DMSG - Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Bundesverband e.V.

Wussten Sie, dass über 40 Prozent der befragten Multiple Sklerose-Erkrankten an Blasen- und/oder Darmstörungen leiden?

Wenn bei Multiple Sklerose Teile des Zentralen Nervensystems beschädigt oder zerstört sind, können Funktionsstörungen der Harnblase und des Darms auftreten. Wie häufig dies der Fall ist, zeigt eine aktuelle Auswertung aus dem MS-Register der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft, Bundesverband e.V.

Demnach litten zum Zeitpunkt der letzten Meldung für das Register knapp ein Drittel der befragten MS-Erkrankten in Deutschland (32,4 Prozent) unter Blasenstörungen. Von Darmstörungen waren 8,1 Prozent der befragten MS-Erkrankten betroffen. Da das Vorliegen dieser Symptome aus Scham nicht selten verschwiegen wird, dürfte die Dunkelziffer vermutlich noch höher sein.

Die Blasenstörungen bleiben bei knapp der Hälfte der MS-Erkrankten (47,3 Prozent) unbehandelt. Darmstörungen werden noch seltener behandelt (53,8 Prozent). Innerhalb der 52,7 Prozent Patienten, deren Blasenstörung behandelt wird, erhalten 50,0 Prozent eine medikamentöse Therapie, 36,1 Prozent erhalten eine nicht-medikamentöse Behandlung und weitere 13,8 Prozent eine Kombination aus medikamentöser und nicht-medikamentöser Therapie. Die am häufigsten angewendete nicht-medikamentöse Behandlung bei Blasenstörungen ist mit 65,5 Prozent der Einsatz von Hilfsmitteln, gefolgt von der Physiotherapie mit 27,0 Prozent.

Sofern die Darmstörungen behandelt werden, was in nur 46,2 Prozent der Fälle geschieht, erfolgt dies überwiegend medikamentös (61,9 Prozent), gefolgt von einer nicht-medikamentösen Behandlung (30,9 Prozent) und einer Kombination aus medikamentöser und nicht-medikamentöser Therapie (7,2 Prozent). Werden die Darmstörungen nicht-medikamentös behandelt, werden häufig Hilfsmittel eingesetzt (56,9 Prozent) und/oder eine Physiotherapie durchgeführt (36,9 Prozent).

Das MS-Register stellt sich vor:

Schätzungen zufolge leben in Deutschland mehr als 240.000 MS-Erkrankte. Verlässliche Daten zur Prävalenz (Häufigkeit) der Erkrankung lagen lange nicht vor. Auch Fragen zur Versorgung, wie zum Beispiel die Anwendung verschiedener Therapieformen bei MS-Patienten waren nur ansatzweise bekannt. Um standardisierte Daten über die Versorgungssituation innerhalb Deutschlands und den Einfluss der Erkrankung auf die Berufs- und Arbeitswelt zu erhalten, initiierte die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft, Bundesverband e.V. im Jahre 2001 den Aufbau eines MS-Registers. Mittlerweile beteiligen sich 178 MS-Zentren an der Dokumentation mit einem jährlichen Umfang von bis zu 30.000 Datensätzen. (Stand: 03.01.2018) Ab sofort gewährt der DMSG-Bundesverband in der "Grafik des Monats" regelmäßig Einblick in aktuelle Zahlen rund um die Erkrankung Multiple Sklerose.

 

Quelle: DMSG-Bundesverband, msfp, MS-Register - 10.04.2018

- 10.04.2018