DMSG - Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Bundesverband e.V.

Im Fokus der MS World Conference: Multiple Sklerose-Medikamente – Gegenwart und Zukunft

Im Rahmen der MS World Conference in Berlin haben renommierte Referenten aus aller Welt vor großem internationalen Publikum Einblicke gegeben in den aktuellen Stand von Forschung und Therapie der Multiplen Sklerose: "Wir haben viel getan, viel wurde erreicht.Dennoch bleibt noch vieles zu tun", verdeutlichte Prof.Alastair Compston, MD Leiter der Abteilung für klinische Neurowissenschaften, Universität Cambridge, Großbritannien, im Leitvortrag die große Herausforderung: "Wir brauchen Medikamente, die nicht nur erfolgreich, sondern auch sicher sind."

60 Jahre DMSG: Anlässlich des Geburtstages der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft haben sich in Berlin drei Tage lang über 550 namhafte Referenten, Menschen mit MS und Vertreter von MS-Gesellschaften aus der ganzen Welt getroffen, um nach Lösungen und Strategien zur Verbesserung der Lebensqualität von MS-Erkrankten und ihren Angehörigen zu suchen. Diese große Resonanz wertete Christian Wulff, Bundespräsident a.D. und Schirmherr der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft, Bundesverband e.V in seiner Eröffnungsrede als Beleg für das sehr gute Miteinander von Multiple Sclerosis International Federation (MSIF) und DMSG-Bundesverband, die in Kooperation diese 4. Weltkonferenz auf die Beine gestellt haben.

Die Geschichte der MS-Therapie wird mehr und mehr zur Erfolgsstory

Die Diagnose MS kann heute anders verstanden werden als noch vor 30 Jahren, verwies Christian Wulff auf die großen Fortschritte der MS-Therapie in der jüngsten Vergangenheit. Vor 60 Jahren konnte man nichts tun gegen MS. Auch im Jahr 1990 gab es nur wenig therapeutische Hilfe für MS-Erkrankte. Bis zum Jahr 2013 hat sich dies aufgrund vieler verschiedener Behandlungsmethoden geändert. Wie aber konnte diese Veränderung, die keine andere neurologische Erkrankung in diesem Maße erfuhr, zustande kommen?

Seit 25 Jahren komplettiert sich die Karte der therapeutischen Möglichkeiten. "Keine andere Krankheit konnte so erfolgreich entwickelt werden wie die MS", beleuchtete Prof. Alastair Compston, MD und Leiter der Abteilung für klinische Neurowissenschaften, Universität Cambridge, in seinem Leitvortrag "MS-Medikamente – Gegenwart und Zukunft" die Meilensteine dieser Entwicklung. Jetzt gelte es, Zeitplan, Sicherheit und Effizienz in Einklang zu bringen. Mehr im Film

Die Herausforderung heute laute nach Meinung des hochrenommierten MS-Experten: "Wir brauchen Medikamente, die nicht nur extrem effizient, sondern auch sicher sind."

Die Fortschritte auf dem Gebiet der MS sind auch ein Ergebnis der unermüdlichen Forschungstätigkeit, würdigte Christian Wulff die Leistungen der Forscher in der ganzen Welt, von denen viele beim Weltkongress anwesend waren. "Mich bewegt es, wenn ich im Alltag auf MS-Erkrankte treffe, die mir sagen: "Ich habe MS, aber durch meine Therapie habe ich mit kleinen Einschränkungen die gleichen Möglichkeiten wie andere auch."

Ungelöste Probleme und brennende Fragen

Im Namen des Ärztlichen Beirates des DMSG-Bundesverbandes richtete der Vorsitzende Prof. Dr. med. Reinhard Hohlfeld Glückwünsche zum 60-jährigen Bestehen der DMSG aus und versprach bei der Einführung in die Hauptvorträge unter der Überschrift "Die therapeutische Landschaft 2013 - neueste Erkenntnisse": "Wir werden nicht nur die Erfolge feiern, sondern auch die vielen Bedürfnisse, die noch nicht erfüllt werden, ungelöste Probleme und noch immer brennende Fragen ansprechen."

Nachholbedarf im Bereich Progrediente MS

Besonderes Augenmerk richteten die Referenten des Weltkongresses auf die chronisch progredienten (schleichenden) Verlaufsformen der MS, für die bis heute nur wenig Therapiemöglichkeiten bestehen. Christian Wulff lenkte den Blick auf die internationale Forschungsinitiative zur progressiven MS, "International Progressive MS Collaborative" (IPMSC) unter dem Dach der MSIF, die auf diesem Weg beschleunigte Fortschritte ermöglichen will, um in Zukunft eine wirksame Behandlung zu erleichtern.

MS kennt keine Grenzen

Letztlich sind alle MS-Erkrankten mit den gleichen gesundheitlichen Auswirkungen befasst. Um für alle die gleichen Bedingungen zu schaffen, werde es vor dem Hintergrund knapper werdender Mittel wichtiger, international zusammenzuarbeiten und Forschungsprojekte gemeinsam ins Leben zu rufen, betonte Wulff, der aus eigener Erfahrung weiß, welche medizinischen, persönlichen und seelischen Probleme mit dieser Diagnose verbunden sind - für die Erkrankten, aber gerade auch für ihre Angehörigen. Seine Mutter war an MS erkrankt.

Seit 12 Jahren begleitet Christian Wulff die Arbeit des DMSG-Bundesverbandes als Schirmherr. Dieses Engagement will er auch in Zukunft fortsetzen, um Türen zu öffnen, wo immer es geht: "MS ist noch nicht heilbar, das soll sich ändern. Als Zwischenschritt würde es schon reichen, wenn die MS erst mit 120 Jahren ausbricht", wünschte er allen Teilnehmern des Weltkongresses, mit vielen neuen Ideen nach Hause zu fahren, um mit neuem Mut und neuer Kraft an der stetigen Verbesserung der Lebenssituation von MS-Erkrankten mitzuwirken. Mit Hinweis auf das Motto "Gemeinsam die Zukunft gestalten – Perspektiven für Menschen mit MS", bedankte sich der DMSG-Schirmherr: "Es ist großartig, dass sich so viele MS-Experten Zeit genommen haben, um im Austausch miteinander dieses Motto mit Leben zu füllen.

Weitere Berichte über die Vorträge und Workshops im Rahmen der MS World Conference lesen Sie in Kürze hier auf www.dmsg.de. Der nächste Beitrag von Prof. Gilles Edan aus Frankreich befasst sich mit Strategien zum Behandlungsbeginn bei MS: Warum, wann, wie?

- 08.10.2013