DMSG - Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Bundesverband e.V.

Das Corona-Virus und Multiple Sklerose (MS) – was Sie wissen müssen

Die Berichte über das zuerst in China aufgetretene Corona-Virus haben auch bei Menschen, die in Deutschland mit Multipler Sklerose leben, für Unsicherheit gesorgt. Die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft, Bundesverband e.V. hat auf der Grundlage von Informationen der Weltgesundheitsorganisation, dem Robert Koch-Institut und einem Statement der Multiple Sclerosis International Federation (msif) Antworten auf die wichtigsten Fragen zusammengestellt.

Fallzahlen in Deutschland

In Deutschland sind bislang nur wenige Infektionen mit dem neuen Corona-Virus aufgetreten. 1.139 Fälle einer SARS-CoV-2-Infektion wurden bestätigt (Stand 09.03.2020). Die Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung wird laut einer Risikobewertung durch das Robert Koch-Institut in Deutschland aktuell als gering bis mäßig eingeschätzt. Auf globaler Ebene handelt es sich jedoch um eine sich sehr dynamisch entwickelnde und ernst zu nehmende Situation.

Wie gefährlich ist das Corona-Virus?

Das "neuartige Corona-Virus" (SARS-CoV-2) ist eine Atemwegserkrankung, die bisher noch nicht beim Menschen aufgetreten ist.

Wie bei anderen Atemwegserkrankungen kann eine Infektion mit SARS-CoV-2 leichte Symptome, wie eine laufende Nase, Halsschmerzen, Husten und Fieber verursachen. Einige Betroffene leiden auch unter Durchfall. Bei einigen Personen kann der Virus zu einer Lungenentzündung oder Atembeschwerden führen. Seltener verläuft die Krankheit tödlich. Ältere Menschen und Menschen mit bereits bestehenden, chronischen, Krankheiten (wie Diabetes und Herzkrankheiten) scheinen anfälliger zu sein, schwer an dem Virus zu erkranken.

Was bedeutet das Corona-Virus (SARS-CoV-2) für Menschen, die mit MS leben?

SARS-CoV-2ist ein Corona-Virus-Stamm, der erstmals im Dezember 2019 in China nachgewiesen wurde und sich seitdem auf andere Teile der Welt ausgebreitet hat.

Da dieser Corona-Virus-Stamm neu ist, ist nicht bekannt, wie er sich auf Multiple Sklerose-Erkrankte auswirken kann. Viele krankheitsmodifizierende Therapien (DMTs) für MS wirken, indem sie das Immunsystem unterdrücken oder modifizieren. Es ist bekannt, dass Menschen mit MS, die diese Therapien erhalten, einem erhöhten Risiko von Komplikationen im Zusammenhang mit Virusinfektionen ausgesetzt sein können. Wenn Sie eine krankheitsmodifizierende Therapie einnehmen und entweder dem Corona-Virus ausgesetzt sind oder die SARS-CoV-2-Infektion bestätigt wird, wenden Sie sich bitte an Ihren Neurologen oder andere medizinische Fachkräfte.

Was sind die Symptome von SARS-CoV-2 und wie kann man sich davor schützen?

Zu den Symptomen von SARS-CoV-2 gehören Atembeschwerden, Husten und hohes Fieber, das zu einer Lungenentzündung führen kann.

Die Weltgesundheitsorganisation nennt einige grundlegende Maßnahmen zum Schutz vor dem Corona-Virus. Dazu gehören:

  • Waschen Sie Ihre Hände häufig mit einem alkoholischen Handreiben oder mit Seife und Wasser
  • Bedecken Sie beim Husten und Niesen Mund und Nase mit einem gebeugten Ellbogen oder Gewebe 
  • Halten Sie mindestens einen Meter Abstand zwischen sich und anderen Personen, insbesondere jenen, die husten und niesen 
  • Vermeiden Sie das Berühren von Augen, Nase und Mund
  • Beachten Sie die Empfehlungen zur Lebensmittelsicherheit, indem Sie verschiedene Schneidebretter für rohes Fleisch und gekochte Lebensmittel verwenden und sich zwischen den Handgriffen die Hände waschen.

Es ist wichtig, den Kontakt mit Personen zu vermeiden, die möglicherweise in einem Gebiet leben oder reisen, in dem SARS-CoV-2 im Umlauf ist.

Die Weltgesundheitsorganisation und das Robert Koch -Institut informieren kontinuierlich über die von der Weltgesundheitsorganisation gemeldeten Fälle von SARS-CoV-2. Mehr

Welche Behandlungsmöglichkeiten stehen für das neuartige Corona-Virus zur Verfügung?

Nicht alle Erkrankungen nach Infektion mit dem neuartigen Corona-Virus verlaufen schwer, bei den in Deutschland bekannt gewordenen Fällen standen bisher meist Erkältungssymptome im Vordergrund. Im Zentrum der Behandlung der Infektion stehen die optimalen unterstützenden Maßnahmen entsprechend der Schwere des Krankheitsbildes (z.B. Sauerstoffgabe, Ausgleich des Flüssigkeitshaushaltes, ggf. Antibiotikagabe zur Behandlung von bakteriellen Alternativ-/Begleitinfektionen) sowie die Behandlung von relevanten Grunderkrankungen. Eine spezifische, d.h. gegen das neuartige Corona-Virus selbst gerichtete Therapie steht derzeit nicht zur Verfügung.

  • Auf der Website des Robert Koch-Instituts finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Corona-Virus: Mehr
  • Weitere Informationen über SARS-CoV-2 erhalten Sie in dem kurzen Informationsvideo der Weltgesundheitsorganisation, das auf der Website der Multiple Sclerosis International Federation www.msif.org gezeigt wird. Mehr

Quelle: Robert Koch-Institut, Weltgesundheitsorganisation, msif, DMSG-Bundesverband - 27. 02.2020 (aktualisiert 09.03.2020)

27.02.2020