DMSG - Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Bundesverband e.V.

Der Vorverkauf läuft: NeuroOrchester gibt am 26. September Benefizkonzert in Stuttgart

Nach einem begeisternden Benefizkonzert des Deutschen NeuroOrchesters für die MS-Forschung der DMSG im vergangenen Jahr erfüllt sich nun der Wunsch nach einer Wiederholung: Am 26. September ab 18:30 Uhr erwartet die Zuhörer im Stuttgarter Kultur- & Kongresszentrum Liederhalle ein Klassikprogramm mit dem Bach-Doppelkonzert für Violine, Oboe und Orchester d-Moll rekonstruiert nach BWV 1060 und von Mendelssohn die Sinfonie Nr. 4 A-Dur op. 90 "Italienische". Der Vorverkauf für das Konzert läuft!

"Nach einem erfolgreichen Konzert 2019 in Berlin freut sich das NeuroOrchester darauf, erneut für Spenden für die unabhängige Forschung im Bereich der Multiplen Sklerose zu spielen und ist dankbar für die großartige Zusammenarbeit mit Hertie, DMSG und AMSEL sowie der Konzertagentur Russ", betont Konzertmeisterin Dr. med. Muriel Stoppe. 

Finanziell möglich gemacht hat dieses Projekt die Gemeinnützige Hertie-Stiftung. "Mit großer Freude fördert die Gemeinnützige Hertie-Stiftung auch in diesem Jahr das Benefizkonzert des Deutschen NeuroOrchesters, denn es unterstützt unser Anliegen, Aufmerksamkeit für Betroffene zu schaffen und an der Erforschung und Therapie der Multiplen Sklerose zu arbeiten", betont Dr. rer. nat. Astrid Proksch, Geschäftsführerin des Bereichs "Gehirn erforschen" bei der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung.  

Neu im Orchester sind die Solistin Dr. Ilona Rubi-Fessen an der Oboe und Tobias Majewski am Kontrabass. Beide Musiker traf der DMSG-Bundesverband vorab zum Interview. 

Liebe Frau Dr. Rubi-Fessen: Wie ist Ihr Kontakt zum NeuroOrchester entstanden? 
Dr. Rubi-Fessen:
"Ich bin vor zwei Jahren durch eine Kollegin auf die Initiative von Dr. Muriel Stoppe aufmerksam gemacht worden und habe es direkt als Chance gesehen, wieder verstärkt zu musizieren." 

Haben Sie bereits in einem ähnlichen Orchester gespielt? 
Dr. Rubi-Fessen:
"Als Musikstudentin habe ich zwar in projektbezogenen Orchestern wie der Jungen Deutschen Philharmonie oder dem Schleswig Holstein Festivalorchester gespielt, die sich in den Semesterferien zu Probenphasen mit anschließender Konzertreise getroffen haben – aber in einem Orchester, in dem sich unterschiedliche Professionen zum Musizieren finden, habe ich vorher noch nicht gespielt."

Was bedeutet die Musik für Sie? 
Dr. Rubi-Fessen:
"Ich habe schon als Kind und Jugendliche durch mein Elternhaus insbesondere klassische Musik lieben gelernt. Beim Musikhören kann ich in eine andere Welt eintauchen und beim Spielen, insbesondere in der Orchestermusik, habe ich die Möglichkeit, zusammen mit anderen ein gemeinsames Ganzes zu gestalten."

In welchem Alter haben Sie begonnen, ein Instrument zu spielen? 
Dr. Rubi-Fessen:
"Nach einem Start mit Blockflöte und Klavier habe ich mit 13 Jahren meinen ersten Oboenunterricht bekommen.

Sie sind Lehrkraft für besondere Aufgaben an der Universität zu Köln. Was verbirgt sich hinter dieser Bezeichnung? 
Dr. Rubi-Fessen:
"'Lehrkraft für besondere Aufgaben' ist die Bezeichnung für einen akademischen Mitarbeiter an einer Universität. Im Rahmen meiner halben Stelle am Lehrstuhl für Pädagogik und Therapie bei Sprach- und Sprechstörungen gebe ich in unserem Bachelorstudiengang Sprachtherapie Seminare zu sprachtherapeutischen und pädagogischen Themen, betreue Abschlussarbeiten und bin in die Forschungsprojekte des Lehrstuhls eingebunden."

Welchen Bezug haben Sie zu der Erkrankung Multiple Sklerose? 
Dr. Rubi-Fessen: "Ich habe ja neben der Lehrtätigkeit eine halbe Stelle als Logopädin und Supervisorin in der neurologischen Rehabilitationsklinik RehaNova in Köln, wo ich auch Menschen mit Multipler Sklerose behandle. Außerdem habe ich im Freundeskreis und der Familie Menschen, die an MS leiden."

Welche Rolle spielt die Musik in der Logopädie? 
Dr. Rubi-Fessen: "Bei vielen Störungsbildern, wie z.B. Stimmstörungen, ist es wichtig ein gutes Ohr zu haben, um die möglichen Probleme eines Patienten zu erkennen, physiologisch einzuordnen und daraus einen entsprechenden Therapieansatz abzuleiten. Auch bei Menschen mit einer Aphasie – also einer Sprachstörung nach einer neurologischen Schädigung wie etwa einem Schlaganfall – kann Musik helfen. Es gibt Therapieansätze wie die sogenannte 'Melodische Intonationstherapie' – die gezielt rhythmisch-prosodische Elemente in die Behandlung integrieren und mit deren Hilfe Menschen mit vor allem schweren Aphasien besser Worte abrufen und flüssiger sprechen können." 

Was hat Sie überzeugt, zugunsten der Forschungsförderung auf dem Gebiet der MS zu musizieren? 
Dr. Rubi-Fessen:
"Dazu musste ich nicht überzeugt werden. Ich weiß, wie wichtig Forschung zur Behandlung von Erkrankungen wie MS ist und dass das Geld dafür dringend benötigt wird." 

Was verbinden Sie mit dem Stück von Bach, das Sie im Konzert als Solistin an der Oboe zu Gehör bringen werden? 
Dr. Rubi-Fessen:
"Es ist ja ein Doppelkonzert, in dem Oboe und Violine das Solistenduo bilden. Ich habe es vor vielen Jahren gespielt und seither berührt die Musik mich tief, besonders der unglaublich schöne langsame Satz."

 

 

Tobias Majewski, 48 Jahre alt, arbeitet als Verkäufer im Baustoffhandel und ist das neue Gesicht am Kontrabass. Er erfuhr aus der aktiv! von dem Projekt NeuroOrchester.  

Lieber Herr Majewski: Wie lange leben Sie schon mit MS? 
Tobias Majewski:
"Die Diagnose MS habe ich seit 15 Jahren, bin aber schon seit sechs Jahren schubfrei. Ich denke, das ist bei mir nicht der durchschnittliche Verlauf der MS, bin aber gerade deshalb glücklich, bei diesem Projekt mitmachen zu können." 

Welche Rolle spielt die Musik in Ihrem Leben? 
Tobias Majewski:
"Musik ist mein Leben; seit meinem 5. Lebensjahr spiele ich Orgel, später habe ich dann noch Viola da Gamba, Kontrabass und Fagott erlernt." 

Was motiviert Sie, beim Konzert des NeuroOrchesters mitzuwirken? 
Tobias Majewski:
"Ich bin in meiner Freizeit seit ca. 35 Jahren als Sänger und Chorleiter tätig; genauso lange spiele ich Kontrabass im Orchester der Neuapostolischen Kirche. Seit meiner Jugend arrangiere passend zu den Chören, die ich leite, regelmäßig Chorsätze und gelegentlich auch Orchesterbearbeitungen. Wenn ich die Zeit finde, unterrichte ich Orgelschüler und gebe hin und wieder Dirigierkurse." 

Dr. Muriel Stoppe, Dr. Ilona Rubi-Fessen und Tobias Majewski sind drei von rund 70 ehrenamtlichen Semiprofessionellen und Laienmusikern, die beruflich in der Neurologie oder Neurowissenschaft tätig sind und zum Deutschen NeuroOrchester gehören. Karten für das Benefizkonzert können Sie hier erhalten. 

- 16.09.2019