DMSG - Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Bundesverband e.V.

Bundespatientenbeirat begrüßt Konsensuspapier zur Symptomatischen Therapie

Ein weiterer Schwerpunkt der diesjährigen Herbstsitzung: die Gesundheitsreform – welche Veränderungen brachte sie für MS-Erkrankte

Die Herbstsitzung des Bundespatientenbeirats fand vom 29. bis 31. Oktober 2004 in Hannover statt. Schwerpunkte waren eine erste Auswertung von Erfahrungen MS-Erkrankter mit der Gesundheitsreform sowie das neue MSTKG-Papier zur „Symptomatischen Therapie“

Als Gast für den letztgenannten Punkt konnte der Bundespatientenbeirat Privatdozent Dr. med. Michael Haupts von der Neurologischen Klinik der Ruhr- Universität, Knappschaftskrankenhaus Bochum begrüßen. Er ist Mitglied des Ärztlichen Beirates des DMSG Bundesverband e.V. und der Multiple Sklerose Therapie Konsensusgruppe (MSTKG), die das Papier zur Symptomatischen Therapie der Multiplen Sklerose erarbeitet hat.

 
 Dr. Gabriele Seestaedt, PD Dr. Michael Haupts, Dr. Edeltraud Faßhauer (v.l.n.r.) 
 

Engagiert, anschaulich und gut verständlich stellte er die Inhalte des Konsensuspapiers dar und gab eine Übersicht zu möglichen Behandlungen von Krankheitssymptomen wie Spastik, Schmerzen, kognitive Einschränkungen, Fatique, Blasen- und Darmstörungen, die die funktionellen Fähigkeiten der MS- Betroffenen und damit ihre Lebensqualität beeinträchtigen.

PD Dr. Haupts erläuterte auch, dass den behandelnden Neurologen mit diesem Konsensuspapier evidenzbasierte oder im Rahmen eines Expertenkonsensus empirisch entwickelte Behandlungsvorschläge gemacht werden. Den Ärzten stehen damit für ein Gesamtbehandlungskonzept der MS die Empfehlungen zur verlaufsbeeinflussenden und zur symptomatischen Therapie zur Verfügung.

Es wurde in diesem Zusammenhang auch darauf hingewiesen, dass der Bundesverband der DMSG den Patienten voraussichtlich ab Mitte November 2004 eine entsprechende Broschüre zur Verfügung stellen wird.

Der Bundespatientenbeirat dankt auf diesem Wege Herrn PD Dr. Haupts noch einmal für seine sehr informativen und umfassenden Informationen.

Ein weiterer wichtiger Tagesordnungspunkt war ein intensiver Austausch zu den Auswirkungen des Gesundheitsmoderni-
sierungsgesetzes (GMG). Unter anderem am Beispiel der ab Juli 2004 geänderten Heilmittelrichtlinien, der zum 01.04.2004 eingeführten neuen Reha-Richtlinien, der geänderten Richtlinien für ärztliche Gutachtertätigkeit im Schwerbehindertenrecht wurde erläutert, was sich für MS-Erkrankte in den letzten Monaten durch die Gesundheitsreform verändert hat. Auch über die Problematik zu den nun nicht mehr verschreibungspflichtigen, aber bei bestimmten MS-Symptomen unverzichtbaren Medikamenten, wurde informiert und es wurde dargestellt, was der Bundesverband unternommen hat, um bei den verschiedensten Akteuren in der Gesundheitspolitik die Interessen der MS-Erkrankten zu vertreten.

Die Mitglieder des Bundespatientenbeirates tauschten Erfahrungen zu diesen Themen aus und betonten noch einmal, dass besonders die Chronisch Kranken unter den vielfältigen zusätzlichen Belastungen des GMG zu leiden haben. Der Patientenbeirat dankte dem Bundesverband für seine vielfältigen Bemühungen, hier immer wieder die Belange der MS-Erkrankten einzuklagen und bat, auch weiterhin darin nicht nachzulassen.

Ein fester Tagesordnungspunkt der Sitzungen ist immer auch der Austausch über die Arbeit der Patientenvertreter in den Landesverbänden. Die Berichte werden im Vorfeld schriftlich erstellt. Besonders diskutiert wurde auf der Herbstsitzung darüber, wie Informationen zwischen den Patientenbeiräten und den Selbsthilfegruppen vor Ort verbessert werden können.

Der Bundespatientenbeirat ist ein fester Bestandteil der Arbeit und Zusammenarbeit auf Bundes- und Landesverbandsebene. Der Austausch zwischen den Vertretern der Landesverbände untereinander und mit dem Bundesverband wird als sehr wichtig eingeschätzt.
Die Mitglieder des Bundespatientenbeirates wollen sich zukünftig noch stärker bemühen, alle Informationen schnell an die Basis weiterzuleiten.

Im Verlauf der Sitzungen verschwimmen oft die Grenzen zwischen der Information durch die Geschäftsstelle des Bundesverbandes, der Einbringung der Belange aus den Landesverbänden und dem Informationsaustausch untereinander, da die jeweiligen Themen meistens mehrere Komponenten erfordern.

Die Herbstsitzung des Bundespatientenbeirates verlief trotz eines hohen Arbeitspensums in einer guten Atmosphäre, brachte eine Fülle neuer Informationen.

Nun liegt es an jedem einzelnen Patientenbeiratsmitglied diese in seinen Landesverband zu tragen!

Dr. Edeltraud Faßhauer
Vorsitzende des Bundespatientenbeirates

Redaktion:
DMSG Bundesverband e.V.
04. November 2004

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- 24.11.2004