte. So seien unter ihrer Regie national und international Strukturen geschaffen worden, die eine effektivere Hilfe für Menschen mit MS und deren Angehörige ermöglichen.

Mehr Lebensqualität für MS-Erkrankte - weltweit

"In den letzten 30 Jahren ist viel passiert. Den Menschen, die an MS erkrankt sind, und ihren Familien geht es heute deutlich besser", verwies der Regionspräsident in seiner Laudatio auf Fortschritte und Meilensteine des von Dorothea Pitschnau-Michel initiierten beispielgebenden Wirkens der DMSG zugunsten einer Verbesserung der Lebensqualität von MS-Erkrankten auf vielen Ebenen - durch Information, in der Politik, in der Selbsthilfe oder im Kampf um Forschungsmittel und den Zugang zu therapeutischer Versorgung und Rehabilitation.

Unermüdlicher Motor der Interessenvertretung für MS-Erkrankte

Den Grundstein legte Dorothea Pitschnau-Michel 1984 als sie nach ihrem Magisterstudium der Soziologie, Volkswirtschaft und Psychologie zur Geschäftsführerin des DMSG-Landesverbandes Niedersachsen berufen wurde. 1993 wechselte sie als Geschäftsführerin zum DMSG-Bundesverband. Seit 2002 ist sie gleichzeitig Geschäftsführerin der Multiple Sklerose Forschungs- und Projektentwicklungs gGmbH, einer DMSG-Tochter. Mit Beharrlichkeit, Ideenreichtum und Weitblick entwickelte sie die DMSG zu einer der größten und modernsten Patientenorganisationen in Deutschland, die auch international höchstes Ansehen genießt und längst zum Vorbild geworden ist. Nicht zuletzt Dank des von Dorothea Pitschnau-Michel ins Leben gerufenen MS-Barometers können heute Unterschiede und Missstände in der Lebenssituation von MS-Erkrankten in aller Welt öffentlich sichtbar gemacht und Entscheidungsträger in den jeweiligen Ländern zum Handeln aufgefordert werden.

Deutschland als Vorreiter im Kampf für die Rechte von MS-Erkrankten

"Es ist kein Geheimnis, dass Deutschland im MS-Barometer immer auf einem der ersten Plätze landete, wenn es um den Vergleich der Lebensqualität von MS-Erkrankten in den 34 europäischen Ländern ging", brachte John Golding, Präsident der European Multiple Sclerosis Platform (EMSP) aus Oslo, in seiner Dankesrede im Namen der europäischen und weltweiten Dachverbände, aber auch als MS-Betroffener, seine Hochachtung zum Ausdruck für das unermüdliche Wirken von Dorothea Pitschnau-Michel und allen Mitarbeitern der DMSG in Bundesverband und den Landesverbänden: "Ich bin mir sicher, dass sich Millionen von Menschen mit MS und ihre Angehörigen in der ganzen Welt dieser Gratulation und dem Dank anschließen."

Von Forschungsprojekten bis zum Welt MS Tag

Zu ihren beruflichen Leistungen, zu denen u.a. die Initiierung zahlreicher Forschungsprojekte zählen, darunter das Deutsche MS-Register, kommt ein umfangreicher, erfolgreicher ehrenamtlicher Einsatz zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen MS-Erkrankter. So ist Dorothea Pitschnau-Michel seit 1993 stellvertretende Vorsitzende der Deutschen Multiple Sklerose Stiftung. 1998 wurde sie in den Vorstand der EMSP gewählt, war von 2002 bis 2006 stellvertretende Vorsitzende und anschließend bis 2010 Präsidentin der EMSP. Hier galt ihr Einsatz der Implementierung des Code of Good Practice, einem politischen Instrument, das sicherstellen soll, dass MS-Erkrankte in ganz Europa gleichberechtigt Zugang zur bestmöglichen medizinischen Versorgung erhalten. Auch die Einrichtung eines Europäischen MS-Registers nach deutschem Vorbild gehört zu ihren Verdiensten. Seit 2005 ist sie Vorstandmitglied der Multiple Sclerosis International Federation (MSIF) und hat dort maßgeblich die Einrichtung des seit 2009 installierten Welt MS Tages vorangetrieben.

"Die DMSG ist super aufgestellt"

Hauptsächlich durch die, national wie international, effektive Arbeit von Dorothea Pitschnau-Michel ist Deutschland international führend bei der Organisation internationaler Zusammenkünfte von Experten im Bereich MS. Sie hat das Ansehen der Bundesrepublik in den verschiedenen MS - Institutionen in Europa erheblich gefördert. "Die DMSG ist super aufgestellt", würdigte der Vorsitzende des DMSG-Bundesverbandes, Justizminister a.D. Harald Schliemann, auch die Leistungen von Dorothea Pitschnau-Michel auf Bundesebene. Ebenso selten wie die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes sei die Tatsache, dass ihr diese Ehre noch während ihrer aktiven Berufstätigkeit zuteil werde, hoffe er auf eine Fortsetzung der erfolgreichen Zusammenarbeit: "Ich wünsche mir, dass Sie uns weiterhin als Bundesgeschäftsführerin zur Verfügung stehen."

Vorbild für ehrenamtliches Engagement

Für Thomas Prinz, Bürgermeister ihrer Heimatstadt Laatzen, ist Dorothea Pitschnau-Michel nicht nur ein Hoffnungsanker für MS-Erkrankte und deren Familien, sondern auch ein Vorbild für alle Menschen, um schneller den Weg in ein Ehrenamt zu finden.

So wie für Regionspräsident Hauke Jagau, der nach eigenen Worten erst ein oder zweimal während seiner Amtszeit die Ehre gehabt habe, diese hohe Ehrung im Haus der Region zu überreichen, war es auch für den Bürgermeister ein ganz besonderer Anlass, einer seiner Mitbürgerinnen zu ihrer außergewöhnlichen Lebensleistung zu gratulieren.

"Wir sind Verdienstkreuz"

Die große Anzahl der Lobreden und Gratulanten wertete Kurt Spannig, stellvertretender Verbandsratsvorsitzender des Paritätischen Wohlfahrtsverband Niedersachsen e.V. als ein Zeichen der hohen Bedeutung dieser Ehrung für Dorothea Pitschnau-Michel, die auch im Paritätischen auf ehrenamtlicher Basis sehr aktiv ist. 1988 wurde sie in den Vorstand des Fachbereiches Selbsthilfe im Gesundheitswesen gewählt, seit 1992 ist sie Vorsitzende und Sprecherin dieses Gremiums. 1996 wurde sie Verbandsratsmitglied und ist seit 2012 Verbandsratsvorsitzende. 2013 berief der Stiftungsrat Transpari-Bürgerstiftung im Paritätischen Wohlfahrtsverband Niedersachsen sie zur Vorsitzenden. "Wir sind Verdienstkreuz", sei der Paritätische stolz darauf, Teil der Aktivitäten von Dorothea Pitschnau-Michel zu sein und auch in zukunft gemeinsam daran zu arbeiten, die Lebensverhältnisse und Rahmenbedingungen der Betroffenen zu verbessern.

Vorschlag durch den Ehrenpräsidenten: "Sie werden gebraucht!"

Das über Jahrzehnte geleistete ehrenamtliche Engagement findet mit der Verleihung des Verdienstkreuzes 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland die ihr gebührende Würdigung, verdeutlichte Gottfried Milde, Staatsminister a.D. und Ehrenpräsident des DMSG Bundesverbands e.V. seine Motivation, warum er Dorothea Pitschnau-Michel für diese besondere Auszeichnung des Bundespräsidialamtes vorgeschlagen habe: "Die Verleihung ist Ausdruck der Anerkennung und soll zugleich Ansporn sein, in Ihrem Engagement für die Verbesserung der Lebensqualität von MS-Erkrankten weiterzumachen: "Sie werden gebraucht!"

Dorothea Pitschnau-Michel zeigte sich gerührt von den Lobreden und nutzte zum Abschluss des offiziellen Teils die Gelegenheit, sich bei all ihren Unterstützern, Mitarbeitern, Kollegen in den DMSG-Landesverbänden, den Vorständen und auf internationaler Ebene, ihren Weggefährten im Paritätischen und vor allem ihrer Familie zu bedanken.

- 24.03.2014