DMSG - Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Bundesverband e.V.

„Deine Stimme für Inklusion – mach mit!“: Bundesbeirat Multiple Sklerose-Erkrankter beteiligt sich am Europäischen Protesttag

Aus Anlass des Europäischen Protesttages zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen meldet sich auch der Bundesbeirat MS Erkrankter (BBMSE) der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft, Bundesverband e.V. zu Wort, um dem Ziel der Inklusion Nachdruck zu verleihen. Der Aktionstag, den es seit 27 Jahren gibt, steht in diesem Jahr unter dem Motto „Deine Stimme für Inklusion- mach mit“.

 

„Man merkt nie, was schon getan wurde, man sieht immer nur, was noch zu tun bleibt!“

Inklusion ist kein bloßes Wunschdenken, sondern ein von den Vereinten Nationen festgeschriebenes und von Deutschland 2009 ratifiziertes Menschenrecht. Wo Menschen mit und ohne Behinderungen gemeinsam ganz normal ihr Leben gestalten, wird Inklusion gelebt und Vielfalt erfahren. Neue Erfahrungen, gemeinsame Erlebnisse, gelebte Rücksichtnahme in unterschiedlichen Lebenslagen fördern soziales Miteinander. Die Vielfalt wird zur Normalität. Das ist unser Ziel. Allerdings müssen wir uns dafür jeden Tag einsetzen und jeden Tag in der eigenen Sache „Flagge“ zeigen. Wir verstehen uns nicht als Bittsteller, sondern sind Interessenvertreter aller, die an Multipler Sklerose erkrankt sind. Wir leisten eine wichtige Arbeit in der Selbsthilfe und treiben die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen voran.

Deshalb fordern wir von der Politik: Aus Mitsprache muss gelebte Mitbestimmung werden!

Wir wollen aufzeigen und verdeutlichen, dass sich unser Blick für die Vielfalt und die ganze bunte Palette des Menschseins noch mehr öffnen muss und der BBMSE das Menschenrecht Inklusion als Leitmotiv für das tägliche Handeln und Entscheiden versteht. Inklusion ist ein dynamischer gesellschaftlicher Prozess und bedarf ständiger politischer Begleitung und der Initiierung von Veränderungs- und Anpassungsprozessen. Die Mitglieder des BBMSE wollen hierbei nicht die Zuschauer der jeweiligen Gestaltungsprozesse sein, sondern die Initiatoren! Für den Bundesbeirat MS Erkrankter (BBMSE) Katrin Gensecke

"Inklusion umfasst nicht nur, nicht gesunde Menschen zu akzeptieren. Es heißt so vieles mehr - auch anders lebende Menschen so zu akzeptieren, wie man möchte. Inklusion beginnt in den Köpfen und startet mit dem Tun", Michaela Schott für den BBMSE der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft.

Studie zeigt den Handlungsbedarf

Beratung auf Augenhöhe, berufliche Aufstiegschancen oder spontanes Reisen – was für viele selbstverständlich ist, wird Menschen mit Behinderung im Alltag oft verwehrt. Das zeigen die Ergebnisse einer Studie der Aktion Mensch anlässlich des Europäischen Protesttags zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung am 5. Mai. Mehr als 1.000 Menschen mit einer Schwerbehinderung wurden dabei nach ihren größten Herausforderungen im Alltag befragt. Das Ergebnis: Die meisten Schwierigkeiten gibt es im Umgang mit Ämtern und Behörden. Auf Platz zwei und drei in diesem „Negativ-Ranking“ folgen die Bereiche Beruf und Mobilität.

Die Studie „Zentrale Herausforderungen im Alltag aus Sicht von Menschen mit Schwerbehinderung“ wurde von Ipsos Public Affairs im Auftrag der Aktion Mensch durchgeführt. Im Rahmen der auf Repräsentativität angelegten quantitativen Online-Befragung wurden 1.001 Menschen mit Schwerbehinderung im Alter von 16 bis 64 Jahren befragt. An der Umfrage haben ausschließlich Menschen mit einem amtlich festgestellten Grad der Behinderung von mindestens 50 teilgenommen. Die Befragung erfolgte vom 15. Februar bis 1. März 2021.

Quelle: BBMSE, Aktion Mensch - 05.05.2021

- 05.05.2021