DMSG - Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Bundesverband e.V.

Die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft bietet ab 2016 neue Fördermöglichkeiten für Wissenschaftler

Im Jahr 2016 wird es spannend für die deutschen Forscher auf dem Gebiet der Multiplen Sklerose: Der DMSG-Bundesverband hat eine neue Forschungsförderung ins Leben gerufen-das diesjährige Ausschreibungsthema lautet "Marker & Mechanismen der progredienten Multiple Sklerose".

Die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft, Bundesverband e.V. will, in Zusammenarbeit mit Ärzten, Wissenschaftlern, MS-Erkrankten, Angehörigen und allen Interessierten, die Erforschung der Multiplen Sklerose vorantreiben. Zu diesem Zweck hat sie ihre Richtlinie zur Forschungsförderung weiterentwickelt und wird verstärkt Projekte mit MS-Schwerpunkt unterstützen. Prof. Dr. med. Reinhard Hohlfeld, Vorsitzender des Ärztlichen Beirates der DMSG und international anerkannter sowie sehr gut vernetzter MS-Forscher, hat mit seinen Kollegen des Beirates aktiv an der Ausgestaltung der Richtlinie mitgewirkt und erläutert im Interview wichtige Aspekte der Weiterentwicklung:

DMSG-Bundesverband: Prof. Hohlfeld, Sie haben die neue Richtlinie zur Förderung von Forschungsprojekten des DMSG-Bundesverbandes aktiv mitgestaltet. Welche Absichten liegen dieser Initiative zugrunde?

Prof. Dr. med. Reinhard Hohlfeld: Schon bisher hat die DMSG Forschungsvorhaben unterstützt. In Zukunft soll die Forschungsförderung jedoch wesentlich verstärkt und ausgebaut werden. Erstmals wird es auch eine "Einzelprojektförderung" geben, in Anlehnung an die Forschungsförderung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Selbstverständlich wird die DMSG nur Projekte fördern, die sich mit Fragen und Problemen der MS befassen. Nur durch intensive Erforschung der Mechanismen, der Diagnostik und der Therapie kann die Situation der MS Betroffenen-Erkrankten weiter verbessert werden. Die Forschungsförderung durch die DMSG wird in Zukunft immer wichtiger werden, weil immer weniger öffentliche Fördermittel bereitstehen werden. Neben der Einzelprojektförderung wird es, wie schon bisher, eine "Fehlbedarfsförderung" geben, mit der Lücken anderweitig geförderter MS-bezogener Projekte geschlossen werden können. Zusätzlich sollen "DMSG Stipendien" jungen Ärzt(en)Innen und Wissenschaftler(Inne)n ermöglichen, MS-relevante Methoden zu erlernen. MS-bezogene Symposien werden ebenfalls gefördert.

DMSG-Bundesverband: Welchen Part werden Sie und der Ärztliche Beirat des DMSG-Bundesverbandes, dessen Vorsitzender Sie sind, bei der neuen Forschungsförderung übernehmen?

Prof. Hohlfeld: Wir werden den DMSG-Bundesverband bei der Auswahl der Gutachter für die Projektanträge beraten und werden auf der Grundlage der unabhängigen Gutachten eine Förderempfehlung an den Geschäftsführenden Vorstand geben. Schon jetzt ist klar, dass die neue Forschungsförderung sowohl für den Bundesverband als auch für den Ärztlichen Beirat zusätzliche Arbeit bedeuten wird, die wir aber - und hier kann ich für alle meine Kolleginnen und Kollegen des Beirats sprechen - sehr gerne leisten werden, da uns allen die Forschungsförderung sehr am Herzen liegt.

DMSG-Bundesverband: Gibt es Aspekte, die, aus Ihrer Sicht, im Rahmen dieser neuen Forschungsförderung besonders herauszuheben sind?

Prof. Hohlfeld: Die Forschungsförderung ist ein zentrales Anliegen vieler MS-Gesellschaften, auch in anderen Ländern. Durch aktive Forschungsförderung können MS-Gesellschaften deutliche Akzente setzen und öffentliches Interesse für bestimmte Forschungsthemen wecken. Ein gutes Beispiel dafür ist die äußerst erfolgreiche Progressive MS Alliance (PMSA) der Multiple Sclerosis International Federation (MSIF). Die PMSA hat das Thema "progrediente MS" in den Mittelpunkt einer wirksamen Öffentlichkeitskampagne gerückt. Auch für die DMSG bietet die neue Form der Forschungsförderung neue Chancen für Öffentlichkeitsarbeit und Spendeneinwerbung. Die erste Förderrunde der neuen Forschungsförderung wird sich dem Thema "Mechanismen und Marker der MS Progredienz" widmen.

DMSG-Bundesverband: Welchen Mehrwert wird die Förderung den MS-Erkrankten bringen?

Prof. Hohlfeld: Hierzu kann ich sehr kurz antworten: Nur mit intensiver Forschung lässt sich die Therapie der MS langfristig verbessern. Dass die Therapie der MS, vor allem auch der progredienten MS, noch immer äußerst unzulänglich ist, wird niemand bezweifeln.

DMSG-Bundesverband: Wie können andere die so wichtige, unabhängige Forschung unterstützen?

Prof. Hohlfeld: Wir hoffen, dass durch die neue Forschungsförderung nicht nur die Spendenbereitschaft gesteigert werden kann, sondern auch die Wahrnehmung der Multiplen Sklerose als eine große Herausforderung. Es ist immens wichtig, dass die Multiple Sklerose ähnlich fest und wirksam im öffentlichen Bewusstsein verankert ist, wie zum Beispiel Krebs und Alzheimer!

Besonderer Dank für die tatkräftige Unterstützung bei der Ausarbeitung der neuen Richtlinien gebührt der Task Force des Ärztlichen Beirats, insbesondere den Professoren Orhan Aktas, Thomas Korn und Ralf Linker.

Ausschreibung: Marker & Mechanismen der progredienten MS

Ziel der diesjährigen Projektförderung des DMSG-Bundesverbandes ist es, die progrediente Multiple Sklerose besser zu verstehen und insbesondere dazu beizutragen, die Ursachen und Mechanismen der Krankheitsprogression aufzuklären. MS hat eine vielfältige Symptomatik und kann unterschiedlichste Auswirkungen sowie Einschränkungen auf das Leben der Erkrankten haben. Mehr als die Hälfte der Erkrankten weisen eine progrediente Verlaufsform (primär oder sekundär progrediente MS) auf, für die Behandlungsmöglichkeiten leider bisher sehr unbefriedigend sind. Auch sind die Ursachen und Mechanismen der Progression weitgehend unbekannt. Im jährlichen Ausschreibungsturnus werden exzellente Projekte aus angewandter oder klinischer Forschung zum jeweiligen Jahresthema für maximal 24 Monate gefördert. Das projektindividuelle Fördervolumen kann bis zu 100.000 Euro pro Projekt und Jahr betragen. Die Anzahl der geförderten Projekte und die Bewilligung einer Förderung sind abhängig von den für die Forschung zur Verfügung stehenden zweckgebundenen Mitteln und der Beschlussfassung durch den Geschäftsführenden Vorstand. In diesem Jahr ist eine Förderung frühestens ab September 2016 möglich.

Bewerbungsschluss ist am 31. Mai 2016

Ihre vollständigen Antragsunterlagen senden Sie bitte bis zum 31. Mai 2016 (Eingangsfrist) mit dem Betreff: "Einzelprojekt Forschungsförderung" an dmsgdmsgde.

Weitere Informationen zum Antrag sowie dem unabhängigen Begutachtungssystem entnehmen Sie bitte den Richtlinien zur Forschungsförderung der DMSG, Bundesverband e.V.:

- 01.02.2016