DMSG - Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Bundesverband e.V.

Multiple Sklerose: Das Unsichtbare sichtbar machen – DMSG-Broschüre klärt über verborgene Symptome und palliativ-medizinische Betreuung auf

„…die unsichtbaren Symptome sind schwer zu erklären und manchmal mag ich mich nicht dafür rechtfertigen, dass ich nicht mehr kann. Andererseits finde ich es aber wichtig, über diese Seite der Multiplen Sklerose aufzuklären“, Michaela M. (56) begrüßt die neue Broschüre der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG), die die verborgenen Krankheitszeichen der MS vorstellt und ihre Bedeutung für den Alltag MS-Erkrankter beleuchtet.

Das Unsichtbare sichtbar machen – darum geht es in dem 28-seitigen Ratgeber, den der DMSG-Bundesverband gemeinsam mit der AMSEL, Aktion MS-Erkrankter, Landesverband der DMSG in Baden-Württemberg, zum Welt MS Tag 2016 erarbeitet und herausgegeben hat. Seh-und Augenbewegungsstörungen, Schlafstörungen, Fatigue, Kognitionsstörungen, Depressionen, Sexualstörungen, Blasen- und Darmstörungen, Schmerzen, Sensibilitätsstörungen, Sprech-, Atem- und Schluckstörungen gehören zu den häufigsten Symptomen, die mit einer Multiplen Sklerose einhergehen. Doch sie sind nicht augenfällig, offenbaren sich „nur“ dem Erkrankten, für den sich daraus oftmals sehr einschneidende Einschränkungen und Belastungen ergeben.

Aufklärung erleichtern - Vorurteile beseitigen

Häufig gelten in der öffentlichen Wahrnehmung zwei grundsätzliche Vorurteile: Wer wie das blühende Leben aussieht, ist nicht ernsthaft krank und MS-Erkrankte sitzen im Rollstuhl! Vor diesem Hintergrund werden kognitive Einschränkungen als Unkonzentriertheit bezeichnet, wer unter Fatigue leidet, gilt als Drückeberger und bei Depressionen kommt schnell der Ratschlag, sich nicht so hängen zu lassen. Um diese falschen Vorstellungen auszuräumen, helfen nur Aufklärung und offene Gespräche -  dabei soll die neue DMSG-Broschüre „Unsichtbare Symptome der MS“ unterstützen. Sie macht die versteckten Symptome sichtbar, sie informiert und klärt auf, zeigt therapeutische Möglichkeiten auf und macht Mut, offen miteinander zu reden. Darüber hinaus finden sich Hinweise auf bereits veröffentlichte Broschüren, die einzelne Symptome tiefergehend betrachten.

Palliativ-medizinische Betreuung eröffnet mehr Lebensqualität

Ein eigenes Kapitel widmet sich der palliativmedizinischen Betreuung, die die Lebensqualität von schwer an MS erkrankten Menschen, aber auch von deren Angehörigen deutlich erhöhen kann. Sie versteht sich als ein ergänzendes Angebot, mit dessen Hilfe Betroffene ganzheitlich und individuell betreut werden und das auch die pflegenden Angehörigen psychisch entlasten kann. Auch hier räumt die Broschüre mit einem weit verbreiteten Vorurteil auf: Palliativmedizinische Betreuung hat keinesfalls nur mit dem Lebensende oder mit einer Krebserkrankung zu tun, vielmehr profitieren MS-Erkrankte davon, rundum aufgefangen zu werden und von den aufeinander abgestimmten Maßnahmen.

Ausgewiesene MS-Experten konnten für die fachliche Begleitung gewonnen werden: Prof. Dr. med. Thomas Henze, Ärztlicher Direktor des Passauer Wolf Reha-Zentrums Nittenau, und Prof. Dr. med. Raymond Voltz, Direktor der Klinik und Poliklinik für Palliativmedizin des Universitätsklinikums Köln. Die beiden Neurologen sind Mitglieder des Ärztlichen Beirates des DMSG-Bundesverbandes. In beeindruckenden Stellungnahmen berichten MS-Erkrankte selbst bzw. Angehörige über ihre Schwierigkeiten mit unsichtbaren Symptomen und ihrem Umgang damit. Im Rahmen der Projektförderung hat die BARMER GEK die Kosten für Layout und Druck übernommen.

Die Broschüre „Die unsichtbaren Symptome der MS“ kann in den Geschäftsstellen der DMSG-Landesverbände und über den Online-Shop des DMSG-Bundesverbandes unter www.dmsg.de bestellt werden. Zum Shop

- 24.05.2016