DMSG - Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Bundesverband e.V.

Podcast zum Thema "Kinaesthetics bei MS"

Die Kinaesthetics-Trainerin Petra Kümmel zeigt in diesem DMSG-Video, wie die Lehre von der Bewegungswahrnehmung den Alltag mit Multiple Sklerose für Erkrankte und Pflegende erleichtern kann und wie dieses "Bewegungswissen" in der Praxis ressourcenfördernde und schonende Unterstützung ermöglicht.

Wie bewege ich mich richtig? Mit dieser Frage beschäftigt sich Kinaesthetics. Der Begriff Kinaesthetics hat seinen Ursprung im Griechischen: kinesis (Bewegung) und aisthesis (Empfindung). Das Ziel von Kinaesthetics ist es, Bewegungsunterstützung so zu gestalten, dass die Bewegungskompetenz des Patienten erhalten bleibt. Verlorene Fähigkeiten können wieder aufgebaut, die Selbstständigkeit des Patienten gefördert werden. Pflegende erhalten durch die kinästhetischen Konzepte die Möglichkeit, ihre Bewegungsabläufe zu analysieren und ihre Ressourcen gezielt einzusetzen.

Pflegebedürftige Menschen benötigen Unterstützung, um ihr Körpergewicht gegenüber der Schwerkraft kontrollieren zu können. Hilfestellung soll ihre aktive Bewegungsfähigkeit fördern und den Kranken nicht zum passiven Objekt einer Pflegemaßnahme machen. Dabei hat jeder sein eigenes Tempo, seine eigene Mühe, etwa beim Aufstehen.

Im DMSG-Video zeigt Kinaesthetics-Trainerin Petra Kümmel anhand eines Beispiels, was zu beachten ist, wenn einem anderen Menschen aus einem Stuhl hochgeholfen werden soll.
Zwei Körper, zwei Ausgangspositionen, zwei Geschwindigkeiten sind zu synchronisieren, der Abstand zueinander muss stimmen, aber auch das Tempo. Sonst drohen Kollisionen oder die Sache gestaltet sich auf Dauer sehr kräfteraubend und kann bis zum Burnout von Pflegenden führen. Kinaesthetics ist ein kreatives Handlungskonzept, das hilft, nicht in ungünstige Verhaltensmuster zurückzufallen. Wer sich die Kinästhetik des eigenen Körpers bewusst macht, kann eine Menge gewinnen, verdeutlicht Petra Kümmel.

- 15.08.2012