DMSG - Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Bundesverband e.V.

Vorbildliches Engagement für Menschen mit Multipler Sklerose: DMSG belohnt die Leistungen Ehrenamtlicher

Mit einem Festakt hat die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft, Bundesverband e.V. (DMSG) in Berlin verdienstvolle Persönlichkeiten geehrt, die seit vielen Jahren und in beispielgebender Weise den MS-Erkrankten in ihrer Familie, im Rahmen der Selbsthilfe oder in Projekten der DMSG zu mehr Lebensqualität verhelfen.

Die Auszeichnungen übergab der Schirmherr des DMSG-Bundesverbandes, Bundespräsident a. D. Christian Wulff. Für Begeisterung sorgte Autor Thomas J. Erning mit literarischen Einblicken in sein Leben mit MS. Durch das abwechslungsreiche Programm führte Moderator Ludger Abeln. Für den DMSG-Bundesverband ist es jedes Jahr eine große Ehre, die herausragenden Leistungen Ehrenamtlicher ins Licht der Öffentlichkeit zu rücken und deren uneigennütziges Wirken zu würdigen. Die Geehrten kamen aus ganz Deutschland und nutzten diesen besonderen Abend zum Erfahrungsaustausch und zum Entspannen vom Alltag mit der noch unheilbaren Erkrankung.

Käte Hammersen Preis 2014 für über 20 Jahre herausragendes Engagement

Prof. Dr. med. Judith Haas, Berlin, stellvertretende Vorsitzende im Geschäftsführenden Vorstand, Vorstandsmitglied im Ärztlichen Beirat des Bundesverbandes der DMSG und Neurologin am Jüdischen Krankenhaus Berlin, fördert seit mehr als zwei Jahrzehnten mit ihrem professionellen Rat, ihrer medizinischen Kompetenz, ihrer großen Erfahrung, vor allem aber mit ihrer herzlichen Zuwendung zu den Menschen die Arbeit der DMSG und trägt in hohem Maße dazu bei, dass MS-Erkrankte ihr Leben besser meistern können. Dafür erhielt sie den mit 2.500 Euro dotierten Käte Hammersen Preis der DMSG.
"Sie sind nicht nur eine herausragende Ärztin und Wissenschaftlerin, sondern auch jemand, der sich mit großer Leidenschaft, Empathie und hoher fachlicher Kompetenz für die Menschen einsetzt, deren Leben von dieser Krankheit geprägt ist", betonte Bundespräsident a.D. Christian Wulff in seiner Laudatio.

Doppelte Freude: Pia Näbauer Preis für junge MS-Erkrankte

Zum vierten Mal verlieh die DMSG den mit 2.500 Euro dotierten Pia Näbauer Preis, der aus einer Zustiftung der Bayerischen Multiple Sklerose Stiftung resultiert. Er soll für junge Leute mit MS ein Ansporn sein, sich in der DMSG zu engagieren. In diesem Jahr wurde der Preis zweimal vergeben und so konnte Christian Wulff gleich zwei junge Frauen auszeichnen:

Marianne Silzle aus Loßburg in Baden-Württemberg ist mit ihren 17 Jahren die bislang jüngste Preisträgerin. Ihr selbstbewusster, offener und öffentlicher Umgang mit ihrer Erkrankung macht sie zu einer wunderbaren Botschafterin in Sachen MS. Im Alter von elf Jahren erhielt sie die Diagnose. Marianne macht das Beste daraus, feiert auf sportlicher, schulischer und musikalischer Ebene große Erfolge. Auch im Jugendportal des DMSG-Bundesverbandes ermutigt sie junge Leute mit MS. Ihre Botschaft: "Lasst die Krankheit nicht euer Leben bestimmen." Mehr

Katrin Kormann aus Velen-Ramsdorf in Nordrhein-Westfalen ist es gelungen, eine gut funktionierende Beratungs-Kooperation zwischen dem von ihr betreuten Kontaktkreis und einer MS-Fachklinik aufzubauen. Mit Anfang 20 bekam sie die Diagnose MS. Sie haderte nicht mit ihrem Schicksal, sondern startete als DMSG-Kontaktkreissprecherin durch. Katrin Kormann will mitgestalten und sucht immer nach neuen ehrenamtlichen Herausforderungen. So organisiert sie Veranstaltungen zum Welt MS Tag, engagiert sich im Kontaktkreisbeirat und im Landesrat des DMSG-Landesverbandes NRW. Ihr nächster Plan steht bereits: Sie will in Borken eine neue Gruppe ins Leben rufen.

DMSG-Pflegepreise 2014

Die Merck Serono GmbH stiftete dem DMSG-Bundesverband zum 13. Mal zwei Pflegepreise mit je 5.000 Euro, mit denen in der Pflege tätige Angehörige MS-Erkrankter für ihr jahrelanges, aufopferungsvolles Engagement belohnt werden. Bundespräsident a.D. Christian Wulff ehrte eine Mutter und einen Ehemann:

"Sein Kopf ist ganz klar, aber sein Körper spielt nicht mehr mit": Helga Grunow aus Altreetz in Brandenburg ist seit 11 Jahren tagtäglich, rund um die Uhr, für ihren schwer an MS erkrankten Sohn André da und macht ihm mit ihrer Fürsorge das Leben lebenswert. Ihren Beruf als Lehrerin gab sie vorzeitig auf, um sich ganz der Pflege ihres 43-Jährigen Sohnes zu widmen. Die Verständigung erfolgt über einen Computer, den André mit den Augen steuert. Gemeinsam mit ihrem Mann Siegfried ermöglicht sie es ihrem auf den Rollstuhl angewiesenen Sohn, regelmäßig an Treffen der DMSG-Selbsthilfegruppe teilzunehmen.

In guten und in schlechten Zeiten:
Dieses vor 36 Jahren gegebene Eheversprechen erfüllt Hans-Jürgen Meyer aus Staßfurt in Sachsen-Anhalt jeden Tag aufs Neue mit Leben. Er pflegt in vorbildlicher Weise seine sehr schwer an Multipler Sklerose erkrankte Frau Martina, ermutigt sie und gibt ihr immer wieder die Lebensfreude zurück. 1994 wurde bei der ehemaligen Realschullehrerin die Diagnose MS gestellt. Die Krankheit schritt schnell voran. Seit zwölf Jahren ist Martina Meyer vollständig auf die Pflege und liebevolle Betreuung ihres Mannes angewiesen, dem es mit viel Power gelingt, die Sorge für seine Frau mit seinen beruflichen Herausforderungen unter einen Hut zu bringen.

DMSG-Ehrennadeln: Anerkennung für langjähriges Engagement

Acht Ehrennadeln in Gold überreichte Bundespräsident a.D. Christian Wulff und skizzierte in kurzen Laudationes die herausragenden Verdienste von:

Bild 1 (von links): Sabine Gwarys/Ettenheim(Baden-Württemberg), Irmgard Hunger/Coburg (Bayern), Gisela Kübelbeck/Nauheim (Hessen) und Kurt Bange/Bremerhaven (Bremen).

Bild 2 (von links): Roswitha Kiers/Hamburg (Hamburg), Therese Nickolai/Bergheim (Nordrhein-Westfalen), Anngret Lorenz-Zimmer/Kühlungsborn (Mecklenburg-Vorpommern/Nordrhein-Westfalen) und Gabriele Troll/Lübbenau (Brandenburg).

Neun Persönlichkeiten erhielten die Ehrennadel in Silber

Bild 1 (von links):

Doris Conrad/Dessau-Roßlau (Sachsen-Anhalt), Bernd Dicke/Mehren (Rheinland Pfalz), Monika Dickmann/Oberhausen (Nordrhein-Westfalen), Carolin Froehlich/Neustadt (Bayern), Helga Hopfe/Rotschau (Sachsen).

Bild 2 (von links):

Annemie Nickels/Prüm (Rheinland-Pfalz), Britta Rudolph/Oranienburg (Brandenburg), Günter-Ernst Winkle mit seiner Frau Claudia/Wächtersbach (Hessen) und Romy Wandschneider/Weingarten (Baden-Württemberg).


"Mein Leben mit Daly": Thomas J. Erning berichtet aus seinem Leben mit MS

Der an MS erkrankte Autor Thomas J. Erning erntete viel Beifall für Kostproben aus seinem Roman "Mein Leben mit Daly", in dem er sehr eindringlich schildert, wie er sein Leben nach der Diagnose MS neu organisiert hat und den Mut aufbrachte, seine Gedanken und Erlebnisse zu Papier zu bringen. Zehn Jahre brauchte er bis er den Gedanken "Ich habe MS" zulassen konnte. Viele Gäste im Publikum teilten seine Erfahrungen, suchten nach der Lesung das persönliche Gespräch mit dem Autor und ließen sich sein Buch signieren.

Bildergalerie

- 20.10.2014