DMSG - Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Bundesverband e.V.

Medizin und Musik in perfekter Harmonie: Konzert des NeuroOrchesters übertrifft alle Erwartungen

Mehr als 1200 begeisterte Besucher, ein großes Medienecho und unerwartet hohe Spendenerlöse: Das Konzert des Deutschen NeuroOrchesters zugunsten der MS-Forschung der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft, Bundesverband e.V. hat die Erwartungen der Zuschauer, Musiker und Organisatoren in jeder Hinsicht weit übertroffen. Finanziell möglich gemacht hat diese Kooperation die Gemeinnützige Hertie-Stiftung, die Schirmherrschaft übernahm Christian Wulff, Bundespräsident a.D.

Die Zahl der MS- Erkrankten steigt. Von mehr als 240.000 in Deutschland ist die Rede. Sie alle hoffen auf wirksame Therapien. Der DMSG-Bundesverband fördert die unabhängige Forschung. Dieses Ziel zu unterstützen, hat sich das Deutsche NeuroOrchester mit seinem Benefizkonzert zum Ziel gesetzt. Diese ehrenamtliche Gemeinschaftsleistung von Neuro-Medizinern und Patienten ist in den Medien auf große Resonanz gestoßen. Sogar im Radio wurde das Konzert angekündigt. Unter der Leitung von Prof. Dr. med. Stefan N. Willich, Direktor des Instituts für Sozialmedizin der Charité – Universitätsmedizin Berlin, ehemals Rektor der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin sowie Gründer und Dirigent des World Doctors Orchestra (WDO) standen die 7. Sinfonie von Ludwig van Beethoven sowie das Doppelkonzert für zwei Violinen von Antonio Vivaldi auf dem Programm.

Die Besucherzahlen sprengten alle Erwartungen: 700 Gäste wurden erwartet. Tatsächlich gekommen sind über 1200 Musikliebhaber, darunter auch Prominenz aus Medizin, Verbänden, Medien, Kunst, Sport und Politik. Sie alle waren begeistert vom Ensemble semiprofessioneller bzw. Laienmusiker, dessen Mitglieder ihr Können im Alltag im medizinischen Bereich einsetzen - vom Assistenzarzt bis zum Chefarzt, vom Medizinstudenten bis zum Professor, vom niedergelassenen Neurologen, Neuroradiologen bis zum Neurowissenschaftler.

Mit Vergnügen Gutes tun: DMSG, Hertie-Stiftung und NeuroOrchester

Angesichts des großen Publikumsandrangs konnte auch das Ergebnis deutlich nach oben korrigiert werden. „Wir können nun fast 20.000 Euro für die unabhängige Forschung des DMSG-Bundesverbandes spenden“, zog Dr. Muriel Stoppe, die das NeuroOrchester 2017 gegründet hatte, eine positive Bilanz: „Das gesamte NeuroOrchester ist wahrhaftig überwältigt von der Resonanz. Dieses Konzert ist ein gutes Beispiel dafür, was möglich ist, wenn man mit den richtigen Partnern zusammenarbeitet. Für mich persönlich war es ein magischer Moment, als der letzte Ton der Beethoven-Sinfonie verklungen war, Jubelrufe aus dem Publikum ertönten und ich sowohl im Orchester als auch bei den Zuhörern in strahlende Gesichter blicken konnte, darunter auch in das von Christian Wulff, unserem Bundespräsidenten a. D. und Schirmherrn der Veranstaltung“, erklärt die Ärztin, die an der Klinik für Neurologie der Universitätsklinik Leipzig arbeitet.

Im Namen des DMSG-Bundesverbandes bedankte sich die Vorsitzende Prof. Dr. med. Judith Haas für diese wegweisende Unterstützung beim NeuroOrchester und bei der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung: „Wir freuen uns sehr, diese starken Partner an unserer Seite zu wissen.“ Die Hertie-Stiftung sei glücklich und dankbar, dieses Konzert an der Seite der DMSG ausrichten zu dürfen und Zeichen zu setzen für die Bekämpfung der MS und für die Menschen, die damit leben“, betonte Dr. rer. nat. Astrid Proksch, Geschäftsführerin des Bereichs „Gehirn erforschen“ der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung in ihrer Laudatio: „Wir fördern diesen Abend sehr gern, denn er erfüllt vollends unser Anliegen, Aufmerksamkeit für die Betroffenen zu schaffen und weiterhin an der Erforschung und Heilung der Erkrankung MS zu arbeiten“.

„Großer Dank gebührt den Musikern des Deutschen NeuroOrchesters für Ihr Engagement und ihre Spielfreude“, lobte Prof. Dr. med. Marianne Dieterich, Kongresspräsidentin der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) und Koordinatorin der Neurowoche: „Sie sind Vorbild und zeigen, wie viel Vergnügen es bereiten kann, Gutes zu tun“. Der nicht enden wollende Beifall und mehrere Zugaben setzten ein deutliches Ausrufezeichen hinter die Beweggründe des NeuroOrchesters. „Wir sind mit dem Herzen dabei“, bestätigte Solist Prof. Dr. med. Klaus V. Toyka, Ehrenvorsitzender im Ärztlichen Beirat des DMSG-Bundesverbandes: „Wenn Ärzte so viel ihrer Freizeit investieren, spricht das für einen sehr guten Zweck.“ 

Perfekte Harmonie nach nur zwei gemeinsamen Proben

Solistin Dr. Stoppe erklärte auch, wie die musikalische Leistung des Orchesters nach nur zwei gemeinsamen Proben möglich war: „Als Mediziner müssen wir im Notfall sofort zu 100 Prozent konzentriert und interdisziplinär zusammenarbeiten.“ Dass diese effektive Teamarbeit auch in der Musik wirksam ist, habe das NeuroOrchester auch seinem Leiter zu verdanken, so Stoppe weiter: „Wir hatten mit Prof. Dr. med. Stefan N. Willich einen Dirigenten und ärztlichen Kollegen, der in kürzester Zeit das Orchester zu einer tollen Leistung gebracht hat und mit Prof. Toyka einen Solisten, der schon seit Jahrzehnten Neurologie und Musik wunderbar vereint.“ Grund genug für eine Fortsetzung der Zusammenarbeit. Das nächste Konzert in Kooperation von DMSG, NeuroOrchester und Hertie-Stiftung ist im Rahmen des DGN-Kongresses 2019 in Stuttgart geplant.

Gemeinsam stärker als MS

Erstmals spielten im NeuroOrchester auch MS-Erkrankte mit. Sie hatten in der DMSG-Verbandszeitschrift aktiv! den Aufruf für dieses Projekt gelesen. Britta Platt-van der Smagd, Charlotte von Garssen und Gerbera Nalbach sowie Annett Munninger deren Mann mit MS lebt. Einige werden in der nächsten Zeit auf www.dmsg.de näher vorgestellt. Den Anfang macht in Kürze die studierte Musikerin Britta Platt-van der Smagd. Die alleinerziehende Mutter von drei Kindern spielte die erste Geige. Das Konzert der DMSG, für eine Zukunft ohne MS, wird für mich immer in besonders schöner und wertvoller Erinnerung bleiben. Dazu trug das gute Orchester bei und die einzigartige Atmosphäre im Konzerthaus. Nicht zu vergessen war das für mich so überraschend persönliche Gespräch mit Herrn Wulff im Anschluss des Konzertes“, betonte sie. Christian Wulff, Bundespräsident a.D., dessen Mutter ebenfalls an MS erkrankt war, äußerte sich beeindruckt von den Leistungen der Musiker im NeuroOrchester und lobte deren ehrenamtliches Engagement für die MS-Forschung der DMSG.

Quelle: DMSG-Bundesverband, Bilder: Thomas Ernst - 19.12.2018

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Stichwort: NeuroOrchester

19.12.2018