DMSG - Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Bundesverband e.V.
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„Der Glaube hält mich über Wasser“: Schwester M. Sabina lebt mit Multipler Sklerose im Kloster der Franziskanerinnen

In ihrem Zimmer kann sie sich nur noch in einem kleinen Radius bewegen, ihre Phantasie und Zeichenkunst hingegen kennt keine Grenzen. Schwester M. Sabina Möller, Franziskanerin im Kloster Gengenbach, lebt seit 38 Jahren mit Multipler Sklerose und ist auf den Rollstuhl angewiesen.

Ihr ganzes Leben lang war die ausgebildete Zeichen- und Werklehrerin künstlerisch aktiv und lässt sich durch ihre fortschreitende Erkrankung nicht demotivieren. Als Künstlerin versteht sie sich jedoch nicht.

„Ich bin entweder eine Erfinderin oder eine Handwerkerin“, erklärt sie im Interview mit dem DMSG-Bundesverband. Einen Tag lang hat sie uns eingeladen in ihre Welt im Kloster der Franziskanerinnen vom Göttlichen Herzen Jesu im Schwarzwald.

An der Wand über ihrem Schreibtisch hängen unzählige Bilder, Zeichnungen mit christlichen Motiven, aber auch viele Fotos von Verwandten. Schwester Sabina kommt aus einer großen Familie. 1951 in Stuttgart geboren wächst sie mit ihren acht Geschwistern in Kehl am Rhein auf. Als sie eines Tages einen Spaziergang mit der Familie unternimmt bemerkt ihr Vater, dass seine Tochter einen Fuß nachschleift. Der Befund: Nervenentzündung! Als sie selbst im Lexikon nachschaut wird ihr klar: Das ist MS! Die Informationen, die sie über die Erkrankung findet, lassen sie jedoch mit vielen Fragen zurück, verdeutlicht Schwester Sabina die verzweifelte Situation, mit der sich alle MS-Erkrankten konfrontiert sehen: „So jetzt weiß ich, was ich habe, aber niemand weiß, woher es kommt und wohin es geht.“ Trost fand und findet sie im Glauben: "Der Glaube hält mich über Wasser", betont die Franziskanerin, die vor 66 Jahren als Bärbel das Licht der Welt erblickt hatte.

Wie aus Bärbel die Schwester Sabina Maria wurde

Ihr Weg ins Kloster war ihr nicht in die Wiege gelegt. Auch der katholische Glauben nicht. Erst mit 14 wurde Bärbel auf eigenen Wunsch hin getauft. Zu dieser Zeit absolvierte sie eine Ausbildung an der Haushaltungsschule der Franziskanerinnen und wohnte im Internat. Sie war fasziniert von einigen der Nonnen: „Alles war eine Wunderwelt für mich“, erinnert sie sich daran, wie Sie christliche Literatur verschlang und eine für ihre Familie überraschende Entscheidung traf.

„Die Bärbel will ins Kloster gehen“,

verkündete ihr Bruder eines Tages am Frühstückstisch. 1972 trat Bärbel in den Orden der Franziskanerinnen vom Göttlichen Herzen Jesu ein. Seit 1973 trägt sie einen neuen Namen: Schwester M. Sabina Möller. 1981 legte sie die „Ewige Profess“ ab und wurde an die Fachschule für Sozialpädagogik Sancta Maria nach Bruchsal berufen, wo sie Werken, Puppenspiel, Festgestaltung und Zeichnen unterrichtete.

Der fortgeschrittene Verlauf ihrer Multiplen Sklerose führte sie 2002 zurück ins Mutterhaus der Franziskanerinnen. Dort lebt sie in der Pflegestation in einem eigenen Zimmer, hilft tagsüber in der Waschküche unternimmt im Rollstuhl kurze Ausflüge in den Klostergarten und zeichnet. Tiere und Pflanzen sind ihre Hauptmotive.

Ihre schönsten 13 Werke sind im Wandkalender „Der bunte Schöpfungsgarten 2018“ für 9,95 € erhältlich. Für jeden verkauften Kalender gehen 4,50 € als Spende an die DMSG. Ebenso der Erlös für ihr erstes Kinderbuch „Wir feiern Weihnachten mit dem heiligen Franziskus“, das für 14,95 € im Kloster zu erwerben ist. Kontakt

Der DMSG-Bundesverband bedankt sich herzlich bei Schwester Sabina und den Franziskanerinnen vom Göttlichen Herzen Jesu.

Quelle: DMSG-Bundesverband - 22.12.2017

- 28.12.2017