DMSG - Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Bundesverband e.V.

ECTRIMS/ACTRIMS 2011: MS-Therapien auf dem Prüfstand

Multiple Sklerose aufhalten, Funktionen wiederherstellen und die Krankheit möglicherweise für immer besiegen: Über 1100 wissenschaftliche Präsentationen und Poster umfassten fast jeden Aspekt der Forschung als sich im Spätherbst mehr als 7000 praktizierende und forschende Neurologen in Amsterdam auf dem gemeinsamen Kongress von ECTRIMS (European Committee for Treatment and Research in MS) und ACTRIMS (Americas Committee for Treatment and Research in MS) trafen- der DMSG-Bundesverband stellt die wichtigsten Themen in einer Serie vor.

Die Experten diskutierten über die neuesten Ergebnisse zu innovativen MS-Therapien, möglichen Risikofaktoren, Rehabilitationsansätzen, CCSVI und vieles andere. Hier finden Sie einige Highlights, die die Nationale MS-Gesellschaft der USA zusammengetragen hat. Kurzfassungen und Poster in englischer Sprache sind auf der Website von ECTRIMS/ACTRIMS zu finden.

Der erste Teil unserer ECTRIMS/ACTRIMS-Serie liefert einen Überblick zu den Schwerpunkten des Kongresses

MS aufhalten

• Es wurden erste Ergebnisse aus Studien zu neuen Wirkstoffen präsentiert, die sich zurzeit in der Endphase der Testungen befinden und von denen einige, wenn sie für wirksam und sicher befunden werden, möglicherweise 2012 oder 2013 auf den Markt kommen könnten.

• Fortschritte auf dem Weg zu einer mehr individuellen, ‘personalisierten’, Behandlung der MS wurden aufgezeigt – einschließlich Bestrebungen, nicht-invasive Anzeichen oder Biomarker zu finden, die einen Behandlungserfolg oder den Krankheitsverlauf vorhersagen und damit klinische Studien beschleunigen oder optimieren könnten.

Wiederherstellen von Funktionen

• Möglichkeiten einer Vielzahl von Rehabilitationsansätzen wurden präsentiert, die dabei helfen können, Funktionen bei MS-Erkrankten wiederherzustellen. Dabei spielten Symptome wie Schmerzen, kognitive Probleme, Fatigue und Tremor eine wichtige Rolle.

• Darüber hinaus gab es 19 Präsentationen zum Thema CCSVI (Chronische Cerebrospinale Insuffizienz) und MS. Einige Mediziner berichteten über das Auftreten dieses Phänomens bei MS-Erkrankten im Vergleich zu Kontrollgruppen, jedoch mit widersprüchlichen Ergebnissen. Andere beschäftigten sich mit unterschiedlichen bildgebenden Techniken und pathologischen Befunden zu dieser Theorie.

MS besiegen

• Gene, die Menschen für MS empfänglich machen, tragen lediglich zu 30% zum entsprechenden Risiko bei – der Rest wird vermutlich durch Umweltfaktoren beeinflusst. Es wurden diverse Präsentationen zu möglichen Risikofaktoren – und auch schützenden Faktoren – diskutiert. Dazu gehörten auch die Fragen, inwieweit unser Darm die Aktivität des Immunsystems beeinflusst, was die Rolle von Vitamin D ist und ob man eine bestehende MS mit Vitamin-D-Gaben beeinflussen könnte. Neue Studien untersuchen darüber hinaus Risikofaktoren für die MS im Kindesalter.

Mehr zu experimentellen MS-Therapien in der Pipeline lesen Sie hier im zweiten Teil der ECTRIMS-/ACTRIMS- Serie auf www.dmsg.de

 
 Quelle: Research News NMSS
Redaktion: DMSG Bundesverband e.V. - 13. Dezember 2011 
 

- 13.12.2011