DMSG - Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Bundesverband e.V.

Keiner sieht’s. Eine spürt’s: Berliner Künstlerin macht am Welt-MS-Tag unsichtbare Symptome der Multiplen Sklerose sichtbar

Am 30. Mai 2019 ruft der Welt-MS-Tag zum elften Mal zu Solidarität mit den weltweit 2,5 Millionen Multiple Sklerose - Erkrankten auf. Das Motto lautet: „Keiner sieht’s. Eine(r) spürt’s: Multiple Sklerose – Vieles ist unsichtbar.“ Ziel ist, auf die Hindernisse im Leben mit der für Außenstehende oft unsichtbaren Erkrankung hinzuweisen. Sie haben noch nichts vor? Dann freuen wir uns auf Ihren Besuch in der Hörsaalruine der Charité Berlin. Es erwartet Sie eine Vernissage mit informativem Programm zum Thema Multiple Sklerose.

Weil Bilder oft mehr als Worte sagen, lädt der Bundesverband der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) zu der Vernissage „ONE YEAR VIA ART“ der Künstlerin Linda Baum ein. Die Künstlerin hat sich im ersten Jahr nach der Diagnose Multiple Sklerose (MS) zu 12 Kunstwerken inspirieren lassen. Jedes Bild spigelt ihre Emotionen in dem entsprechenden Monat wider und dokumentiert so zugleich ihren Entwicklungsprozess bis zur Akzeptanz der Erkrankung. Umrahmt wird die Ausstellung durch Beiträge renommierter Mediziner wie Prof. Dr. Judith Haas, Vorsitzende des DMSG-Bundesverbandes, DGN-Generalsekretär Prof. Dr. Peter Berlit und Dr. Judith Bellmann-Strobl vom NeuroCure Clinical Research Center (NCRC) der Charité-Universitätsmedizin Berlin. Schon am Eingang im Vorgarten der Hörsaalruine erwartet die Besucher eine interaktives Kunstprojekt, das die MS auf natürliche Art veranschaulicht.

Nicht zu übersehen - Kunst, die bewegt

Menschen mit Multipler Sklerose ist oft auf den ersten Blick nichts anzusehen. Die Krankheit ist zwar noch nicht heilbar, aber dank der Fortschritte in der Forschung, moderner Diagnostik, neuer Medikamente und Behandlungsmethoden kann der Verlauf deutlich verlangsamt werden. Viele MS-Erkrankte führen nach außen hin ein ganz normales Leben, gehen zur Arbeit, pflegen Hobbys und gründen Familien. Trotzdem bleibt MS eine schwere Erkrankung. Gerade ihre unsichtbaren Symptome können Betroffene massiv einschränken.

Die DMSG und der Bundesbeirat MS-Erkrankter wollen mit dem Motto „Keiner sieht’s. Eine(r) spürt’s: MS – vieles ist unsichtbar“ auf die verborgenen Belastungen aufmerksam machen, mit denen Menschen mit MS konfrontiert sind. Ob prominente Musiker wie Aaron von Billy Talent, erfolgreiche YouTuber, Autoren, Künstler oder Filmer: In einem bundesweiten Wettbewerb sind alle MS-Betroffenen aufgerufen, auf kreativem Weg über ihre Erfahrungen mit den unsichtbaren Symptomen zu berichten.

Linda Baum wählte den Weg der Kunst: „Ich wollte die Krise aus mir herausmalen“, sagt die in Dänemark aufgewachsene Berlinerin. Die junge Künstlerin hat das Auf und Ab nach der Diagnose Multiple Sklerose in 12 Kunstwerken festgehalten. Ein Jahr lang schuf sie jeden Monat ein Bild und hat so ihr erstes Jahr nach der Diagnose als Inspirationsquelle für eine Bilderserie genutzt, die sie auf der Vernissage „ONE YEAR VIA ART“ anlässlich des Welt-MS-Tages erstmals der Öffentlichkeit vorstellen wird. Auf diese Weise reflektieren die Werke Schritt für Schritt ihre emotionale Entwicklung und den Veränderungsprozess, den sie nach der Diagnose durchlebte. Als Wunschkind Elias auf die Welt gekommen ist war das ein Umbruch in einen neuen Lebensabschnitt, der sich auch in ihren Werken findet.

Online-Auktion für den guten Zweck

„Ich will mit den Bildern etwas Gutes bewirken“, kündigt Linda Baum eine Online-Auktion ihrer Werke zugunsten der Hilfe für MS-Erkrankte an. Auf www.lauritz.com werden vom 30. Mai bis 16. Juni 2019 die zwölf Arbeiten der Künstlerin versteigert.

Die Vernissage wird am 30. Mai 2019 ab 18 Uhr in der Hörsaalruine des Medizinhistorischen Museums der Berliner Charité, Charitéplatz 1, eröffnet.

Zum ersten und einzigen Mal wird im Rahmen der Ausstellung im NeuroCure Clinical Research Center (NCRC) das komplette Werk „ONE YEAR VIA ART“ öffentlich zu sehen sein. Linda Baum wird Führungen anbieten und im Interview mit dem ebenfalls an MS erkrankten DMSG-Reporter Kevin Hoffmann weiteren Einblick in ihr Werk und ihre Motivation gewähren.

Ich sehe etwas, das Du nicht siehst!

Eine weitere Künstlerin mit MS, Ruth Malina (wir berichteten), überrascht die Besucher schon am Eingang mit einer ungewöhnlichen interaktiven Kunstprojekt, das die Krankheit „begreifbar“ macht und dazu aufruft, ein Zeichen zu setzen und die eigenen Erfahrungen zu teilen.

Multiple Sklerose: Diagnose, Therapie, Umgang mit der Erkrankung, Selbsthilfe und mehr

Mit medizinischer Expertise untermauert wird die Vernissage durch Grußworte und Interviews mit renommierten Neurologen, wie dem DGN-Generalsekretär Prof. Dr. Peter Berlit, der Vorsitzenden des DMSG-Bundesverbandes und Leiterin des MS-Zentrums am Jüdischen Krankenhaus Berlin, Prof. Dr. Judith Haas, sowie der Studienkoordinatorin am NeuroCure Clinical Research Center, Charité-Universitätsmedizin Berlin, Dr. Judith Bellmann-Strobl.

MS-Woche von DMSG und DGN

Im Rahmen einer gemeinsamen Serie werden DMSG und DGN im Rahmen des Welt MS Tages Interviews mit MS-Experten veröffentlichen. Auf www.dmsg.de stellen wir darüber hinaus MS-Betroffene (Menschen mit MS und ihre Angehörigen) vor, die zeigen, was das Leben mit MS für sie bedeutet – im Beruf, als Eltern, beim Sport, auf Reisen usw. Die kreativste Idee wird von einer prominent besetzten Jury prämiert.

Noch bis zum 30. Juni 2019 können Sie mitmachen.

 

Quelle: DMSG-Bundesverband - 28.05.2019

 

28.05.2019