DMSG - Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Bundesverband e.V.

Plan Baby bei MS: Schirmherrin Manuela Schwesig informiert im Radio-Spot über das DMSG-Projekt

„Kinderwunsch mit Multipler Sklerose? Die DMSG kann helfen“, heißt es im neuen Radio-Spot der DMSG, der ab sofort bundesweit gesendet wird. Zu hören ist darin die prominente Schirmherrin des Projektes Plan Baby bei MS: Manuela Schwesig, Ministerpräsidentin Mecklenburg-Vorpommerns und ehemalige Bundesfamilienministerin. Im Interview mit der aktiv! hat sie erklärt, was sie zu dieser Unterstützung motiviert.

„Kinder bereichern unser Leben tagtäglich. Mein Mann und Ich haben zwei. Ich unterstütze gerne das Projekt Plan Baby bei MS…. Es spricht medizinisch absolut nichts dagegen, auch mit Multipler Sklerose eine Familie zu gründen. Das Projekt Plan Baby bei MS hilft Ihnen dabei. Die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft steht Ihnen bundesweit mit Anlaufstellen zur Seite“: Dieser Ausschnitt aus dem Radio-Spot vermittelt einen ersten Eindruck, welches Ziel das Projekt verfolgt: MS-Erkrankte mit Kinderwunsch zu informieren und zu unterstützen.

aktiv!: Liebe Frau Schwesig: In Deutschland leben mehr als 250.000 Menschen mit Multipler Sklerose. Zwei Drittel davon sind Frauen. Die Krankheit bricht oft zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr aus – genau zu der Zeit, in der viele Frauen ein Kind bekommen möchten. Fällt dann die Diagnose MS, tauchen plötzlich viele Fragen auf, und die Verunsicherung ist groß. Was hat Sie überzeugt, die Schirmherrschaft für das Projekt Plan Baby bei MS zu übernehmen?

Manuela Schwesig: Die Schirmherrschaft für das Projekt „Plan Baby bei MS“ habe ich seit 2017, damals als Bundesfamilienministerin, inne. Ich unterstütze dieses wichtige Projekt ausdrücklich. Auch für MS-Erkrankte ist es das größte Glück, Kinder zu haben. Sie haben ein Recht darauf. Für sie stellen sich aufgrund der Erkrankung sehr spezielle Fragen, sie brauchen besondere Unterstützung. Ein Teil davon ist das Projekt.

aktiv!: Wie ist Ihr Kontakt zur DMSG entstanden?

Manuela Schwesig: In Mecklenburg-Vorpommern ist es gute Tradition, dass die amtierenden Sozialminister die Schirmherrschaft über den DMSG-Landesverband haben. Das habe ich in meiner Amtszeit als Landessozialministerin auch so gehalten und die Schirmherrschaft übernommen. In dieser Zeit habe ich auch Gudrun Schöfer, Gründungsmitglied, langjährige Vorstandsvorsitzende und Geschäftsführerin des Landesverbandes der DMSG kennen- und schätzen gelernt. Seitdem unterstütze ich die DMSG. Der Landesverband mit seinen rund 700 Mitgliedern leistet eine ausgezeichnete Arbeit, die vielen Menschen hilft und auf die alle stolz sein können.

aktiv!: Was wussten Sie zu diesem Zeitpunkt über Multiple Sklerose?

Manuela Schwesig: Von Anfang an war mir klar, wie wichtig Selbsthilfe ist, gerade bei dieser Krankheit: die neue Situation annehmen, wenn man die Diagnose erhält, den Alltag sowie neue Herausforderungen bewältigen. Ich arbeite seit vielen Jahren eng mit Malu Dreyer zusammen und habe schnell gesehen, dass man mit MS stark sein kann. Von Beispielen aus meinem persönlichen Umfeld weiß ich aber auch, dass es sehr schwierige Situationen geben kann.

aktiv!: Sie sind selbst Mutter von zwei Kindern und beruflich sehr stark eingebunden. Wie gelingt es Ihnen, die Balance zwischen Privatleben und Beruf zu halten?

Manuela Schwesig: Mir geht es wie vielen Eltern auch. Es ist immer ein Spagat zwischen Familie und Beruf. Aber trotz meines vollen Terminkalenders nehme ich mir bewusst Zeit für die Familie. Meine freie Zeit verbringe ich am liebsten mit meinem Mann und unseren beiden Kindern in der Natur oder bei Heimkinoabenden. Urlaub machen wir sehr gern bei uns in Mecklenburg-Vorpommern.

aktiv!: Wo finden Sie Unterstützung?

Manuela Schwesig: Natürlich in der Familie, bei Freunden. Ich freue mich auch über die Unterstützung aus der Bevölkerung.

aktiv!: Welche Hilfen gibt es für Eltern mit einer chronischen Erkrankung, wie der MS, von staatlicher Seite?

Manuela Schwesig: An MS-Erkrankte haben Unterstützung von verschiedenen Seiten. Etwa 30 Prozent der etwa 252.000 an Multipler Sklerose Erkrankten in Deutschland sind zwi- schen 20 und 40 Jahre alt. Gerade für sie spielen die Themen Kinderwunsch, Schwangerschaft und Elternschaft eine große Rolle – insbesondere vor dem Hintergrund der nach wie vor lebenslangen Erkrankung, deren Verlauf auf den Alltag nicht vorhersehbar ist.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft haben sich auf die Themen rund um Kinderwunsch, Schwangerschaft, Entbindung, Stillzeit und Elternschaft spezialisiert. Aber, es ist auch klar: Jeder Fall muss individuell behandelt werden. Für medizinische Fragen, zum Beispiel zu Medikamenten während Schwangerschaft, Geburt und Stillzeit, stehen die Ärztlichen Beiräte des Bundesverbandes und der Landesverbände als Ansprechpartner zur Verfügung.

aktiv!: #Offline: Mit diesem Motto haben Sie sich im Rahmen der Nachsorge ihrer Krebserkrankung für einige Wochen in die Reha-Behandlung verabschiedet. Würden Sie aufgrund Ihrer Erfahrungen auch Menschen mit MS empfehlen, offen über ihre Erkrankung und mögliche Auszeiten zur Rehabilitation zu sprechen?

Manuela Schwesig: Als ich meine Krebserkrankung öffentlich gemacht habe, war das für mich wie ein Befreiungsschlag. Ich habe sehr viel Zuspruch erhalten, von Familie und Freunden sowieso. Aber es gab auch rührenden Mails und Briefe von Bürgerinnen und Bürgern aus ganz Deutschland. Das alles hat mir neben der eigentlichen Behandlung und den Rehas sehr geholfen, den Kampf gegen diese schreckliche Krankheit erfolgreich zu führen. Entscheiden muss natürlich jeder für sich allein, ob er oder sie offen über die Krankheit spricht. Ich kann nur sagen: Für mich war es gut.

aktiv!: Für MS-Erkrankte mit Kinderwunsch bietet die DMSG auf MS Connect eine geschützte Gruppe zum Projekt Plan Baby bei MS an. Wie schätzen Sie die Bedeutung von Möglichkeiten zum Austausch mit anderen Betroffenen ein?

Manuel Schwesig: Mit dem Projekt „Plan Baby bei MS“ soll natürlich auch der Austausch der Betroffenen auf der genannten Plattform untereinander gefördert werden. Es ist gut, dass dies durch einen überregionalen virtuellen Kontaktkreis über die Grenzen der Bundesländer hinaus in ganz Deutschland möglich ist. Denn Kinderwunsch ist keine einfache Sache, wenn man mit einer Krankheit wie MS zurechtkommen muss. Und neben einer qualifizierten und engmaschigen Beratung durch Ärzte, Krankenkassen und die Beratungsstellen der DMSG, gehört natürlich auch der vertrauensvolle Austausch der Betroffenen untereinander dazu.

Ein großes Dankeschön für die finanzielle Unterstützung bei der Produktion des Radio- Spots geht an die Gemeinnützige Hertie-Stiftung.

Weitere Informationen online und in der Broschüre

Mehr Infos bietet die DMSG-Broschüre Plan Baby bei MS, die kostenlos im Online-Shop des DMSG Bundesverbandes, e. V. auf www.dmsg.de und bei den DMSG-Landesverbänden erhältlich ist.

Am 29.11.21 ab 19:00 Uhr informiert Prof. Dr. med. Kerstin Hellwig in einem Online-Seminar über Fragen zu Plan Baby bei MS. Mehr lesen Sie auf https://plan-baby-bei-ms.dmsg.de 

Quelle: aktiv!-Ausgabe 3/2021; DMSG Bundesverband, e. V.

- 11.10.2021