DMSG - Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Bundesverband e.V.
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MSIF überreicht Petition an die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte

23.987 Menschen aus 143 Ländern unterzeichneten eine Petition, mit der Arbeitgeber und Entscheidungsträger aufgefordert werden, Menschen mit MS zu ermöglichen, im Berufsleben zu verbleiben und deren Arbeitsbedingungen zu verbessern: Im Namen der Internationalen MS-Gesellschaft (MSIF) und ihren Mitgliedsorganisationen, zu denen auch die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft gehört, überreichte MSIF-Geschäftsführer Peer Baneke, die Unterschriftenliste in Genf an die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte Navi Pillay.

© MSIF

Am Vorabend zum Internationalen Tag der Menschen mit Behinderungen nahm die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, Navi Pillay (links), die Petition entgegen, die von der MSIF und ihren Mitgliedsorganisationen weltweit als Teil der Welt MS Tag-Kampagne ins Leben gerufen wurde. "Vielen Dank an die mehr als 23.900 Menschen, die unsere Petition unterzeichneten, um Arbeitgeber und Entscheidungsträger aufzurufen, das Leben von Menschen mit MS zu verbessern", freute sich MSIF -Geschäftsführer Peer Baneke über die große Resonanz.

Inakzeptable Hindernisse im Beruf für Menschen mit MS

Navi Pillay hob die "inakzeptablen Hindernisse" hervor, mit denen sich Menschen mit MS, und andere Menschen mit Behinderungen in allen Teilen der Welt im Berufsleben konfrontiert sehen - ob bei Bewerbung, Einstellung, im Arbeitsalltag, in Bezug auf den Fortbestand der Beschäftigung, den beruflichen Aufstieg und auf sichere und gesunde Arbeitsbedingungen.
"Die überwiegende Mehrheit der UN-Mitgliedstaaten hat erkannt, welche Bedeutung dem Recht von behinderten Frauen, Männern und Kindern auf gleiche Lebensqualität wie alle anderen zukommt", sagte sie. "Jetzt müssen sie dringend das Versprechen des Übereinkommens in die Realität umsetzen, Menschen mit Behinderungen einstellen und ihnen ermöglichen, in einem Umfeld zu arbeiten, das offener, integrativer und zugänglich für Menschen mit Behinderungen ist".

Das Recht auf Arbeit stößt in der Berufspraxis noch auf Grenzen

Die Erwerbsarbeit ist als Grundrecht identifiziert worden, sowohl in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte (1948) als auch in der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen (2006).

"Menschen mit MS und anderen Behinderungen haben das Recht auf Arbeit. Diese Rechte sind in der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen festgehalten und werden durch die Gesetzgebung in vielen Ländern unterstützt. Unser Appell an Unternehmen und Regierungen lautet, diese Rechte zu realisieren. Wir hoffen, dass die Unterstützung der Hochkommissarin die Bedeutung dieses Themas hervorhebt und es uns ermöglicht, näher an eine gerechtere Berufspraxis für Menschen mit MS zu sorgen", betonte Peer Baneke.

Befragung offenbart Handlungsbedarf

Im Rahmen einer weltweiten Befragung von Menschen mit MS in den Jahren 2009-2010 wurde festgestellt, dass 47% der Menschen, die ihre Berufstätigkeit aufgeben, weil sie an MS erkrankten, diesen Schritt innerhalb von drei Jahren nach der Diagnose vornehmen. Ferner wurde festgestellt, dass flexible Arbeitszeiten und ein Platz zum Ausruhen wichtige Anpassungen seien, die es vielen ermöglichten, länger am Berufsleben teilzunehmen. Doch eine Folge-Befragung von Unternehmen in diesem Jahr zeigte, dass fast 50% der Befragten nicht über flexible Arbeitszeiten verfügten. Darüber hinaus gaben 70% der Befragten an, dass sie an ihrem Arbeitsplatz nicht über einen Pausenraum verfügen, wo sich Menschen mit MS, die häufig unter Müdigkeit leiden, vor der Wiederaufnahme ihrer Tätigkeit ausruhen können.

Die MSIF fordert alle Arbeitgeber dazu auf, zu versprechen, zumindest eine wesentliche Änderung vorzunehmen, die es Menschen mit MS und anderen Menschen mit Behinderungen ermöglicht, in berufstätig zu bleiben.

Weitere Informationen zum Internationalen Tag für Menschen mit Behinderungen finden Sie hier.

Quelle: MSIF, Dezember 2011

- 16.12.2011