DMSG - Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Bundesverband e.V.
DMSG International

EMSP-Jahreskonferenz verabschiedet Deklaration zur europaweiten Verbesserung der Situation MS-Erkrankter

150 Delegierte aus 29 europäischen Staaten waren Teilnehmer der diesjährigen Jahreskonferenz der European Multiple Sclerosis Platform (EMSP), die vom 1. bis 4. Mai in Malta stattfand. In Anbetracht der europaweit immer noch unzureichenden Vorsorgung MS-Erkrankter fordern die Konferenzteilnehmer in einer gemeinsamen Erklärung grundlegende Verbesserungen. Die Deklaration wird nun politischen Handlungsträgern und Institutionen in allen europäischen Ländern übersandt.

 
Drei der 150 Delegierten: L. N. Agius
(Vorsitzender der MS-Gesellschaft Malta),
U. Späth (Schirmherrin der AMSEL,
Deutschland), D. Pitschnau-Michel
(Vizepräsidentin der EMSP, Deutschland)
 

DECLARATION der Teilnehmer der Jahreskonferenz der Europäischen Multiple Sklerose Plattform (EMSP), Malta, Mai 2003

In Anbetracht der dramatischen Diskriminierungen, mit denen MS-Erkrankte innerhalb der Europäischen Union konfrontiert werden, fordern wir, als Vertreter der Mitgliedsorganisationen der EMSP für MS-Erkrankte in Europa, Behandlungen und Leistungen, die

- die persönliche Würde der Erkrankten achten;

- danach streben, das persönliche Potenzial zu maximieren;

- es MS-Erkrankten ermöglichen, über alle Entscheidungsfragen von Service-Leistungen informiert zu werden und diese selber mitentscheiden zu können;

- die das volle Ausmaß von physischen, kognitiven, emotionalen und sozialen Aspekten der Erkrankung einbeziehen;

- vereinbarte europäische Qualitätstandards erfüllen;

- einer fortwährenden Bewertung und Verbesserung unterliegen;

- jederzeit zugänglich sind und dem aktuellen Wissensstand entsprechen;

- von angemessen ausgebildeten und erfahrenen Spezialisten erstellt werden;

- die, ungeachtet der geographischen Lage oder fachlicher Grenzen, effizient und gerecht zur Verfügung gestellt werden.

Um diese Zielsetzungen zu erreichen, erklären wir unser Engagement

• in Zusammenarbeit mit den Programmen der Europäischen Institutionen sowie deren Gesundheitspolitik, der Politik zur sozialen Integration und Antidiskriminierung, um eine gleichberechtigte Behandlung zu fördern und zu realisieren.

• bei gemeinsamen Aktionen und Kooperationen mit relevanten europäischen medizinischen NGOs und Vertretern der Regierung zur Durchsetzung von "Europaweiten Richtlinien für Therapien MS-Erkrankter".

• bei Absprachen mit EU-Institutionen auf höchster Ebene, um im Rahmen der Konvention zur Zukunft Europas neue EU-Kompetenzen zu klären, die sich förderlich auf unsere Ziele auswirken, damit

- mehr MS-bezogene Forschung auf nationaler, europäischer und weltweiter Ebene realisiert wird;
- ein besseres Bewusstsein hinsichtlich der großen Bedeutung eines Arbeitsplatzes für MS-Erkrankte entsteht;
- qualitativ hochwertige Behandlungen und Leistungen für alle an MS erkrankten EU-Bürger realisiert werden;
- ein behindertengerechter Zugang zu öffentlichen Einrichtungen und gleiche Therapie-Leistungen innerhalb Europas möglich sind.

• um mittels einer Bewusstseinskampagne innerhalb der Europäischen Union sicherzustellen, dass Interessenvertreter auf allen Ebenen unser Bemühen zur Erlangung einer besseren Lebensqualität und glücklicheren Zukunft aller europäischen MS-Erkrankten unterstützen.

Diese Deklaration wurde am 3. Mai 2003 in Malta verabschiedet. Sie beinhaltet die wesentliche Botschaft von 29 europäischen Staaten - vertreten durch die Europäische MS Platform und ihre Mitgliedsorganisationen - im Europäischen Jahr der Behinderten 2003.

(Übersetzt aus dem Englischen durch die DMSG Bundesverband e. V.)

Mai 2003

Ansichten aus Malta:

Regierungspalast in Valetta / Malta

Valetta / Hauptstadt von Malta

- 21.05.2003