DMSG - Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Bundesverband e.V.

Sechs Jahre geheim gehalten: Sportjournalistin Anna Kraft (35) spricht über ihre MS-Erkrankung

„Die Diagnose Multiple Sklerose war ein Wirkungstreffer“: RTL-Moderatorin Anna Kraft erhielt die Diagnose Multiple Sklerose im Alter von 29 Jahren. Heute ist Kraft 35, im Interview mit dem DMSG Bundesverband, e.V. verrät die zweifache Mutter, was sie zur Bekanntmachung ihrer MS-Erkrankung bewogen hat.

Sie gilt als die schnellste Moderatorin im deutschen Fernsehen, war Deutsche Meisterin im Sprint/Staffel und ist zweifache Mutter. Die Diagnose MS hat Anna Kraft lange geheim gehalten. Jetzt hat sie erstmals über ihre Erkrankung gesprochen. In ihrer Instagram-Story erklärte die Moderatorin: „Ich habe mir so lange Zeit gelassen, weil ich erst mal die Krankheit annehmen musste und meine Einstellung und meinen Weg dazu finden musste. Für mich war das ein ganz großer Schritt. Ein tiefer Einblick in mein Privatleben.“

Im Interview mit dem DMSG Bundesverband, e.V. verrät Anna Kraft, warum Sie sich jetzt zu diesem Schritt an die Öffentlichkeit entschlossen hat: Sie möchte auch anderen MS-Erkrankten Mut machen, Kraft geben und die Krankheit etwas nahbarer machen:

DMSG: Welche MS-Symptome haben sich bei Ihnen zuerst bemerkbar gemacht?

Anna Kraft: Mein erster Schub zeigte sich damals mit Empfindungsstörungen der rechten Körperhälfte, einem eingeschlafenen rechten Arm und Bein, ein halbseitig gelähmtes Gesicht mit hängendem Mundwinkel.

DMSG: Was wussten Sie bei der Diagnosestellung über die Erkrankung?

Anna Kraft: Die Krankheit MS war für mich damals komplett fremd und ich hatte gar keine Vorstellung über die Krankheit und den Verlauf.

DMSG: Wie hat ihr familiäres und berufliches Umfeld reagiert?

Anna Kraft: Die Diagnose war für meinen Freund, meine Familie und meinen engsten Freundeskreis natürlich auch erstmal ein Wirkungstreffer.

DMSG: Was hat Sie dazu motiviert, mit der Erkrankung an die Öffentlichkeit zu gehen?

Anna Kraft: Ich war im ersten Moment erschrocken, welcher Krankheitsverlauf mit dieser Diagnose noch heute assoziiert wird. Jetzt ist für mich ein guter Zeitpunkt, meinen Teil zur Entmystifizierung dieser Krankheit beizutragen. Ich hoffe, dass ich anderen Menschen da draußen, die an dieser Krankheit leiden, Mut machen und Kraft geben kann.

DMSG: Haben Sie eine Botschaft, die Sie Menschen mit MS weitergeben möchten?

Anna Kraft: Es ist mir ein großes Anliegen, allen Betroffenen Folgendes mitzugeben: Ein gutes Leben ist trotz dieser Diagnose absolut möglich! Gegebenenfalls muss man seinen Lebensrhythmus und seine Gewohnheiten etwas anpassen - die passende Medikamentierung vorausgesetzt. Die Krankheit zwingt einen dazu, eine Haltung und eine Einstellung zum Leben zu entwickeln. Es bewusster wahrzunehmen und auch zu genießen. Das ist auch eine Chance.

 

Kurz vorgestellt: Sportjournalistin Anna Kraft

Seit im September die UEFA Europe League und die UEFA Europa Conference League bei TVNOW an den Start ging, ist mit Anna Kraft eine der beliebtesten Sportmoderatorinnen Deutschlands dabei. Die 35-jährige Sportjournalistin wechselte diesen Sommer zur Mediengruppe RTL. Zuvor stand #dieKRAFT bereits für die TV-Sender ZDF, Sat1, Sky und Sport1 vor der Kamera und schloss ihr Studium als Diplom-Sportwissenschaftlerin erfolgreich ab. Für Eurosport moderierte sie die wöchentliche Live-Talkshow „Mann gegen Mann” - immer im Anschluss an das Fußball-Bundesligaspiel am Freitagabend.

Im Sportjournalismus seit 2010

Ihre journalistische Laufbahn begann Anna Kraft 2010 in der „ran”- Redaktion bei Sat1. 2015 wechselte Anna Kraft zum ZDF und berichtete dort unter anderem live von sportlichen Großereignissen. Für RTL war die Sportjournalistin bereits 2017 und 2018 als Reporterin bei „Mario Barth deckt auf” aktiv. Des Weiteren kommt sie als Fieldreporterin in der Fußball-Bundesliga zum Einsatz.

Liiert mit Fusßball-Kommentator Wolff-Christoph Fuss

Seit zehn Jahren ist sie mit dem Fußballkommentator Wolff-Christoph Fuss zusammen und brachte in den vergangenen drei Jahren zwei gesunde Mädchen zur Welt. Ihre Diagnose erhielt Anna eines Tages, weil sie dachte, sich einen Nerv am Rücken eingeklemmt zu haben.

- 22.09.2021