DMSG - Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Bundesverband e.V.

An Multiple Sklerose erkrankte Reiterin qualifiziert sich für die Weltmeisterschaft

Regine Mispelkamp fliegt zur Weltmeisterschaft der Para-Reiter in die USA: „Ich möchte damit zeigen, dass es auch mit gesundheitlichen Einschränkungen möglich ist, auf höchstem Niveau zu reiten“, will die 47-Jährige mit ihrem Beispiel auch andere dazu motivieren, ihre Ziele trotz der noch unheilbaren Erkrankung weiterzuverfolgen.

Die Diagnose Multiple Sklerose, MS, ist ein Schock, bedeutet aber keinesfalls ein Ende der Lebensqualität. In der Serie "Mutmach-Geschichten" stellen wir Menschen vor, die diese Krankheit als Chance begreifen, neue Wege zu beschreiten: 

Knapp vier Wochen nach ihrem Sieg bei den Deutschen Meisterschaften der Para Equestrian Dressage hat Regine Mispelkamp ein großes Ziel erreicht: Am Wochenende wurde die in Issum beheimatete Reiterin des RV Seydlitz Kamp bei einem Lehrgang in Frechen für die Weltmeisterschaften der Para-Reiter in Mill Spring, North Carolina, nominiert. „Jetzt müssen wir nur noch gesund bleiben“, freut sich die Pferdewirtschaftsmeisterin auf den Trip in die USA. Ihr Pferd Look at me now wird bereits am 9. September die Anreise in die Staaten antreten. „Nach ärztlicher Untersuchung und Quarantäne werden wir uns dann am Zielort hoffentlich wohlbehalten treffen“, fühlt sie mit ihrem Pferd mit. Bundestrainer Bernhard Fliegl und Equipechefin Britta Bando setzen vom 11. bis 23. September im Tryon International Equestrian Center beim Kampf um die Medaillen auf Regine Mispelkamp und ihr Pferd Look at me now.

Auch im Regelwettbewerb will die erfolgreiche Reiterin antreten

Die an Multiple Sklerose erkrankte Reiterin, die in der Klasse Grade V eingestuft wurde, wird jedoch nicht nur auf die Teilnahme an den sogenannten Para-Wettbewerben setzen. Nachdem sie im Regelsport bereits Erfolge in der Dressur bis hin zum Grand Prix sowie im Springen bis zur Klasse S erreichte, möchte sie auch in diesem Bereich weiter angreifen.  Für die selbstständige Pferdewirtschaftsmeisterin bedeutet nicht nur der Start bei der WM eine Herausforderung: „In meiner Abwesenheit läuft der Ausbildungsbetrieb auf dem Hof komplett weiter, mein Team hat dann ein bisschen mehr zu tun als sonst“, so Regine Mispelkamp.

Paul Schockemöhle und Ludger Beerbaum waren ihre Trainer

Mit dem Reitsport hatte Regine Mispelkamp als Dreijährige erstmalig Kontakt. Bereits im Alter von sieben Jahren hatte sie tägliches Reittraining auf Ponys und den elterlichen Großpferden und begann mit 15 Jahren ihre Turnierkarriere. Trainiert wurde sie bereits in ihrer Schulzeit von namhaften Reitern wie Paul Schockemöhle, Franke Sloothak und Ludger Beerbaum. Mitte der 90er Jahre sammelte sie bereits Turniererfolge auf den eigenen Pferden bis zur Klasse S im Springen und bis zur Klasse M in der Dressur.

Seit knapp 20 Jahren ist die WM-Teilnehmerin mit eigenem Turnier- und Ausbildungsstall selbstständig, im Jahr 2000 machte sie ihren erfolgreichen Abschluss zur Pferdewirtschaftsmeisterin. Die dreijährige Trainerausbildung zur Diplomtrainerin des deutschen olympischen Sportbundes in Köln an der Trainerakademie rundete die berufliche Laufbahn ab. Im Mai hatte sie ihren ersten offiziellen internationalen Start im Para–Dressursport mit drei Siegen und zwei zweiten Plätzen bei fünf Starts.

Ein sportliches Ziel hat Regine Mispelkamp über die WM hinaus bereits fest im Blick: Die Europameisterschaften im niederländischen Rotterdam im nächsten Jahr.

Quelle: prjournalist, Dirk Dratsdrummer, Bild: Finnphoto, Sirpa Huhtamella - 06. 08. 2018

- 06.08.2018