DMSG - Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Bundesverband e.V.

Erfolg im Europäischen Parlament

Am 12. November fand im Europäischen Parlament die Informationsstunde zum Thema MS statt. Ein offizieller Bericht hilft europaweit, die Situation MS-Erkrankter zu verbessern

Die Europaean Multiple Sclerosis Platform (EMSP), die inzwischen für 29 nationale MS-Organisationen steht hat einen wichtigen Schritt hinsichtlich ihrer Zielstellung, eine bestmögliche Behandlung für alle MS-Erkrankten in Europa zu erreichen getan. Als Resultat einer Anhörung vor dem Petitionsausschuss am 9. Juli 2003 (wir berichteten) hatte das Europäische Parlament einen offiziellen Bericht über die Situation der MS-Erkrankten in Auftrag gegeben. Dieser Bericht soll einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung und Standardisierung der Behandlungssituation der MS-Erkrankten in ganz Europa liefern.

Neun Mitglieder des Europäischen Parlaments nahmen an der Informationsstunde am 12. November im Europäischen Parlament teil, ebenso eine Vertreterin des Europäischen Behindertenforums, Mitglieder des Petitionsausschusses sowie führende Mitglieder der EMSP. Uma Aaltonen, MEP aus Finnland und selbst MS-erkrankt, stellte den Entwurf des Berichtes vor, zu dem mehrere europäische Regierungen, leider nicht alle, beigetragen hatten. Es wurde noch einmal herausgestellt, wie wichtig eine einheitliche Behandlung aller MS-Erkrankten in Europa ist und wie wenig Augenmerk dagegen viele europäische Regierungen auf dieses Krankheitsbild richten. Der Bericht soll noch auf der Sitzung des Europäischen Parlamentes am 18. Dezember angenommen werden und die Grundlage für eine weitere Bearbeitung des Themas MS im Europäischen Parlament darstellen.

Um eine europaweit gleichartige Behandlung zu unterstützen hatten die Ärztlichen Beiräte der Mitgliedsorganisationen der EMSP bereits vor einiger Zeit begonnen, die Therapieempfehlungen zur Behandlung der MS europaweit zu vereinheitlichen (mehr dazu lesen Sie hier). Prof. Dr. Peter Rieckmann, stellvertretender Vorsitzender des Geschäftsführenden Vorstandes des DMSG Bundesverband e.V. präsentierte in der Informationsstunde die Ergebnisse dieser Arbeit, die noch Ende Dezember 2003 veröffentlicht werden sollen.

Peter Kauffeldt, Präsident der EMSP stellte heraus wie wichtig eine Intensivierung der Arbeit der EMSP ist und wies bereits jetzt auf eine Konferenz in Prag im Mai 2004 hin die sich mit dem Thema „MS und Arbeit“ beschäftigen wird. Auf der nächsten Informationsstunde im Europäischen Parlament soll darüber berichtet werden.

Die EMSP hatte bereits auf dem letztjährigen „MS-Awareness-day" (mehr darüber lesen Sie hier) die „MS-Interessen-Gruppe“ am Europäischen Parlament initiiert. Dieser gehören inzwischen 40 Mitglieder des Europäischen Parlaments (MEP`s) an und sie wird von Catherine Stihler, MEP aus Schottland, geleitet. Diese Interessengruppe macht deutlich dass – trotz des besseren Zugangs zu MS-Therapien - eine fortlaufende europaweite und patientenorientierte Forschung zur Entwicklung neuer Therapien und letztendlich Heilung der MS dringend notwendig ist.

Catherine Stihler schloss die Informationsstunde mit einem Dank an alle Teilnehmer und dem Wunsch, dass die Annahme des EU-Berichtes über die Multiple Sklerose den Anfang eines Prozesses darstellen wird und betonte die Notwendigkeit einer Weiterverfolgung dieser Thematik auf europäischer Ebene.

Dezember 2003

Redaktion: DMSG-Bundesverband e.V.

- 26.02.2004