DMSG - Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Bundesverband e.V.
Leben mit MS

Gemeinsam stärker als Multiple Sklerose: Die Speltens bewältigen jede Hürde

Im Rahmen der Dreharbeiten für den DMSG-Spot hat es ein Wiedersehen mit der jungen Familie Spelten gegeben. Christina und Andy haben beide Multiple Sklerose. Mit Tochter Iva und Sohn Robin haben sie viele Hürden genommen, die sie als Familie noch mehr zusammengeschweißt haben. Nicht zuletzt nach der PML –Diagnose, die Andy fast das Leben gekostet hat.

Eine Familie kämpft gegen MS

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Familienbande: Robin (von links), Andy, Iva und Christina halten zusammen.

Dank seines unermüdlichen Durchhaltevermögens ist es Andy gelungen, wieder auf die Beine zu kommen. Nach unzähligen Klinik-Aufenthalten und täglichem Training kann er heute wieder kurze Strecken laufen. Sein ständiger Begleiter bleibt der Schwindel. Umso beeindruckender, dass er für den guten Zweck bei den Dreharbeiten des DMSG-Spots gleich fünfmal im Karussell mitgefahren ist. Gleichwohl geht sein Kampf gegen die progressive multifokale Leukenzephalopathie (PML) weiter. Andy hat seit 2005 MS. Der gelernte Maurer musste früh aus dem Berufsleben ausscheiden. Eines Tages fand er in der MS-Ambulanz seine große Liebe: Christina. In der Infusions-Gruppe kamen die beiden ins Gespräch. Schnell war klar: „Wir gehören zusammen“, betonen beide. Vor vier Jahren erfüllten sie sich den gemeinsamen Kinderwunsch: Wirbelwind Iva kam zur Welt. 2016 folgte die Hochzeit.

Powerfrau mit Handicap

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Christina lässt sich backstage von einer Maskenbildnerin "filmreif" machen.

Christina organisiert den Haushalt, kümmert sich um die Kinder, obwohl auch sie immer wieder mit gesundheitlichen Rückschlägen kämpfen muss. Dass sie beide MS haben, sei manchmal hilfreich, sagt die 39-Jährige: „Ich habe einen Partner, der mich hundertprozentig versteht und weiß, wie es mir geht, wenn ich einen Schub habe. Oft reicht schon ein Blick.“ Aufgrund des Pflegegrades von Andy erhält die Familie jetzt Unterstützung von einer Haushaltshilfe. Noch immer falle es ihr schwer, diese Hilfe anzunehmen, verrät Christina: „Ich helfe immer mit“.

Als Christina die Diagnose MS bekam war sie in erster Ehe verheiratet und hatte Sohn Robin. 2009 wurde sie berentet. Ein schwerer Schritt, denn sie liebte ihren Beruf als Altenpflegerin. Ihre Ehe zerbrach an den Herausforderungen, die diese Diagnose auch an den Lebenspartner stellt. Ihr Sohn Robin besucht seinen Vater bis heute regelmäßig. Der Teenager ist mit der MS seiner Mutter aufgewachsen. Er liebt seine Mutter, aber er ist sauer auf die Krankheit, die das Familienleben in vielen Bereichen erschwert - sei es finanziell oder bei Aktivitäten im Alltag.

Beeindruckende Nachbarschaftshilfe

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Klein Iva winkt mit der hilfsbereiten Nachbarin ihren Eltern beim Karussell-Fahren zu.

Zum Dreh des DMSG-Spots hatte sich eine Nachbarin, die zudem noch die Sekretärin ihrer Ergotherapeuten ist, spontan dazu bereit erklärt, die junge Familie nach Hannover zu fahren. Keine Selbstverständlichkeit, sondern ein kleiner Lichtblick im Alltag der Familie, der von einigen Einschränkungen in der Mobilität geprägt ist. „Das war ein super-genialer Tag, wir haben beim Dreh tolle Leute kennengelernt. Iva schwärmt da heute noch von“, berichtet Christina. Manchmal plage sie ein schlechtes Gewissen, ihren Kindern nicht mehr bieten zu können. Doch MS- Reporterin Christina steht auch anderen helfend zur Seite. Ohne den Austausch mit anderen MS-Erkrankten über Soziale Medien sei es sehr schwer, Kontakte zu pflegen, betont sie.

Gemeinsam stärker als MS

Die Geschichte von Christina und Andy hat viele und vieles bewegt. So hat die Zeitung „Die Welt“ in einer Sonderausgabe über die junge Familie und das DMSG-Projekt „Plan Baby bei MS“ berichtet. So ein Hilfsangebot habe ihnen in der Familienplanungs-Phase sehr gefehlt, erklärt Christina auch im Video-Interview mit dem DMSG-Bundesverband, zu sehen in der DMSG-Community auf YouTube.

Quelle: DMSG-Bundesverband - 05.11.2017

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Gemeinsam stärker als MS:Andy und Christina

- 05.11.2017