DMSG - Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Bundesverband e.V.

Multiple Sklerose.TV: Therapiewechsel bei Multipler Sklerose aus Expertensicht

In welchen Fällen ein Wechsel der Therapie für Multiple Sklerose-Erkrankte sinnvoll sein kann, erklärt Prof. Dr. med. Fedor Heidenreich, Vorstandsmitglied im Ärztlichen Beirat der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft, Bundesverband e.V. im Video-Interview.

Die Anzahl der krankheitsmodifizierenden Medikamente gegen Multiple Sklerose ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen, etwa ein Dutzend Wirkstoffe sind heute zugelassen, immer neue kommen hinzu. Andere verlieren ihre Zulassung wieder oder fallen durch zahlreiche Nebenwirkungen auf. Viele MS-Erkrankte sind unsicher und fragen sich: Soll ich wechseln? Was muss ich dabei beachten?

Prof. Dr. med. Fedor Heidenreich ist Chefarzt an der Klinik für Neurologie und Klinische Neurophysiologie der Henriettenstiftung in Hannover. Er nennt die Hauptgründe für einen Therapiewechsel und erklärt, was dabei zu beachten ist:

  • Wenn der aktuelle Wirkstoff nicht ausreicht, um die Krankheitsaktivität zu kontrollieren oder die angestrebte Wirkung nicht ausreichend ist
  • Wenn unerwünschte Nebenwirkungen auftreten
  • Wenn es die Sicherheit erforderlich macht
    - wie zuletzt im Fall von Daclizumab (Mehr erfahren Sie in den Empfehlungen zur Medikamenten-Umstellung von Daclizumab aus der Stellungnahme der Vorstände von KKNMS und Ärztlichem Beirat des DMSG-Bundesverbandes)

Der Chefarzt warnt jedoch vor vorschnellen Therapieabbrüchen und vielen Therapiewechseln. Vielmehr sollte der Patient gemeinsam mit dem behandelnden Arzt beraten, ob der Einsatz eines stärkeren Wirkstoffes angezeigt ist. Zum Beispiel, wenn die Krankheitsprogression unter Interferonen oder Glatiremeracetat zu hoch bleibt. 

Hinweis: Die von Prof. Heidenreich im Ende 2017 aufgenommenen Video genannten Wirkstoffe Cladribin und Ocrelizumab sind mittlerweile zugelassen.

Entwickelt und herausgegeben wird diese Video-Serie durch die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft, Bundesverband e.V. und die AMSEL, Aktion Multiple Sklerose Erkrankter, Landesverband der DMSG in Baden-Württemberg e.V.

Quelle: DMSG-Bundesverband - 13.04.2018

13.04.2018