DMSG - Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Bundesverband e.V.

Der Weg ist das Ziel: Schritt für Schritt für den Kampf gegen Multiple Sklerose

"Move on - Stay strong” (Lauf weiter–bleib stark) unter diesem Motto läuft Christopher in den nächsten Jahren über sieben Staatsgrenzen von Bonn bis in den Iran: Mit seinem 5.000 Kilometer langen "Road to Teheran" -Benefiz-Lauf will er auf die Krankheit aufmerksam machen und Unterstützer für den Kampf gegen Multiple Sklerose gewinnen.

Christopher ist 28 Jahre alt, Psychologie-Student, leidenschaftlicher Sportler und an Multiple Sklerose erkrankt. Doch er lässt sich nicht unterkriegen und setzt aktiv Zeichen im Kampf gegen MS. Dafür tut er das, was er am besten kann: Er läuft - 5.000 Kilometer von seiner Heimatstadt Bonn bis in den Iran. In Etappen, immer soweit die Füße tragen. Als Leistungssportler weiß Christoph, was er seinem Körper zumuten kann und lernte schnell: Die Krankheit gibt das Tempo vor. Die Richtung bestimmt er selbst. Christopher tritt der Krankheit entgegen und sammelt mit seiner spektakulären Aktion Spenden für die MS-Forschung. "Ich wollte schon lange eine Aktion für einen guten Zweck starten, wusste aber nie so recht, wie ich es anpacken sollte", erklärt er, was ihn zu dem Projekt "Road to Teheran" inspirierte.

Die ehemalige Kneipenidee hat sich schnell zu einem Projekt entwickelt, das weltweit von sich hören macht. Sogar die BBC berichtete im Zielland Iran bereits über seinen Lauf zugunsten der Forschungsförderung der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft, Bundesverband e.V. Im letzten Jahr las ein BBC-Reporter den Bericht auf www.dmsg.de und drehte daraufhin mit Christopher eine Reportage. Es folgten Anfragen aus der Türkei und zahlreiche Berichte in deutschen Printmedien.

Barrieren überwinden - Grenzen austesten

"Road To Teheran" ist kein einmaliges Rennen, um über MS aufzuklären und Spenden zu sammeln. Die auf mehrere Jahre angelegte Aktion in Zusammenarbeit mit dem DMSG-Bundesverband soll all jene, die ebenfalls mit der unheilbaren Autoimmunkrankheit leben, ermutigen, nicht aufzugeben, sich immer neue Ziele zu setzen und die Zukunft aktiv zu gestalten.

Die Krankheit verläuft bei jedem anders. Und genauso verschieden sind die Wege, wie die Erkrankten mit dieser Diagnose umgehen. Der begeisterte Leistungssportler Christopher will mit seinem Marsch zeigen, was in seinem Fall trotz MS möglich ist. Als Vorbild für andere MS-Erkrankte sieht er seine sportliche Ausnahmeleistung jedoch nicht. "Ich bin seit Jahren im Training – deshalb müssen das andere Betroffene nicht genauso machen. Jede Art, sich zu verwirklichen, ob künstlerisch oder was auch immer einen motiviert oder inspiriert, verdient Respekt", betont er.

Die Diagnose kam im März 2013

Im Jahr 2013 befand sich der damals 25-jährige Psychologie-Student in der Trainingsphase als semiprofessioneller Läufer für den Halbmarathon der akademischen Meisterschaften in Wien. Doch plötzlich spürte er seine rechte Körperseite nicht mehr. Bald darauf folgte die Diagnose: Multiple Sklerose. Den Warnungen seiner Ärzte zum Trotz stand er zwei Tage später wieder auf der Laufstrecke. Zwei Wochen nach der Diagnose lief er den Halbmarathon und schaffte es unter die Top 30. Für Christopher war das die Bestätigung, dass er auch mit der Krankheit weiterhin sportlich aktiv sein kann. Und der letzte Anstoß dafür, sein lange geplantes Projekt zu starten: In jährlichen Etappen will er von seiner Heimatstadt Bonn bis in den Iran laufen. Vor dem Start holte er sich Rat von Experten aus dem Ärztlichen Beirat des DMSG- Bundesverbandes, passte seine Ernährung an, trainierte eisern und suchte Sponsoren für seine Ausrüstung. Mit Erfolg: Im vergangenen Sommer schaffte er die erste Etappe bis Klagenfurt in Österreich- mit elf Kilogramm Gepäck.

2014 war erst der Anfang

Seine Route führt ihn in den nächsten Jahren noch durch Slowenien, Kroatien, Serbien, Bulgarien, Türkei bis in den Iran. Christopher wird dabei sieben Staatsgrenzen überschreiten. Die Übernachtung erfolgt im Zelt oder bei Menschen, die er unterwegs kennenlernt. Keine leichte Aufgabe. "Schon in Deutschland war es manchmal hart, wenn keine Übernachtungsmöglichkeit in Sicht war, die blutigen Füße schmerzten und auch das Nahrungsangebot zu wünschen übrig ließ", berichtete Christopher schon im letzten Jahr. Der Langstreckenläufer hielt tapfer durch und erreichte sein erstes Etappenziel Klagenfurt in Österreich, wo ihn Freunde erwarteten.

On the road again: Die zweite Etappe ist gestartet

Für die nächste Etappe ist er optimistisch. "Auf dem Balkan ist es einfacher, eine Übernachtungsmöglichkeit zu finden, als in Deutschland", weiß Christopher aus Erfahrung: "Die sind so unfassbar herzlich." Dennoch muss er sich mit einigen Problemen auseinandersetzen: Seine Therapieumstellung im Winter war gescheitert und so läuft er wieder mit einem MS-Medikament, das gespritzt und gekühlt werden muss.
Die Spritzen sind ohne Kühlung nur eine Woche haltbar. "Ich muss genau planen, wann ich wo Nachschub bekomme", erklärt er. Zumal es nicht einfach sein wird, mit Spritzen durch die Zollkontrollen zu kommen. Auch die politische Lage in einigen Ländern auf seiner Laufliste gibt Christopher zu denken:

Als Christopher dieses Jahr in seinem letzten Etappenzielort Klagenfurt eingetroffen war, die Wetterprognosen checkte und restliche Vorbereitungen erledigte, sei er angesichts der aktuellen Situation für die Flüchtlinge nachdenklich geworden, berichtet er: "Es ist ein seltsames Gefühl, alle Umstände zu prüfen, die vielleicht auftreten könnten, wo ich jederzeit in meine Heimatstadt zurückkehren könnte, während aus der anderen Richtung tausende Flüchtlinge kommen, die keine Möglichkeit haben, ihr Umfeld zu ändern". Die politische Lage war auch einer der Gründe, warum der junge Deutsche den Start der zweiten Etappe seines Laufes verschoben hatte. Auch eine Verletzung am Bein machte Probleme.

30 Kilometer am Tag lautet das Tagespensum

Bremsen konnte ihn das alles nicht, betont Christopher: "Meine Freunde wissen: Wenn ich mir etwas in den Kopf gesetzt habe, mache ich das auch". Gesagt, getan. Er startete in Klagenfurt und kam gut voran bis er sich nach drei Tagen in Slowenien im Wald verlief. Er musste umkehren und schaffte sein tägliches Pensum von 30 Kilometern nicht. Deutlich erschöpft fand er in der Nacht Obdach bei einem freundlichen Ehepaar. Sein Rücken schmerzt und auch die Polizei hat ihn schon angehalten. Zuletzt überquerte er die Grenze zu Kroatien. Wie seine Tour weiter geht, erfahren Sie hier:

und auf www.dmsg.de

Gemeinsam für eine Welt ohne MS

Noch ist MS eine unheilbare Krankheit. Um die Forschung voranzubringen, bittet Christopher um Spenden für den DMSG-Bundesverband. Jeder Beitrag setzt ein Zeichen für den Kampf gegen MS:

Betreff "Road To Teheran",
Bank für Sozialwirtschaft
IBAN: DE17251205100000404040
BIC: BFSWDE33HAN

Vielen Dank!

Im November will Christopher zurück in Bonn sein. Dann sind die letzten mündlichen Prüfungen für seinen Studienabschluss angesagt. Diskriminierungen wegen seiner Erkrankung habe er bislang nicht erlebt, sagt er: "Im Gegenteil, ich habe eher die gegenteilige Erfahrung gemacht." Er hofft, dass dies nach seinem Studienabschluss beim Start in den Beruf so bleiben wird.

Durch sein internationales Benefiz-Projekt und seine Beteiligung an den Aktionen der DMSG zum Welt MS Tag hat Christopher auch international Kontakte geknüpft. Unter dem vom DMSG-Bundesverband ausgegeben Motto "MS reisst Löcher in den Alltag" drehte er einen Kurzfilm, in dem er sein Projekt vorstellte:

- 21.09.2015