DMSG - Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Bundesverband e.V.

4431 Mottos, 4431 Wege in eine positive Zukunft mit Multipler Sklerose: Der Welt MS Tag verbindet MS-Erkrankte in der ganzen Welt

Wir alle haben Mottos, die uns durch schwierige Zeiten helfen. Es sind die positiven Aussagen, mit denen wir unseren Alltag gestalten. Zum fünften Welt MS Tag rückte der DMSG-Bundesverband mit der Kampagne "Die Zukunft gestalten" Perspektiven für junge MS-Erkrankte ins Licht der Öffentlichkeit: Mit großer Resonanz-Tausende teilten ihre persönlichen Mottos mit der Welt und ermutigten, das Leben mit dieser Herausforderung zu meistern.

Im Rahmen der internationalen Kampagne der Multiple Sclerosis International Federation (MSIF) und ihrer Mitgliedsorganisationen, zu denen auch der DMSG-Bundesverband gehört, waren alle Menschen, die direkt oder indirekt von MS betroffen sind, nach ihren Lebensmottos für eine Zukunft mit MS befragt worden. Der Erfolg belegt, wie sehr motivierende Worte über Ländergrenzen wirken können. Bis zum 14. Juni 2013 teilten 4431 Menschen, fast doppelt so viele wie im letzten Jahr, ihr persönliches Credo mit Besuchern der Internetseite zum Welt MS Tag. In Deutschland war die Anzahl der eingesandten Beiträge so groß, dass wir auf www.dmsg.de nur eine kleine Auswahl der kreativen Ideen vorstellen konnten, die vom Film, über T-Shirts, selbstgeschriebene Songs bis zur Tätowierung reichten.

Alleine in der Woche rund um den 29. Mai verfolgten über 18.000 Menschen die Beiträge auf der Facebook-Pinnwand des DMSG-Bundesverbandes. Besonders das tätowierte Motto von Fabiola "Was bringen Dir die Jahre, wenn Du sie nicht lebst?" beeindruckte über 7.800 Leser. Viel Aufmerksamkeit erregten auch der Song "Jetzt liegt es an Dir" von Daniel, das Motto-Shirt von Tina, die erfolgreiche Jobsuche von Sandy, der Neustart von Claudia und das Film-Projekt "Kleine graue Wolke" von Jungregisseurin Sabine sowie die Geschichte der beiden Lisas, die nicht nur einen Namen teilen, sondern auch ihre positive Einstellung zum Leben mit MS. Mehr

Als Wegbereiter für Menschen aus mehr als 60 Nationen berichteten auf der Website zum Welt MS Tag sechs junge MS-Erkrankte von verschiedenen Kontinenten über überwundene Hindernisse, über Menschen, die ihnen Kraft geben und ihre Hoffnungen für die Zukunft:

Alle für eine Welt ohne MS

"Verliere Deine Träume nie aus den Augen. Egal welche Hürden Du überwinden musst": So beschreibt Brenda, 21, aus Argentinien das Motto für ihr Leben mit MS. Die Studentin hat nach einer schweren Zeit gelernt, wieder zu lachen und offener mit alten und neuen Freunden über die Krankheit zu sprechen. Heute ist sie stolz, Teil der globalen Bewegung zu sein und einen Beitrag zur Bildung und Sensibilisierung hinsichtlich der MS zu leisten, um die Chancen für MS-Erkrankte zu erhöhen. "Vor der Diagnose wusste ich nicht, was MS ist", bestätigt ihr Freund, wie sie es gemeinsam schafften, positiv in die Zukunft zu starten. Mehr

 

"Das Leben ist zum Leben da. Also lebe es", sagt Praneel aus Indien, bei dem im Alter von 16 Jahren MS diagnostiziert wurde. In Indien sei wenig über MS bekannt und so müsse er immer viel erklären, berichtet er. Die größte Entscheidung im Hinblick auf die MS war der Wechsel seines Studienfaches. Allen, die diesen Text lesen und vor kurzem mit MS diagnostiziert wurden, will er mitteilen: "Verliere nicht den Mut, bleib positiv und sei gewiss, dass es immer einen Ausweg für ein Problem gibt. Es werden ständig neue Arzneimittel verfügbar und die Forscher finden jeden Tag mehr über MS heraus." Der 18-Jährige möchte ein Vorbild sein für Menschen mit MS auf der ganzen Welt: "Die MS hält mich nicht zurück. Ich werde sein, was ich immer sein wollte." Mehr

 

"Wenn wir glauben, Gewinner zu sein, werden wir Weltmeister", ist Diogo aus Portugal überzeugt, "dass man mit MS alles tun kann, außer sie zu stoppen."

Der 23-Jährige hält an seinem Traum, als Designer zu arbeiten, fest. Auch wenn es für ihn schwer zu akzeptieren ist, dass er aufgrund der schweren Müdigkeit manchmal nicht in der Lage sein wird, die Lieferfristen seiner Auftraggeber einzuhalten. Auch täglich die Gesichter seiner Angehörigen zu betrachten, die jeden Tag auf eine Besserung seiner Symptome warten, ist für ihn schwer zu ertragen. Seine Familie wiederum glaubt fest an ihn und sagt: "Er weiß, wie er es meistern kann und er kann Situationen zu seinem Vorteil verändern." Mehr

 

"Das Leben ist schön, lebe es mit anderen Menschen zusammen" lautet das Motto von Khaoula (28) aus Tunesien, die nicht viel Unterstützung und Beratung von Fachkräften erhalten habe. Umso mehr dankt sie ihrer Mutter für den unermüdlichen Trost und die Ermutigung. Khaoula ist stolz, dass sie das College geschafft hat. Ihre Arbeitssuche gestaltet sich schwierig: "Ich glaube, dass viele Arbeitgeber nicht jemanden anstellen wollen von dem sie meinen, dass er "krank" ist." Nach 12 Jahren mit MS hat sie gelernt, zu kämpfen und auf ihren Körper zu hören und sucht jetzt eine Teilzeitstelle als Lehrerin. Mehr

 

"Nimm Veränderungen an. Nimm das Leben an", motiviert Breea (19) aus Kalifornien, trotz MS nicht den Kopf in den Sand zu stecken. Ihren Traum aufs College zu gehen, um Cheerleaderin und Fotojournalistin zu werden, musste sie auf Eis legen. Sie fand aber schnell neue Ziele, studiert von Zuhause aus und kann sich auf den Halt bei ihren besten Freunden und in ihrer Familie verlassen. "Mein neu gewonnenes Wissen über MS gab mir die Zuversicht, ihr in den härtesten Momenten beizustehen", erklärt ihr Freund. Auch Breea sieht optimistisch in die Zukunft: "Ich kann wieder gehen und kann immer noch lachen und lieben." Mehr

 

"Wenn Du einen Traum hast, gehe auf ihn zu. Wenn Du nicht gehen kannst, krieche auf ihn zu, Wenn Du nicht kriechen kannst, halte ihn Dir vor Augen", blickt Anna (26) aus Russland auf 18 Jahre Lebenserfahrung mit MS zurück. Selbstmitleid und sich Zuhause verkriechen kommen für sie nicht infrage: "Ich hoffe auf eine glückliche Zukunft – verheiratet zu sein und Kinder zu haben." Am Arbeitsplatz hat sie sich mit ihrer Gehbehinderung und den weiteren MS-Symptomen arrangiert. Ihre Kollegen unterstützen sie ebenso wie ihr Freund, erklärt sie: "Meine Lieben geben mir die innere Kraft zu wissen, dass ich nie alleine sein werde." Mehr

 

Gemeinsam gegen MS

Die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft hilft MS-Erkrankten, ihre Chancen zu erkennen und zu ergreifen. Als Teil der stetig wachsenden globalen Bewegung der MS-Gesellschaften räumt sie mit Vorurteilen auf. Ziel ist, durch Information die öffentliche Unterstützung und das Verständnis für MS-Erkrankte zu stärken, um deren Chancen in Bildung und Berufswelt zu verbessern. Gemeinsam soll ein Grundstein gelegt werden für politische Veränderungen und ein Umfeld, in dem die Menschen verstehen, was MS ist, und erkennen, dass zum Beispiel ein mit der Krankheit einhergehender Mangel an Gangsicherheit nicht als Trunkenheit missverstanden werden darf und die Fatique nicht mit Faulheit zu verwechseln ist.

Beim DMSG-Bundesverband reißt die Welle der Zuschriften zur Motto-Aktion bis heute nicht ab. Dafür bedanken wir uns sehr. Die vielen Ideen und ermutigenden Lebensstrategien reflektieren die Zuversicht nicht nur junger Menschen mit Multipler Sklerose auf ein glückliches Leben und eine positive Zukunft. Getreu dem Motto von Kathrin Lange: "Am Ende wird alles gut. Und wenn es nicht gut ist, ist es auch nicht das Ende"!
Lassen Sie sich inspirieren von der wachsenden Liste mit Mottos, die wir Ihnen in der nächsten Woche hier vorstellen:

Sarah: Mein MS- Motto lautet: "Sehe nicht nur schwarz/weiss", was für mich heißt, den gesunden Mittelweg zu finden. Oft ist man, wie ich auch selbst, vor allem zu Beginn der Diagnose 2011 tief traurig... an guten Tagen dann total euphorisch, aber die Mitte zu finden, find ich wichtig. Es gelingt mir natürlich nicht immer, aber ich erinnere mich täglich daran, dass das Leben eben nicht nur aus schwarz/weiss besteht. Ich kämpfe bis zum Schluss!

- 14.06.2013