DMSG - Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Bundesverband e.V.

DMSG-Interview mit Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig, Schirmherrin des Welt MS Tages 2014: "Gleiche Chancen trotz Multiple Sklerose. Wir arbeiten dran. Helfen Sie mit"

Unter diesem Motto engagieren sich der Bundesverband der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) und seine Landesverbände rund um den Welt MS Tag für die Rechte und die Chancengleichheit von Menschen mit MS: Verstärkung aus der Politik kommt von Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig, die die Schirmherrschaft für den Welt MS Tag 2014 übernommen hat und im Interview erklärt, wo sie Handlungsfelder und Unterstützungsmöglichkeiten sieht.

Worin liegt Ihrer Meinung nach die Bedeutung eines weltweiten MS-Tages?

Dieser Tag ist eine besondere Wertschätzung für die 2,5 Millionen Menschen auf der ganzen Welt, die an MS erkrankt sind. Mit den zahlreichen Veranstaltungen überall in Deutschland bietet der Tag auch eine gute Möglichkeit, die oft verzerrten Bilder über die Erkrankung zu relativieren und in der Öffentlichkeit ein differenzierteres Bild der Krankheit und ihrer 1000 Gesichter zu vermitteln. Viele wissen nicht, dass es ganz unterschiedliche Verläufe der Krankheit gibt: Menschen, die in ihrem Beruf arbeiten können und andere, die körperlich stark eingeschränkt und auf einen Rollstuhl angewiesen sind. Aufgrund mangelnder Informationen gibt es daher immer noch viele Vorurteile im Umgang mit MS-Kranken. Verstärkte Aufklärung kann das Wissen über das Krankheitsbild vergrößern und die oft vorhandenen Unsicherheiten im Umgang mit betroffenen Menschen abbauen.

MS bleibt nicht ohne Einfluss auf das Familienleben der Erkrankten. Welche Möglichkeiten sehen Sie als Bundesfamilienministerin, betroffenen Familien Unterstützung zu geben?

Jeder, der weiß, mit wie viel Schmerz und Anstrengung der Alltag eines MS-Kranken verbunden ist, weiß auch, dass wir diesen Menschen Respekt, Hochachtung und Mitgefühl schenken sollten. Diese Familien stehen vor der Herausforderung, Beruf, Familie und Krankheit vereinbaren zu müssen. Viele Familien ohne Chronisch Erkrankte geraten oft schon mit der Vereinbarkeit von Beruf und Familie an ihre Grenzen. Ziel muss sein, Verständnis für die Belange an MS erkrankter Menschen zu fördern, die Betroffenen optimal zu integrieren und sie im Leben mit der Krankheit so zu unterstützen, dass sie weiterhin umfassend am Leben in Beruf und Gesellschaft teilhaben können. Zentral sind hierbei die vielen Selbsthilfeorganisationen, die Wegweiser, Mutmacher, oder Zuhörer sein können. Selbsthilfearbeit und ehrenamtliche Tätigkeit leisten einen wichtigen Beitrag zur gesundheitlichen Versorgung und fördern das soziale Miteinander in unserem Land, der auch an einem solchen Tag wie dem Welt-MS-Tag gewürdigt werden sollte.

Das Thema des diesjährigen Welt MS Tages ist die Chancengleichheit. Wo sehen Sie wichtige Handlungsfelder?

Viele Erkrankte definieren sich nicht über ihre Krankheit und wollen sich auch gar nicht definieren lassen. Die meisten wollen nicht als Patienten gesehen werden, sondern als Mütter und Väter, als Vereinsmitglieder, Freunde oder als Berufstätige. Sie wollen an ihrer Leistung gemessen werden. Daher heißt Chancengleichheit doch vor allem eine gleichberechtigte Teilhabe in allen Lebensbereichen. Dazu gehören auch der ungehinderte, einfache Zugang zu den Leistungen des Gesundheitswesen und der Sozialversicherung sowie der Abbau von Barrieren in der Realität und in den Köpfen. Das Arbeitsrecht bietet hier bereits viele Möglichkeiten wie Chronisch Erkrankte, soweit es ihre Gesundheit zulässt, auch weiterhin am Arbeitsleben teilnehmen können. Diese müssen ausgeschöpft werden. Hier sind auch die Arbeitgeber gefragt unvoreingenommen und individuell Wege aufzuzeigen, wie eine solche Integration im Betrieb möglich ist.


Bundesweit machen rund um den Welt MS Tag am 28. Mai 2014 zahlreiche Veranstaltungen auf die Situation und die Anliegen von MS-Erkrankten aufmerksam. Auf der Wunschwand des DMSG-Bundesverbandes haben bereits über 600 Menschen ihre Erfahrungen und Vorschlä

- 28.05.2014