DMSG - Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Bundesverband e.V.

White Paper Multiple Sklerose: Bessere Versorgung und Teilhabe von Menschen mit MS ermöglichen

Der DMSG-Bundesverband hat gemeinsam mit einem Bündnis aus Ärzten das "White Paper Multiple Sklerose 2030" veröffentlicht. Darin gefordert wird eine bessere sozialmedizinische Versorgung und mehr Teilhabe für Menschen mit MS. Vor allem Wohnortnahe, MS-spezifische medizinische Versorgungs- oder Rehabilitationsangebote fehlen.

Die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft, Bundesverband e.V. (DMSG), der Spitzenverband ZNS (SpiZ), der Berufsverband Deutscher Neurologen (BDN) und der Berufsverband Deutscher Nervenärzte (BVDN) setzen sich mit dem White Paper Multiple Sklerose Versorgung 2030 gemeinsam für ein stärkeres Bewusstsein für die Belange von Menschen mit Multipler Sklerose (MS), eine koordinierte, facharzt- und sektorenübergreifende gesundheitliche Versorgung und Maßnahmen zur Stärkung der beruflichen und sozialen Teilhabe von Menschen mit MS ein.

Gemeinsam wollen wir mit dem White Paper eine öffentliche Debatte anstoßen:

Durch eine bedarfsgerechte medizinische Versorgung sollen Menschen, die an Multipler Sklerose erkrankt sind, selbstbestimmt am Leben teilhaben können. Dafür müssen alle Akteure an einem Strang ziehen, denn nur gemeinsam können wir Veränderungen bewirken. Die meisten Betroffenen erkranken in der Mitte ihres Lebens zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr. In dieser Lebensphase stehen die Familienplanung und die berufliche Entwicklung im Zentrum. Menschen wollen reisen, ihre Freizeit gestalten und haben sich die Erkrankung nicht ausgesucht. Sie müssen im Alltag häufig noch mit dem MS-Stigma kämpfen. Die Diagnose trifft die Menschen unerwartet und verursacht viele Ängste.

Barrieren im Leben mit MS beseitigen:

"Neben einer guten medizinischen und sozialen Versorgung wollen Menschen mit Multipler Sklerose vor allem ein selbstbestimmtes Leben führen", sagt Prof. Dr. med. Judith Haas, Vorsitzende des DMSG-Bundesverbands: "Wohnortnahe MS-spezifische medizinische Versorgungs- oder Rehabilitationsangebote, die maßgeblich zum Erhalt der Teilhabe beitragen, gibt es nicht ausreichend." Im Beruf und im Alltag fühlen sich Menschen mit MS häufig noch allein gelassen. Daher ist es ein positives Zeichen und ein guter erster Schritt, dass die Initiative gemeinsam von den Ärzten und MS-Betroffenen getragen wird. Martina Stamm-Fibich, Mitglied des Deutschen Bundestags und Patientenbeauftragte der SPD-Bundestagsfraktion, unterstützt die Initiative der Patientenvertretung und Ärzteschaft.

Den Forderungen des White Papers müssen nun konkrete Maßnahmen und Positivbeispiele folgen, um gemeinsam mit den relevanten Akteuren aus Politik, Selbstverwaltung und der Versorgung zu einer verbesserten beruflichen und sozialen Teilhabe beizutragen. Dazu müssen Schnittstellen zwischen den Versorgungssektoren aber auch zwischen den Sozialversicherungsträgern überwunden werden.

Quelle: DMSG-Bundesverband, Spitzenverband ZNS, BDN und BVDN - 21.01.2020

21.01.2020